Brand im U-Bahnhof Schlosstraße (Quelle: rbb/Bastian Sorge)
Video: rbb|24 | 02.01.2021| Material: Abendschau, Bastian Sorge | Bild: rbb/Bastian Sorge

Feuer in U-Bahnhof Schloßstraße - U9 bleibt nach Brand wohl eine Woche unterbrochen

Aus den Treppenschächten quoll dichter Rauch: Am Samstag ist in einem Betriebsraum des U-Bahnhofs Schloßstraße ein Feuer ausgebrochen - am späten Nachmittag konnte die Feuerwehr es löschen. Der U-Bahnverkehr der Linie 9 bleibt länger unterbrochen.

Die Berliner U-Bahnlinie 9 bleibt nach dem Brand in der Station Schloßstraße voraussichtlich eine Woche lang unterbrochen.

Wie BVG-Sprecher Jannes Schwentu am Sonntagvormittag dem rbb sagte, seien die Kabelschäden doch größer als zunächst angenommen, die Signalsteuerung sei betroffen. Man rechne mit einer Wiederaufnahme des Betriebes zwischen Walther-Schreiber-Platz und Rathaus Steglitz nun erst am 11. Januar.

Ursprünglich sollten die Reparaturarbeiten bis zum Montagmorgen beendet werden, danach wollte man über eine Freigabe der Strecke entscheiden.

Es wird empfohlen, während der U9-Störung auf Busse oder die S-Bahnlinie 1 umzusteigen.

Wie ein Feuerwehrsprecher dem rbb sagte, gab es bei dem Brand keine Verletzten. 110 Einsatzkräfte bekämpften das Feuer in einem Technikraum der Zwischenebene des Bahnhofs. Die Schloßstraße wurde mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt. Mitarbeiter der BVG evakuierten den Bahnhof noch vor Eintreffen der Feuerwehr. Die Brandursache ist noch nicht geklärt.

BVG-Mitarbeiter evakuierten den Bahnhof schnell

Nach Ausbruch des Brandes hätten die Leute im Bahnhof richtig reagiert und auf dem Weg ins Freie die verrauchten Bereiche gemieden, hieß es bei der Feuerwehr. Sechs Treppen führen aus dem denkmalgeschützten Bahnhof, unter anderem am sogenannten Bierpinsel vorbei, einem Steglitzer Wahrzeichen.

Die Einsatzkräfte lüfteten den verrauchten Bahnhofsbereich mit Drucklüftern, gegen 18 Uhr war der Großeinsatz beendet und die Schloßstraße wurde wieder für den Verkehr freigegeben. Die Folgen des Brandes werden allerdings noch etwas länger Auswirkungen auf die Fahrgäste der U9 haben. Der Bahnhof Schloßstraße der Linie 9 liegt unter der Haupteinkaufsstraße des Stadtteils Steglitz. Bis die Züge wieder gefahrlos hier entlangfahren können, sind noch weitere Nachkontrollen nötig. Die Fahrgäste werden gebeten, bis Montagfrüh auf S-Bahn- und Buslinien auszuweichen. Um wieviel Uhr genau die U9 wieder wie üblich fahren kann, ist noch nicht bekannt.

33 Kommentare

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  1. 33.

    Hallo Angela, Sie sprechen von "großen Verkehrsvolumina", die in der Stadt auch auf der Straße abgewickelt werden müssen. Da stimme ich Ihnen zu. Bloß genau DANN ist das Auto das Problem. Den Platz können wir nicht mehren. Der ist durch Häuser begrenzt. Nun ist es aber einmal so, dass Autoverkehr, die Verkehrsart ist, die am uneffektivsten Menschen von A nach B befördert.
    Auf einer Fahrspur für den MIV sind rund 1.200 Personen pro Stunde das absolute Maximum an Beförderungskapazität. Auf demselben Platz kann ich mit Busspuren/einer Straßenbahn und auch mit Rad- und Fußverkehr ein Vielfaches an Menschen befördern. Es handelt sich hier nicht nur um "grüne Propaganda". Es geht bei der Umgestaltung von Straßen auch darum, sie leistungsfähiger zu machen. Denn nehme ich den Platz für 1.200 Insassen in Autos weg, schaffe ich gleichzeitig Raum für 4.000 bis 15.000 Menschen, die auf anderem Wege befördert werden können. Essentiell in einer wachsenden Stadt, in der es nicht mehr Platz gibt.

  2. 32.

    Hallo Angela, natürlich haben Sie recht, dass die reale Leistungsfähigkeit des Öffentlichen Nahverkehrs oft noch zu niedrig ist. Das gilt besonders bei unerwarteten Problemen wie dem aktuellen Brand. Und sicherlich weichen bei schlechten Wetterlagen mehr Leute vom Fahrrad auf die Öffis und auch auf PKW aus. Dennoch ist die riesige Menge rollender und geparkter Autos in den Innenstädten ein massives Problem, das die Lebensqualität von Millionen Menschen beeinträchtigt. Es ist also gut und richtig, dass echte Alternativ-Lösungen zum teuren Privat-PKW massiv gefördert werden - bevor es, wie in vielen anderen Großstädten der Welt, eben durch Privat-PKW regelmäßig zum kompletten Verkerhrschaos kommt. Bei den Öffis sind es ja oft ganz simple organisatorische Mängel, die uns Nutzer* extrem nerven: Wie Sie sagen, schlechte Taktzeiten oder auch schlechte Info-Verteilung oder begonnene, aber ewig nicht beendete Baumaßnahmen. Diese Probleme halte ich aber selbst in Berlin für prinzipiell lösbar.

  3. 31.

    Wir liegen da nicht weit auseinander, selbstverständlich sind die Geschmacksvorstellungen sehr verschieden und auch im Fluß begriffen. Auch danke ich Ihnen für die Vielzahl der gemachten Anregungen und Hinweise. Da haben Sie mir zugegeben Einiges voraus.

    Dennoch ist die Angelegenheit aus einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive nicht beliebig. Aus der Verwendung polit. Symbole lassen sich Rückschlüsse ziehen zu einer Grobheit oder zu einem abwägenden Vorgehen hin. Eine 400 PS-Schleuder wird nicht gerade mit der Musik von Andreas Vollenweider beworben und ein Lebensmittel, das naturnah daherkommen will, nicht gerade mit Techno Musik.

    Ich denke tatsächlich, dass sich der Denkmalschutz in den nächsten Jz. mehr als heute in einem Spagat wiederfinden wird. Denkmalschutz i. S. eines beworbenen kleinteilig erfahrbaren Schönen und Denkmalschutz i. S. eines Zeugniswertes, was faktisch ein Denken um drei Ecken herum erfordert.

  4. 30.

    Stefan, sowohl Sie als auch Frank S. wollen mich missverstehen, weil Sie anderer Meinung sind. Dennoch möchte ich Sie bitten, sachlich zu bleiben und von provokanten Bemerkungen wie "Weil Ihnen nichts besseres eingefallen ist" abzusehen.
    Ich weiß ja nicht, wie Ihre Erfahrungen mit Schienenersatzverkehr so sind. Selbst habe ich aber einschlägige Erfahrungen gemacht und bin durch den unzuverlässigen Takt von Ersatzbussen dann irgendwann aufs Auto umgestiegen, wie dies viele getan haben. Ich finde eben, dass eine Großstadt infrastrukturiell in der Lage sein muss, große Verkehrsvolumina zu bewältigen, und dies auch auf der Straße. Vielleicht fällt in Situationen wie der aktuellen Wetterlage auch auf, dass Fahrradstraßen, die durch Verkleinerung von Verkehrsstraßen (Spurwegnahme) zuungunsten des PKW- oder auch SEV-/Busverkehrs u.ä. nicht bei allen Wetterlagen der Weisheit letzter Schluss sind.

  5. 29.

    Also wegen eines gesperrten U-Bahnhofs kommen die Menschen nicht mehr zur Arbeit, wenn man Fahrradstreifen bauen würde?

    Weil der U-Bahnhof dann auf der Straße steht?
    Weil die Autos nur mit der U-Bahn fahren dürfen?
    Weil Ersatzbusse nicht mehr durch die Straßen kommen (weil da ja der kaputte U-Bahnhof liegt)?
    Oder weil Ihnen nichts besseres eingefallen ist?
    Aber eigentlich ist nur der Mietendeckel an dem Brand im Betriebsraum schuld!
    Klar doch..

  6. 28.

    Viele Musik, die ich inzwischen gern höre, führt in meinem Umfeld erstmal zu spontaner Ablehnung. Das betrifft z.B. Melodien aus dem "nahen" und "fernen Osten". Vor allem durch die anderen Tonleitern und die anderen rhythmischen Prinzipien braucht man als mitteleuropäisch sozialisierter Mensch schon eine ganze Weile, um sich z.B. in panjabische, arabische, türkische oder auch nur sardische Musik reinzuhören. Das kann durchaus gelingen, doch es erfordert eine gewisse Offenheit. Aber fast jeder Mensch wird natürlich bei bestimmten Rhythmen "mitgehen". Und auch gute Architektur hat Rhythmus und Melodie: In gelungenen brutalistischen Bauten (wie dem U-Bhf Schlossstr) sind es eben sehr einfache, klare, prägnante wiederkehrende Motive; wie sie z.B. bei westlichem Techno (oder, um beim Thema zu bleiben, House) ebenso verwendet werden wie bei traditioneller Musik etwa in Mali, Lappland oder Kanada. - In der Musik wie anderen Künsten haben ganz unterschiedliche Stile allesamt ihre Berechtigung.

  7. 27.

    Ein großer Dank an die Feuerwehr, dass hier eine Katastrophe vermieden wurde und auch keine Personen zu Schaden kamen.

  8. 26.

    Angela, Grenzen haben offenbar bisher Ihre Vorstellungen, auf welch vielfältigen Wegen die meisten Leute ohne privaten PKW durch die Stadt kommen können: Falls tatsächlich zusätzlich zu einer U-Bahnlinie mal alle Busse, S-Bahnen, Fahrrad- und Fußwege in der Gegend gesperrt sein sollten, weil überall Brandschäden beseitigt werden müssen (war m.W. zuletzt 1945 so), lässt sich das immer noch prima mit Taxis und anderen Arten des Carsharings kompensieren (das gab es 1945 noch nicht).

  9. 25.

    Unsere Empfindungen gehen da grundsätzlich auseinander. So ist das unter Menschen. Keine Frage.

    Dennoch will ich mich nicht mit der Frage zurückhalten, ob es nicht auch anthropologisch geprägte Empfindungen gibt, die sogar kulturübergreifend sind, beispielsweise, was Wohlklang in der Musik angeht.

  10. 24.

    Wie ich bereits sagte, empfinde ich den U-Bhf-Schlossstrasse in seiner ursprünglichen Form als schön. Ich lasse Ihnen Ihre ästhetischen Vorstellungen - aber lassen Sie vielen anderen und mir bitte jeweils unsere! Die Zeiten, als Leute "allgemeingültige" Kunstbegriffe festlegen wollten und Abweichungen davon nur als "entartet" ge- bzw bestatteten, sind hoffentlich für immer vorbei.

  11. 22.

    Man stelle sich in einem solchen Falle (Sperrung der U-Bahn) vor, dass bestimmte Straßen zwischezeitlich verkehrsberuhigt oder verengt worden wären (z.B. wegen Fahrradstreifen). Dann kommen die Leute nicht mehr zur Arbeit. Wenn die Grünen ihre (m.m.N. realitätsfernen) Pläne von der autofreien Innenstadt mal wieder anführen, sieht man hier deutlich, wo so ein System Grenzen hat.

  12. 21.

    Die Optik ist keineswegs nachrangig. Sie ist beim allgemein verbreiteten Zuspruch für den Denkmalschutz sogar vorrangig. Nur, dass die amtlichen Denkmalschützer diesen Spagat zwischen formalem Denkmalschutz und sinnlicher Hingabe, mit der ja auch plakativ geworben wird, so nicht wahrnehmen wollen. Das sehe ich, mit Verlaub, auch bei Ihnen so.

  13. 20.

    Wenn Sie sich den allgemein verwendeten Kontext des Begriffs "denkmalgeschützt" anschauen, werden Sie nicht umhin kommen, dass damit spezifische Bilder verbunden werden. Ich will das mal in Richtung gut proportioniert, anmutig und sinnlich bezeichnen. Deshalb auch finden die Denkmaltage gemeinhin viel Zuspruch.

    Dass das bei Bauwerken wie dem Bahnhof Schloßstraße passieren wird, möchte ich getrost in Zweifel ziehen. Da befindet sich auch der "amtliche Denkmalschutz" in einem Spagat, mit einer WOHLKLINGENDEN Vokabel eines Denkmalgeschützten im Sinne anmutiger Schönheit zu werben - ganz plakativ - und dann auch ästhetische Scheußlichkeiten als Sinnbilder ihrer jeweiligen Zeit aushalten zu müssen.

  14. 19.

    @ Alfred und No

    Sie gehen davon aus, das alle wachen vollbesetzt sind was aber nicht der Fall ist. Dazu kommt, das Fahrzeuge im Springerbetrieb besetzt werden und somit ein Fahrzeug das andere mindert. Dazu kommt das FF nicht sofort alarmiert wird und es auch vorkommt, das Fahrzeuge andere Einsätze fahren und somit nicht alarmierbar sind. Die Zahl 573 ist schon lange her, mal
    mit fast hundert weniger rechnen.
    Durch Springerbetrieb und geminderte Wachen sind lange Anfahrten Standard und viele Fahrzeuge vor Ort heißen daher noch lange nicht viel Personal.
    Die Tonne hat es damals gegeben und gelernt hat der Senat nichts.

  15. 18.

    1. ist die FW Steglitz quasi um die Ecke, 2. ist die Wache Lichterfelde auch relativ fix vor Oft. 3. ist die Freiwillige Feuerwehr Schöneberg ebenfalls in Reichweite. Übrigens sind freiwillige Bestandteil des Brandschutzes. Also keine Sorge. Und drei Ereignisse sind eher unwahrscheinlich..sofern Sie mal Anschläge außen vor lassen.

  16. 17.

    Sie sagen es doch selbst. Es ist ein „spezifisches Exemplar“. Somit denkmalgeschützt. Ihr Verständnis für den Denkmalschutz endet offenbar bei der Optik. Die ist aber nachrangig. Erstmal bitte sachkundig machen, bevor Sie Kritik üben. Danke

  17. 16.

    Als vor gut sechzig Jahren der Anhalter Bahnhof, von dem doch noch sehr viel den Krieg überstanden hatte (und dieses Viele erwies sich dann als überraschend stabil), abgerissen wurde, geschah dies mit Billigung des damaligen Landeskonservators. Wie zu jener Zeit wohl die meisten Menschen, fand der nämlich Bauten des Historismus (einer Epoche, in der in Deutschland zudem der Boden für die Katastrophen des 20. Jahrhunderts bereitet wurde) einfach nur geschmacklos bis scheußlich, künstlerisch völlig wertlos und alles andere als schön.

    Genau wegen solcher Fälle (von denen es sehr, sehr viele gab) ist "Schönheit" schon seit langem in der Denkmalpflege keine Kategorie mehr. Was besonders typisch, aussagekräftig, stilbildend, vielbeachtet war, ist halbwegs objektiv feststellbar. Geschmack aber wandelt sich (die heute so umschwärmten Impressionisten galten einst als geisteskranke Schmierfinken).

  18. 15.

    Die abgebauten Original-Verkleidungen in 70er Jahre Pop-Farben sollen nach der Renovierung des Bahnhofs nicht mehr eingebaut werden. Das wurde bereits bereits so bestätigt, als die Schilder und Zierelemente abgebaut worden sind. Grund ist der Brandschutz. Die Teile waren allesamt aus Plastik. Sie brennen besonders gut und sorgen im Notfall für giftige Rauchgase im Tunnel. Daher dürfen die Original-Teile nicht mehr verwendet werden. Um dem Denkmalschutz zu genügen werden vermutlich Nachbauten aus einem anderen Material später nötig sein.

  19. 14.

    Grundsätzlich klingt das Problem für mich nachvollziehbar - zumindest bei größeren Bränden, die sich natürlich oft schnell entwickeln können. Warum allerdings für einen vermutlich doch sehr kleinen Brand einer elektrotechnischen Anlage auf einem U-Bhf gleich 110 Profis anrücken müssen, verstehe ich als Laie bisher noch nicht. Feuerwehr-Sprecher Erbe benennt als Hauptproblem bei diesem Einsatz die Verrauchung und das Erfordernis der Kontrolle. Aber sind 110 Einsatzkräfte zumindest im vorliegenden Fall nicht doch evtl ein paar Dutzend zu viele? Ich lasse mich gern eines besseren belehren.

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