Feuerwehreinsatz nach einem Unfall auf der B5. (Quelle: NonstopNews)
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Video: rbb|24 | 13.01.2021 | Material: NonstopNews | Bild: NonstopNews

Straßen bleiben glatt - Fünf Verletzte bei schwerem Unfall im Havelland

Starker Schneefall, Hagel und Gewitter: Die Region Berlin-Brandenburg ist am Mittwochabend von einem heftigen Winter-Unwetter heimgesucht worden. Es gab Unfälle und Verletzte. Auch am Donnerstag können die Straßen wieder gefährlich glatt werden.

Ein kräftiger Wintersturm mit Schnee, Hagel und sogar Gewitter hat am Mittwochabend in Brandenburg die Rettungskräfte in Atem gehalten.

Bei Pessin (Havelland) stießen zwei Transporter auf der spiegelglatten B5 frontal aufeinander. Fünf Menschen wurden dabei verletzt, zwei davon schwer. Wie die Polizeidirektion West am Donnerstag mitteilte, war ein 62-Jähriger mit seinem Fahrzeug in den Gegenverkehr gekommen und mit einem mit vier Insassen besetzten weiteren Fahrzeug zusammengestoßen. Er sowie ein 61-jähriger Mitfahrer aus dem zweiten Fahrzeug wurden nach Polizeiangaben schwer verletzt, die anderen drei Männer im Alter von 40 bis 57 Jahren erlitten leichte Verletzungen.

Die Polizei ermittelt zur Ursache des Unfalls. Neben schlechter Witterung sei nicht ausgeschlossen, dass der Fahrer kurz unachtsam gewesen sei, sagte eine Polizeisprecherin. Wegen des Unfalls musste die Fahrbahn der B5 für mehrere Stunden gesperrt werden.

Mehrere Glätte-Unfälle in Potsdam-Mittelmark

In Potsdam-Mittelmark kam es am späten Mittwochabend zu vier Unfällen auf glatten Fahrbahnen, teilte die Polizeidirektion West mit. Unter anderem kam ein Sattelzug auf der A9 zwischen den Anschlussstellen Klein Marzehns und Niemegk in Richtung Potsdam von der Fahrbahn ab und landete im Straßengraben. Der entstandene Schaden wird von der Polizei auf etwa 2.000 Euro geschätzt.

Weitere Unfälle gab es auf der A2 zwischen den Anschlussstellen Brandenburg (an der Havel) und Netzen in Richtung Potsdam, sowie zweimal auf der A2 zwischen Ziesar und Wollin in Richtung Potsdam. Auch hier blieb es bei Sachschäden. Bei Beelitz musste die Feuerwehr einen Baum entfernen, der auf eine Straße gestürzt war.

Schwerlasttransporte bleiben im Barnim stecken

Wegen starken Schneefalls blieben in der Nacht zu Donnerstag mehrere Schwerlasttransporte im Landkreis Barnim auf der A11 zwischen den Anschlussstellen Werbellin und Chorin an einer Anhöhe stecken, teilte die Polizeidirektion Ost mit. Sich annähernde Lastwagen blieben ebenfalls stecken und standen teilweise quer zur Fahrbahn. Die zuständige Autobahnmeisterei befreite die Strecke vom Schnee, die betroffenen Fahrzeuge wurden wieder fahrbereit gemacht. Die Probleme gab es zwischen 0.45 Uhr und 3.00 Uhr.

Ebenfalls im Landkreis Barnim kam am Donnerstagmorgen eine Autofahrerin auf der Landstraße L22 zwischen Eichhorst und Finowfurt mit ihrem Wagen witterungsbedingt von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Sie erlitt leichte Verletzungen.

Es bleibt winterlich - Dauerfrost kommt

Bereits am Tag zuvor war es in Brandenburg, dabei insbesondere auf den Autobahnen 19 und 24, sowie in Berlin zu mehreren Glätteunfällen gekommen.

Auch in den kommenden Tagen müssen sich die Menschen in der Region auf gefährliche Straßenverhältnisse einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet besonders am Donnerstag mit sehr glatten Straßen durch überfrierende Nässe oder Schnee. Die Höchsttemperaturen liegen noch bei einem bis drei Grad.

Für den Freitag kündigt der DWD bei maximal null Grad vor allem im Süden und Osten Brandenburgs gelegentlich etwas Schnee an. Statt Schnee erwarten die Meteorologen dann am Samstag bei Werten zwischen minus zwei und null Grad Dauerfrost. Zeitweise kann es heiter werden. Auch am Sonntag herrscht demnach noch Frost.

Sendung: Inforadio, 14.01.2021, 8:00 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Danke, das trifft den Nagel auf den Kopf. Ich weiß, dass mein Kommentar polarisieren kann, jedoch vergaß ich zu erwähnen, dass niemand, auch ich, frei von Fehlern sein kann.
    @ Wossi: Und was das Thema Physik betrifft, kann natürlich auch bei bester Aufmerksamkeit die Lehrkraft fehlen und etwas durch die Lappen gegangen sein; ergo habe ich keine Schuldzuweisung abgegeben.

  2. 6.

    Mal ein Lob von mir, das haben sie in gut erklärt und sogar mit Selbstreflektion abgeschlossen! Damit haben Sie meinen Glauben an die Menschheit für heute stark aufgewertet und auch an den an einen sinnvollen Diskurs in Deutschland. Herzlichen Dank für Ihre Meinung und bleiben Sie so! Viele Grüße

  3. 5.

    Möglicherweise wurde hier die Situation auch falsch eingeschätzt, man dachte, ok, Winterreifen sind drauf und ich fahre auf Schnee (wos ja nicht so stark rutscht wie auf Eis) und dann wars eben doch ne vereiste (plattgefahrener Schnee) Fahrbahn. Da kann man schon ins Schlingern kommen.

  4. 4.

    "Raser in einer 30iger Zone = ab 33,5 km/h oder was?"
    Tja, wenns mit dem Grip nicht passt, der Grips gerade zur Inspektion ist, man mit dem Popometer nicht klarkommt kann das so sein.
    Nicht wenige denken jedoch "Freier Abflug für freie Bürger" wäre ein Grundrecht.

  5. 3.

    Na ja, so Unrecht hat Neo aber nicht. In nahezu allen Fällen wird sich der Verkehrsteilnehmer eine unangepasste Geschwindigkeit von der Polizei oder den Versicherungen vorhalten lassen müssen. Entsprechend hilft hier auch nur eine Vollkasko weiter, um den Schaden regulieren zu lassen, sonst muss man wegen Eigenverschulden selbst zahlen. Im schlimmsten Fall hätte man nur Schritttempo fahren dürfen, wenn die Straße verschneit und vereist ist. Man sieht aber erschreckend viele Verkehrsteilnehmer, die selbst bei solchen Straßenverhältnissen noch viel zu schnell unterwegs sind, weil sie auf die Fahrsicherheitsassistenten vertrauen. Alte Autos ohne selbige Hilfsmittel gaben viel eher eine Rückmeldung, dass es gefährlich werden könnte. Moderne Wagen fangen das oft noch ab. Die Assistenten versagen dann ziemlich plötzlich und mit oft schwereren Folgen, weil die abzubauende Bewegungsenergie viel höher ist. Das alles heißt nicht, dass ich nicht selbst mal den gleichen Fehler machen könnte.

  6. 2.

    Und es gibt Leute, die der Meinung sind: selber Schuld, hätte in Physik besser aufpassen sollen, geschieht dem Raser recht. Wobei der Begriff Raser nicht erläutert aber abwertend benutzt wird. Raser in einer 30iger Zone = ab 33,5 km/h oder was? Gut das es Kommentatoren gibt, die sicher bald den Beruf des Verkehrsrichters überflüssig machen. Am Ende reicht eine Abstimmung über die Schuld?

  7. 1.

    Ich habe noch gelernt, vor allem im Winter bei Kälte, Regen, Schnee und Glätte meine Fahrweise anzupassen. Seit dem es immer mehr Assistenzsysteme in den Fahrzeugen gibt, häufen sich scheinbar die Fälle, bei denen sich das fahrende Mensch zu sehr darauf verlässt und die einfachsten Grundregeln der Physik (so sie diese überhaupt in der Fahr-(Schule) gelehrt bekamen, außer Acht lässt.

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