Schutz und Ruhe - Bushido wollte Abou-Chaker bis zu 2,4 Millionen Euro bieten

Mo 18.01.21 | 19:00 Uhr
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Bushido im Gerichtssaal (Bild: imago images / Olaf Wagner)
Bild: imago images / Olaf Wagner

Der Rapper Bushido soll bereit gewesen sein, seinem ehemaligen Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker bis zu 2,4 Millionen Euro anzubieten, damit der ihn "in Ruhe lässt". Das hat der Musiker am Montag im Prozess gegen den Berliner Clanchef vor dem Landgericht erklärt.

Nach eigenen Angaben habe er Abou-Chaker zunächst 1,8 Millionen Euro angeboten und sei dann bereit gewesen, die Summe zu steigern, sagte Bushido. Er sei einer Aufhebungsvereinbarung monatelang hinterhergelaufen. "Meine Schmerzgrenze hätte bei um die 2,4 Millionen Euro liegen können", sagte der 42-jährige Musiker. Abou-Chaker habe aber schroff abgelehnt und Zahlungen bis an sein Lebensende gefordert.

Unberechtigte Forderungen, Drohungen und Attacken

Bushido und der 44-jährige Abou-Chaker waren über Jahre hinweg Partner im Musikgeschäft. Laut Anklage soll es zu Straftaten zum Nachteil von Bushido gekommen sein, nachdem der Rapper 2017 die geschäftlichen Beziehungen aufgelöst habe.

Abou-Chaker habe unberechtigt eine Millionen-Zahlung sowie die Beteiligung an Bushidos Musikgeschäften für 15 Jahre gefordert. Der Rapper sei bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Stuhl attackiert worden.

Dem beschuldigten Abou-Chaker werden Freiheitsberaubung, Beleidigung, versuchte schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und Nötigung vorgeworfen. Mitangeklagt sind drei seiner Brüder.

Die vier Angeklagten haben in dem seit fünf Monaten laufenden Prozess bislang zu den Vorwürfen geschwiegen. Der von Personenschützern in den Gerichtssaal begleitete Bushido ist in dem Verfahren wichtigster Zeuge und auch Nebenkläger. Seit mehr als zwei Jahren bekommen auch seine Frau und Kinder Personenschutz.

Druck von anderen Musikern

Bushido erklärte am Montag, dem 13. Tag seiner Befragung, außerdem, Abou-Chaker habe auch Musiker, mit denen er Exklusivverträge hatte, gegen ihn aufgebracht. Sie hätten ihm Vorwürfe gemacht. Für ihn sei es ein "einstudiertes Schauspiel" unter der Regie des Clanchefs gewesen, so Bushido.

Nach dem letzten Gespräch mit seinem langjährigen Geschäftspartner unter vier Augen im März 2018 sei er zu einer Anwältin gefahren, die den mit Arafat Abou-Chaker vor Jahren vereinbarten Management-Vertrag kannte, so der Rapper.

Sie habe zu Abou-Chaker erklärt, "rein rechtlich bekommt er gar nichts." Er selbst sei eigentlich auch davon ausgegangen, dass Abou-Chaker keine Millionen-Zahlungen zustanden, erklärte Bushido. "Ich wollte aber einen Betrag X zahlen, damit er mich und meine Familie in Ruhe lässt." Die Verhandlung wird am 20. Januar fortgesetzt.

Sendung: rbb24, 18.01.2021, 17:00 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Das sind mafiöse Strukturen in den Clans. Von der Mafia kann man sich nicht freikaufen. Außerdem dürften in diesen Kreisen 2,4 Millionen wenig Geld sein. Lustig wärs aber gewesen, er hätte sich "freigekauft" und wäre trotzdem nicht in Ruhe gelassen worden. "Welche Vereinbarung, Bushido? Ich weiß nicht, was wir ausgemacht haben sollen"... so läuft das doch. -- Tja, wer sich mit der Halbwelt einlässt, fällt halt auf die Schnauze. Mit Bushido habe ich kein Mitleid. Im Gegenteil. Verbal kann der auch ganz schön austeilen, wie man so rund um die Jahre 2005-2010 im TV öfter sehen konnte. Zu gerne hat er Journalisten u,a, vor laufender Kamera auflaufen lassen. Schnee von gestern? Vielleicht. Aber soooo ein unschuldiges, wehrloses Opfer ist er sicher nicht.

  2. 2.

    *lach* ... Wenn "Gängstas" Verträge schließen und dann auf die EInhaltung derer pochen, kann es auch mal zu "einmaligen Angeboten" kommen, um "unendliche Zahlungen" zu verhindern. *Tränchen wegwisch*

  3. 1.

    Drum prüfe, wer sich ewig bindet...

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