Die Veranstaltungskuppel im Innern des Gasometers in Schöneberg auf dem Campus des Europäischen Energieforums (EUREF) wird am 12.01.2021 abgebaut. (Bild: dpa/Christophe Gateau)
Video: rbb|24 | 12.01.2021 | Material: Abendschau | Bild: dpa/Christophe Gateau

Initiative sieht Ausbau kritisch - Gasometer in Berlin-Schöneberg wird zum Bürohaus umgebaut

Das Gasometer in Berlin-Schöneberg wird in ein Bürohaus umgebaut. Der Umbau hat am Dienstag mit der Demontage der Veranstaltungs-Kuppel im Inneren des Stahlzylinders begonnen.

Bis 2023 sollen im in dem rund 80 Meter hohen, denkmalgeschützten Industriebau ein Konferenzzentrum und ein Bürohaus entstehen - beide kreisrund. Zudem sind laut Stadtentwickler Euref in luftiger Höhe öffentliche Räume mit Blick über Berlin geplant. Für die Baukosten werden insgesamt 200 Millionen Euro veranschlagt.

Initiative startet Petition gegen Gasometer-Ausbau

Die bisher niedrige Kuppel im Fuß des Gasometers soll nun in den nächsten Wochen mit einem großen Kran abgebaut und zerlegt werden. Die Kuppel solle am Euref-Standort in Düsseldorf wiederverwendet werden, sagte eine Sprecherin.

Die Euref AG entwickelt seit 2008 das Gelände rund um den Gasometer zu einem Energiewende-Standort. Die denkmalgeschützten Klinker- und Backsteinbauten des ehemaligen Gaswerks Schöneberg sollen dazu mit moderner Architektur verbunden werden. Einige Neubauten sind bereits fertig und bezogen, andere im Bau.

Eine Bürgerinitiative sieht die Ausbaupläne für die Stahlkonstruktion bis hoch zum vorletzten Ring kritisch. Sie hat deshalb die Online-Petition "Gasometer retten" gestartet.

Sendung: Abendschau, 12.01.2020, 19:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Ein Ring mehr oder weniger mag für Außenstehende banal wirken. Es wäre jedoch gut, sich das recht bildlich und anschaulich vorzustellen. Hier geht die Bitte auch an den RBB. Bei jeder Baukunst geht es im Zweifelsfall um sehr wenige Meter, ansonsten wäre es keine Baukunst, sondern eine bloße Umhüllung eines im Zweifelsfall rein technischen Apparates.

    EUREF scheint auf die einschlägige Komponente eines end-of-pipe hinauszulaufen - d. h. Hauptsache, es ist "grün", was hinten rauskommt, gleich der Entstehung und welche Folgen das sonst noch hat.

  2. 6.

    Ursprünglich sollten 2 Ringe freibleiben. Der Investor Reinhard Müller, SPD-Parteibuch, bestens vernetzt, will durchsetzen, noch höher bauen zu dürfen. Zusammen mit dem Staffelgeschoss wird der Gasometer so fast vollständig zugebaut mit einer nichtssagenden Architektur und das Ganze gegen den Willen des Landesdenkmalschutzes. Denn es handelt sich um ein einmaliges Industriedenkmal, das dem Profitwillen eines einzelnen Investors geopfert werden soll. Und dagegen wehren wir uns von der Bürgerinitiative Gasometer retten mit einer enormen Unterstützung der Nachbarschaft.

  3. 5.

    Ich denke mal, hier sollte Empfindung walten, was eine Bebauung im Inneren das Gasometer nicht ausschließt, aber eine schon eine gewisse Höhe. Beides sollte erkennbar sein: Die Struktur das Gasometers und das innen neu Gebaute jeweils für sich. Es gibt berlin- und republikweit hervorragende wie auch ausgesprochen hässliche Lösungen.

    Eine Bebauung bis hoch zum vorletzten Ring lässt den Gasometer optisch nahezu verschwinden. Letztlich ist ein Ring weniger ein unschätzbarer Gewinn. Die Bebauung auf dem EUREF-Campus insgesamt mag vom Standpunkt der Energienutzung hoch effizient sein, auf mich wirkt sie reichlich verkopft und wenig sinnlich; auch daraus will ich keinen Hehl machen.

  4. 4.

    Nun hat jemand Mal eine innovative Idee, schon stehen privat unausgelastete Gegner bereit.

    Und der rbb, der diese Initiative sogar in der Überschrift erwähnt, bleibt die Antwort schuldig, was die Gegner für Argumente anführen. Das ist leider nur Mittelklasse-Journalismus.

  5. 3.

    Also ich fahre jeden Tag dran vorbei und finde den Ausbau gut. Gerade an dieser Stelle besteht ja Bedarf. Und der folgende Hauptmieter wird die Büros schon zu nutzen wissen. Ist doch besser als Büros auf die grüne Wiese zu "pflanzen". Letztendlich bleibt uns der Gasometer erhalten und das ist auch gut so...

  6. 2.

    Noch mehr Bürogebäude in Zeiten von Home Office? Wer denkt sich sowas aus? Selbst wenn Corona eines Tages besiegt sein wird - der Zug in Sachen Digitalisierung lässt sich nicht mehr aufhalten. Bezahlbare Wohnungen sind in Berlin viel wichtiger. Die Unternehmen, die jetzt in Home Office-Lösungen investiert haben, brauchen in Zukunft nicht mehr so viel Bürofläche.

  7. 1.

    Was soll die Petition dagegen? Der Ausbau ist gut. Momentan steht da ein hässliches Talkshow-Zelt drin. Den Platz kann man gerne für Bebauung nutzen, das Gasometer soll ja nicht weg und öffentliche Räume mit Blick über Berlin sind ein schöner Gedanke.

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