Gemischtes Nutzungskonzept - In Kreuzberg wird Deutschlands höchstes Holz-Hochhaus gebaut

Fr 29.01.21 | 14:24 Uhr
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Ansicht vom Tempodrom auf WoHo (Quelle: UTB Projektmanagement GmbH/Copyright: Mad-arkitekter
Bild: UTB Projektmanagement GmbH/Copyright: Mad-arkitekter

98 Meter hoch, 29 Geschosse mit Wohnungen, Gewerbe, Kita, Bäcker oder Dachgarten: Das sieht der Gewinnerentwurf für das Holz-Hochhaus an der Schöneberger Straße vor. Was sonst auf breiter Fläche Platz findet, soll in Kreuzberg in den Himmel ragen.

In Kreuzberg soll der Kiez künftig in den Himmel ragen - das in Oslo ansässige Architekturbüro "Mad arkitekter" hat den Realisierungswettbewerb für das Wohnhochhaus "Woho" in Berlin-Kreuzberg gewonnen. Dies teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen am Freitag mit.

"Wir haben nun ein starkes Ergebnis vorliegen, das unsere Haltung an sozialer Durchmischung, Gemeinwohlorientierung und Nachhaltigkeit widerspiegelt“, sagte Bauherr Thomas Bestgen, geschäftsführender Gesellschafter UTB und Jurymitglied.

Insgesamt wurden 14 Arbeiten für Deutschlands höchsten Holzhybridbau eingereicht, von denen es sechs in die zweite Wettbewerbsphase schafften. Zur Jury gehören Vertreter des Landes Berlin und des Bezirks, Fachleute sowie die Bauherrenschaft UTB.

Pilotprojekt mit "Leuchtturmcharakter"

Der 98 Meter hohe Hochhaus auf dem Grundstück an der Schöneberger Straße soll mit 29 Geschossen Deutschlands höchstes aus Holz erbautes Gebäude werden. Lediglich Kerne und das Untergeschoss sollen aus Stahlbeton errichtet werden. Das Gebäude ist als vertikales urbanes Quartier geplant. Unter anderem sollen der Eingangsbereich, das Dachgeschoss und ein Treppenhaus allgemein zugänglich sein. Vorgesehen sind Wohnungen sowie etwa Gewerbeflächen für die Nahversorgung wie etwa Bäcker oder Cafés, eine Kita und ein Hort, außerdem Ateliers und große Familienwohnungen.

Vertikales Quartier-WoHo Eingangssituation (Quelle: UTB Projektmanagement GmbH/Copyright: Mad-arkitekter)
Der Eingangs- oder Sockelbereich des "WoHo"Bild: UTB Projektmanagement GmbH/Copyright: Mad-arkitekter

Von den 18.000 Quadratmetern Nutzfläche sind laut Senatsverwaltung 15 Prozent für die soziale Infrastruktur geplant, 25 Prozent für gewerbliche Einrichtungen und 60 Prozent für das Wohnen. Dieses gliedere sich zu je einem Drittel in mietpreisgebundene Wohnungen, bezahlbare genossenschaftliche Wohnungen und Eigentumswohnungen.

Mit seiner Nutzungsmischung aus Wohnen, Gewerbe und sozialer Infrastruktur habe es "Vorbildcharakter für weitere Hochhausprojekte", so Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Der Kreuzberger Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne) sprach von einem "Pilotprojekt "mit Leuchtturmcharakter" für den "Umbau der Stadt hin zu einem sozialen und ökologischen Paradigmenwechsel".

In die Höhe bauen als Alternative zur Wohnungsnot

Großräumig in die Höhe zu bauen wird städtebaulich als Alternative zur Berliner Wohnungsnot bei steigenden Grundstückspreisen diskutiert. Ähnliche Konzepte haben etwa das Postbank-Hochhaus am Halleschen Ufer oder die geplanten Bauten am Hafenplatz neben dem Mendelssohn-Bartholdy-Park oder der Urbanen Mitte am Gleisdreick.

Der Gewinnerentwurf für das Kreuzberger "Woho" ist die Grundlage für die Schaffung von Baurecht durch das vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren.

Im nächsten Schritt werden alle Entwürfe des Wettbewerbsverfahrens samt Jurybegründungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Laut Senatsverwaltung sollen Interessierte, Träger und die Nachbarschaft in das weitere Verfahren eingebunden werden, um die Nutzungen bedarfsgerecht zu konkretisieren.

Wann mit dem Baubeginn zu rechnen ist, gab die Senatsverwaltung noch nicht bekannt.

Sendung: Inforadio, 29.01.2021, 13:00 Uhr

28 Kommentare

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  1. 28.

    Hochhäuser aus Holz sind wesentlich sicherer was Feuerschutz angeht als Hochhäuser aus Stahl --> der Stahl fängt bei hoher Wärmeentwicklung schnell an zu schmilzen und verliert an Stabilität (s. als besonders drastisches Bsp. das World Trade Center), bei Holz hat man dieses Problem nicht und es wird so behandelt, dass es kein Feuer fängt.

  2. 27.

    Sie haben völlig recht. Ich kaufe keine Bananen mehr, dann kann niemand mehr auf einer solchen ausrutschen.

  3. 26.

    Vei Überschreiten der "Berliner Traufhöhe" ändern such die Brandschutzauflagen, weil dann eben nicht mehr die Feuerwehrdrehleiter als zweiter Rettungsweg herangezogen werden kann. Dazu gehört u a. auch eine Baustoffe Möglichkeit zur Enttäuschung des Treppenhauses im Stahlbetonkern und Brandschutztüren etc.

  4. 25.

    Mann kann nur hoffen das der Brandschutz richtig ist und nicht beim BER jahrelang verbessert werden muß.Des weiteren würde mich interessieren wieviel Wälder für das Holz abgeholzt werden müßen.(Schade um die Wälder für Tesla, völlig beklopt Eletrocarn)Ich würde dort nie eine Wohnung nehmem,denn es ist mir zu gefärlich.

  5. 24.

    Warum plant man so winzige Hochhäuschen? Warum plant man die Idee mehr Wohnraum zu schaffen nicht mal als Apartmentkomplex fuer mehrere Tausend Einwohner? Das es schnell umgesetzt werden kann und auch fuer den Normalverdiener bezahlbar ist, sehe ich hier in der Millionenstadt jeden Tag. Fuer Berlin bin ich erst mal schon sehr gluecklich, das die ehemalige Bausenatorin (bekannt mit "in Berlin kein Haus hoeher als 4 Etagen... meine Behoerde braucht mindestens 5 Jahre fuer Ihrem Bauantrag" raus ist. Nun muss man aber die Chance nutzen, Berlin lebenswerter zu machen. Ich wuensche Ihnen dazu viel Erfolg.

  6. 23.

    Warum baut man ein Hochhaus aus Holz? Weiß niemand, daß Hiolz feuergefährlicher als Beton, Stein und Stahl ist?

  7. 22.

    Ein Hochhaus aus Holz ist der absolute Alptraum eines jeden Brandschutzbeauftragten.

    Wenn da im Keller ein Feuer ausbricht, steht das gesamte Haus innerhalb von Minuten komplett in Flammen.

  8. 21.

    Was ist, wenn das Ding Feuer fängt? Da würde ich mich in einem Baus aus Stahl und Beton oder Ziegeln deutlich sicherer fühlen...

  9. 20.

    Gehen Sie auf " Hafencity, Holzhaus ". Dort ist bereits ein 65 m Holzgebäude im Bau. Infos dazu sind vorhanden.

  10. 19.

    Absoluter Quatsch Ihr Frage zu den Hubrettungsfahrzeugen ( DL,TMF).
    AB 22 m gelten andere Bauvorschriften zur Sicherstellung des 2. Rettungsweges. Sicherheitstreppenraum oder zwei von einander unabhängige Treppenräume.
    Oder sind Sie der Meinung , dass in Frankfurt am Main die Feuerwehr über 150 m Hubrettungsfahrzeugen verfügt? Schon die Physik setzt Grenzen, schon einmal etwas vom Hebelgesetz gehört?

  11. 18.

    Bekommt ja das ehemalige Postscheckamt höhenkonkurrenz !

  12. 17.

    Vieleicht denkt man auch daran, daß Holz gewartet werden muß. Sollte das nicht passieren sehen Sie bald häßlich aus. Man kann aber auch nur noch Blockhütten bauen und mit Pferdekutschen fahren. Berlin ist eine Großstadt!

  13. 16.

    Cool!
    Hoffentlich nicht wieder WBS.
    Sorry, aber für Leute ohne WBS, gibt es überhaupt keine Wohnungen mehr!
    Und wir haben auch keinen Bock, für eine Wohnung die Hälfte unseres Gehalts zu zahlen.

  14. 13.

    Zu Frage 1: Weniger. Zu Frage 2: Das sind dieselben wie für Marzahn und Alex. Sonst noch was?

  15. 12.

    ist das aus Holz oder OSB-Platte, mit der ensprechend schlechten Ökobilanz?

  16. 11.

    Hi Markus. Ich bin auch ein großer Freund dieser Bauweise. Ich hab’s schon aufgegeben, mich über die Bauweise von neuen Hochhäusern in Berlin hier zu mokieren. Siehe diesen potthässlichen Glaskasten hinterm Kranzler.

  17. 10.

    Die Schönefelder Straße ist die Schöneberger Straße geworden.
    Gut !
    Aber wo ist mein Kommentar geblieben ?

  18. 9.

    Und mit dem Geld könnte man in Stahlbeton wieviele Wohnungen bauen ? Wo stehen eigentlich die Drehleitern die da heran kommen ? In Ff/M ?

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