Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr stehen am 19.01.2021 in Kladow unweit eines Pflegeheimes. Dort war aus bislang ungeklärten Ursachen am frühen Abend in einem Zimmer ein Feuer ausgebrochen. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Audio: Inforadio | 20.01.2021 | Helena Daehler | Bild: dpa/Paul Zinken

Viele Verletzte in Berlin-Kladow - Identität des Opfers nach Brand in Pflegeheim noch unklar

Nach dem Brand in einem Berliner Pflegeheim am Dienstagabend ist die Identität des Todesopfers noch nicht zweifelsfrei geklärt. Ein Mann war bei dem Feuer in Kladow ums Leben gekommen, viele weitere sind teils schwer verletzt.

Nach dem Großbrand in einem Berliner Pflegeheim ist die Identität des Todesopfers noch nicht genau geklärt. Das teilte die Polizei am Mittwochmorgen mit. Es handele sich demnach aber um einen Mann.

Das Feuer war am Dienstagabend in dem Zimmer eines Bewohners im Obergerschoss des Heims am Lanzendorfer Weg in Berlin-Kladow ausgebrochen, es brannte laut Polizei komplett aus. Die Brandbekämpfer fanden in dem Zimmer eine Person, die sie nur noch tot bergen konnten.

Durch den Brand wurden 16 weitere Bewohner verletzt, drei davon schwer. Auch ein Pfleger wurde leicht verletzt. Viele der Verletzten erlitten Rauchgasvergiftungen. Weitere 15 Betroffene wurden von einem Notfallseelsorger betreut.

Einige Bewohner sind laut Feuerwehr mit dem Coronavirus infiziert. Damit hätten die Rettungskräfte aber umgehen können, sagte ein Sprecher. Die Verletzten wurden umgehend in Krankenhäuser gebracht. Die übrigen unverletzten Bewohner seien anderweitig untergebracht worden, hieß es.

Bewohner konnten Gebäude nur schwer verlassen

Das mit 31 Bewohnern belegte Gebäude wurde laut Polizei vollständig evakuiert und das zu diesem Zeitpunkt bereits in Vollbrand stehende Zimmer durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr gelöscht. Wegen des dichten Rauchs war es laut Feuerwehr für die Pflegebedürftigen schwierig, aus dem Gebäude zu kommen. Die Pflegekräfte hätten sich gut verhalten und sehr beherzt geholfen, hieß es. Rund 140 Kräfte der Feuerwehr waren im Einsatz.

Ermittler der Kriminalpolizei beschlagnahmten den Brandort und ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes ermittelt nun die Brandursache. Da die Identität des Verstorbenen nicht zweifelsfrei feststeht, ist in diesem Fall auch die für unbekannte Tote zuständige Vermisstenstelle des Landeskriminalamtes involviert.

Das Pflegeheim gehört zum landeseigenen Konzern Vivantes. Die Pflegeeinrichtung liegt in einem ehemaligen Kasernengelände im Bezirk Spandau am westlichen Stadtrand von Berlin. Das Heim verfügt laut seiner Internetseite über 148 Plätze, die meisten davon in Einzelzimmern.

Sendung: Inforadio, 20.01.2021, 10 Uhr

14 Kommentare

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  1. 14.

    Ich denke der Betreiber ist und war total überfordert mit der ganzen Situation, wenn man nicht einmal weis wieviele Personen sich im Haus befinden und wer im welchen Zimmer wohnt. Hier ist ganz klar der Senat gefordert um die Qualität der Pflege zu gewährleisten. Zur Not muss in solchen Heimen halt die Bundeswehr aushelfen.

  2. 13.

    Unglaublich traurig solch eine Katastrophe. Und unglaublich, dass in diesen Zeiten unklar ist, wer in welchem Zimmer lebte...(und starb).

  3. 12.

    Ich weiß nicht, wie lange ein DNA-Test dauert, der in diesem Fall wohl erforderlich ist. Leider sagt die DNA allein auch nicht aus, wie der leider Verstorbene hieß. Um die DNA eindeutig einer Person zuordnen zu können, braucht man von dieser Person eine Vergleichsprobe. Diese zu beschaffen dürfte in einem total ausgebrannten Zimmer schwierig sein, es muss ja auch erwiesen sein, dass die Vergleichsprobe eindeutig von einer bestimmten Person stammt. Wenn das nicht möglich ist, bleiben nur die sonstigen forensischen Möglichkeiten der Identifizierung: Zahnstatus, eventuell in der Bildgebung sichtbare Spuren zurückliegender Verletzungen oder Implantate wie künstliches Hüftgelenk etc. Die entsprechenden Nachweise zu beschaffen, dass die künstliche Hüfte mit der Nr. 12345 dem Herrn oder Frau XY implantiert wurde, kann aber auch etwas dauern.

  4. 11.

    Und ihr meint wirklich, die hätten nach dieser Katastrophe nix anderes zu tun, als euch respektive der Presse halbstündlich Updates zu geben??

  5. 10.

    Selbstverständlich geht es mich nichts an, wer genau im Heim durch den Brand verstorben ist. Darum geht es auch nicht. Es geht auch nicht um irgendwelches virtuelles Gaffertum.
    Ich finde es lediglich bedenklich, dass nach einem halben Tag die Identität noch nicht bekannt ist, obwohl es sich um Menschen gehandelt hat, die in Obhut eines Heimes gegeben wurde und die Heimleitung diesen gegenüber eine Garantenstellung haben.

  6. 9.

    Es geht nicht darum, dass diese Information in die Öffentlichkeit gelangen soll. Das soll sie natürlich nicht. Aber die Einrichtung und die Behörden sollten da Klarheit haben, und das wundert mich eben, dass das nicht der Fall zu sein scheint.

  7. 8.

    Da ist ein Mensch verbrannt, was schon schlimm genug ist, und hier wird nach Einzelheiten gegeifert.
    Leute, ey, .... Dann geht doch zur BILD!

  8. 7.

    @Alorac: Sie können davon ausgehen das die Heimleitung weiß wo welcher Bewohner ist und welcher Bewohner/in ums Leben kam.
    Aber diese Informationen haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen, außerdem würde die informationsweitergabe auch gegen geltenden Datenschutz verstoßen!
    Es ist auch nicht sinnbringend als Außenstender zu wissen, wer verletzt oder verstorben ist.

  9. 6.

    Es sind seit dem ersten (verlinkten) Artikel zu dem Brand bis zu diesem Artikel ca.12 Stunden vergangen.
    In dieser Zeit wäre es seitens der Heimleitung Pflicht gewesen, wo welche BewohnerInnen untergebracht wurden. Immerhin müssen ja auch Angehörige, gesetzliche BetreuerInnen usw. informiert werden.
    Da finde auch ich es sehr merkwürdig, dass noch immer ungeklärt ist, wer der leider Verstorbene ist.

    Link: Ein Mensch bei Brand in Berliner Pflegeheim gestorben
    19.01.21 | 22:37 Uhr

  10. 5.

    Na ja, bei einem Verbrannten reicht es halt nicht zu sagen "Der Tote liegt im Zimmer von Herrn Schulze, also muss es Herr Schulze sein". Da ist schon eine DNA-Probe nötig. Ein Totenschein ist ein sehr mächtiges Dokument, wie die Dame bestätigen kann, die sich seit vier Jahren abmüht, ihre Toterklärung aufheben zu lassen. Wobei ich natürlich nicht weiß, wie das Opfer im Heim konkret ausgesehen hat.

  11. 4.

    @sebastian.t da haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen! Einfach nur schlimm, dass es außerdem noch so viele Verletzte gibt. Eine schnelle Genesung den Betroffenen und ein Lob an die Feuerwehr, dass nicht noch mehr zu Schaden gekommen sind!

  12. 3.

    Freunde (April, Sebastian) die Senioren sind auf div. Unterbringungen verteilt worden, das ganze Heim ist verraucht! Die Bewohner stehen also NICHT zum Zähl-Appell vorm Haus, bei strömendem Schneeregen, gestern, und die Feuerwehr hatte bei der Unterbringung sicher auch anders zu tun als zu fragen, ob es sich um Günther oder Werner handelt...

  13. 2.

    Genau das ging mir auch gerade durch den Kopf. Die kennen doch ihre Bewohner und müssen eigentlich wissen, wer da fehlt...Seltsam.

  14. 1.

    Das verstehe ich nicht. Eine Seniorenwohneinrichtung weiß doch genau, wer bei ihr wohnt. Wenn man beispielsweise 50 Bewohner hat, und man hat jetzt noch 49, weil bei einem Feuer eine Person ums Leben gekommen ist, dann sollte doch eigentlich klar sein, um wen es sich handelt. Oder sind alle 50 Bewohner anwesend? Dann sollte doch allein schon durch die Corona-Maßnahmen klar dokumentiert sein, wer sich bei jemandem als Besuch aufgehalten hat. Mysteriös...

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