Symbolbild: Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft informiert mit Warnschildern auf Autobahnparkplätzen über die Schweinepest. (Quelle: imago images/R. Schmiegelt)
Video: Brandenburg Aktuell | 08.01.21 | Theresa Majerowitsch | Bild: imago images/R. Schmiegelt

Nahe Stadtgrenze zu Berlin-Spandau - Verdacht auf Schweinepest in Potsdam

Im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke gibt es einen Verdachtsfall auf Afrikanische Schweinepest. Der Kadaver wird zur genauen Klärung noch untersucht. Der Fundort liegt knapp vor der Grenze zum Bezirk Spandau und hat auch für Berliner Auswirkungen.

Bisher war die Schweinepest nur bei Tieren in zwei Brandenburger Landkreisen an der Grenze zu Polen festgestellt worden - nun könnte die Seuche bis ins Landesinnere vorgedrungen sein: Bei einem Kadaverfund im Potsdamer Ortsteil Groß Glienicke gibt es den Verdacht auf Afrikanische Schweinepest (ASP). Das teilte das Brandenburger Gesundheitsministerium am Freitag mit.

Gemeldet hat den Verdachtsfall demnach das Landeslabor Berlin-Brandenburg. Für eine endgültige Klärung wird der Kadaver zurzeit noch am Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) untersucht. Die Berliner Behörden zeigten sich allerdings noch am Freitag aufgeschreckt, denn der Fundort befindet sich nur etwa 400 Meter von der Grenze zum Bezirk Spandau entfernt, wie Verbraucherschutzsenator Dirk Behrendt (Grüne) twitterte.

Bezirke für Maßnahmen zuständig

"Wir wollen alles tun, um die weitere Ausbreitung und das Eintragen nach Berlin zu verhindern", sagte Behrendt dem rbb. Es gebe im Stadtgebiet Schätzungen zufolge rund 3.000 Wildschweine, die in Gefahr seien. Diese könnten die Afrikanische Schweinepest auch weiter verbreiten. Er appellierte an die Berliner, beispielsweise Lebensmittelreste nicht einfach wegzuwerfen, Wildschweine nicht zufüttern oder ihre Hunde nicht Wildtieren nachjagen zu lassen.

Wegen des ASP-Vorkommens in Brandenburg hat sich Berlin bereits gerüstet: Sperrzonen und Wildfangzäune sollen eine Ausbreitung verhindern. Eine Reihe von Bezirken hatten sich zur Anschaffung von Zaunmaterialien zusammengetan. In Berlin sind die Bezirke für die Bekämpfung zuständig

Wegen des ASP-Vorkommens in Brandenburg hat sich auch Berlin gerüstet: Sperrzonen und Wildfangzäune sollen eine Ausbreitung verhindern. Eine Reihe von Bezirken hatten sich zur Anschaffung von Zaunmaterialien zusammengetan. In Berlin sind die Bezirke für die Bekämpfung zuständig.
Wegen des ASP-Vorkommens in Brandenburg hat sich auch Berlin gerüstet: Sperrzonen und Wildfangzäune sollen eine Ausbreitung verhindern. Eine Reihe von Bezirken hatten sich zur Anschaffung von Zaunmaterialien zusammengetan. In Berlin sind die Bezirke für die Bekämpfung zuständig.

Bei Bestätigung wird eine Sperrzone eingerichtet

Bislang traten bestätigte ASP-Fälle vor allem im Süden Brandenburgs an der Grenze zu Polen auf. Denn in Osteuropa grassiert die Tierseuche bereits. Nachweise für den Westen des Landes fehlen bisher.

Das Brandenburger Verbraucherministerium ging am Freitag davon aus, dass die Tierseuche durch menschliches Zutun an die Berliner Stadtgrenze eingeschleppt wurde. Denn auch durch kontaminiertes Erdreich oder Fleischerzeugnisse kann sich das ASP-Virus verbreiten.

Nach Angaben eines Sprechers würden nach der Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Instituts weitere Schritte eingeleitet. So solle intensiv nach weiteren toten Tieren gesucht und eine Sperrzone von 15 Kilometer um den Fundort eingerichtet werden. Im Umkreis von drei Kilometern werde ein Elektrozaun aufgestellt. Davon betroffen wäre der Berliner Ortsteil Kladow.

Bereits mehr als 440 infizierte Schweine gefunden

Der erste ASP-Ausbruch bei Wildschweinen in Deutschland wurde am 10. September 2020 amtlich festgestellt. Jüngsten Erkenntnissen zufolge verendeten aber schon in der ersten Juli-Hälfte infizierte Tiere an der Seuche. Inzwischen gibt es mehr als 440 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Brandenburg - bisher nur in den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland.

Um die Einwanderung infizierter Wildschweine aus Polen zu erschweren, hat das Land einen 270 Kilometer langen Schutzzaun errichtet. Suchhunde werden ausgebildet, um Schweine-Kadaver aufzustöbern. Um die Zahl der Schweine zu verringern, wurden Prämien ausgelobt und spezielle Fallen erlaubt.

Hausschweine bislang nicht betroffen

Die Hausschweinbestände in Deutschland sind den Angaben zufolge nach wie vor frei von der Seuche. Wird das ASP-Virus allerdings bei einem Hausschwein nachgewiesen, muss der gesamte Bestand dieses Schweinehalters getötet werden.

Die Krankheit ist für Menschen ungefährlich, für Wild- und Hausschweine fast immer tödlich. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine vorbeugend zu impfen.

Sendung: Brandenburg aktuell, 08.01.2021, 19:30 Uhr

9 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 9.

    Schwein gehabt, es war keine Seuchensau.

  2. 8.

    Wie sähe diese Weitsicht denn aus? Alle Wildschweine ausrotten? Problem werden wir dahingehend eh bald bekommen. Denn über 400 Brandenburger Wölfe wollen fressen. Nach neuesten Erkenntnissen sind Wildschweine neben Rehen erstaunlicherweise die Hauptbeute. Trotz ihrer Wehrhaftigkeit.

  3. 7.

    Das habe ich aus meinem Arbeitsbereich auch so beobachtet. Wenn dieser Virus, wie auch der der Vogelgrippe, als Pandemie durch dummen Zufall der Natur irgendwie auf die Menschen übergeht, dann sind aber erstmal sowas von politische Schnellschüsse los... und meist zu spät und nach hinten. Konsequente Vorbeugung scheint kein politischer Wille zu sein. Sowas verlangt ja nach Weitsicht über eine Legislaturperiode hinaus. ;-)

  4. 6.

    ...was verstehen Sie unter vorbereitenden Maßnahmen?? Gedankenexperimente oder Tatsachen schaffen?!
    Ich bin direkt an der "Front", unterstütze Jagdkollegen in ihren Revieren links der Oder...und sehe was alles nicht gemacht wurde und wird.Fahren Sie Mal in den Bereich oder unterhalten Sie sich mit Weidleuten vor Ort. Dann wissen Sie was in den letzten 2 Jahren passiert ist. Leider haben die Behörden versagt und das obwohl alle Infos Vorlagen und wir so ziemlich alle Ansprechpartner im Politik und Ämtern regelmäßig vorwarnen ..
    Weidmanns Heil

  5. 5.

    Warum wundert mich das bloß nicht. Die Wiesen am Glienicker See werden fast reglmässig "umgerüsselt", am Ritterfelddamm fährt man bei Dunkelheit auch mal freiwillig 'ne Station weiter - oder teilt sich die Haltestelle mit einer Rotte, an der Havel kann man beobachten wie so'ne Familie mal eben zwischen Grunewald und kleiner Badewiese den kleinen Fährverkehr übt und sich dann Richtung Rieselfelder verdrückt, rund um den Hahneberg ist auch saumäßig was los und die Grünanlage "Bullengraben" könnte auch langsam in "Saupfad" umbenannt werden. Der Friedhof "An den Kisseln" wird im Frühjahr zur Snackstation, wenn wieder lekker frische Pflänzchen und Blumenzwiebelchen eingebuddelt werden, vorher gibt es dann noch Gruppenkuscheln am Spektesee u.s.w. Was "früher" hier nur die gemeine Westsau gemacht hat, ist nun eine gesamtdeutsche Schweinerei. So'ne Sau ist ja auch nur 'n Mensch - oder so. Aber plötzlich und unerwartet haben die Schweine Schnuppen. Kommt davon, wenn Sau ohne Maske rumläuft.

  6. 4.

    Alle Landkreise, auch die Stadt Berlin sind in vorbereitenden Maßnahmen. Das so ein Sprung in der Ausdehhnung von Grenznah zu westlich von Berlin stattfindet, ist wahrscheinlich auf den Menschen (Schuhe, Reifen etc) zurückzuführen. Also erst mal richtig informieren, bevor man auf Behörden schimpft. Aber das scheint ja, wenn man nicht selbst in Verantwortung steht, zum Volkssport zu verkommen.

  7. 3.

    ...schlechte Nachrichten aber eben seit 2 Jahren mit Ansage aus dem Osten!
    Da sitzen alle Jagdkollegen Rund um in die Uhr im Wald und Feld um die Wildschweinbestände zu reduzieren, zahlen noch Wildschadenersatz in den 1000enden ha Maisflächen in Brandenburg und opfern Urlaubstage und Freizeit und alles ohne grosse Unterstützung der Politik-der Zaun im Osten ist eine Lachnummer wer ihn schon Mal gesehen hat.
    Meine Frau und ich versuchen in unserer Pacht zu machen was wir können, unsere anderen Pächter auch..aber trotzdem gibt es in der Kette kmweite Löcher..
    Weidmanns Heil

  8. 2.

    Haben die Behörden gedacht die ASP bleibt da wo sie war. Das die Berliner wieder aus dem Muß Topf kommen wundert mich nicht ausgeschlafen wird bei den Ämtern in Berlin immer etwas später.

  9. 1.

    Das kommt dabei rauf, wenn Schwein die 15km überschreitet.

Das könnte Sie auch interessieren