Menschen vor der Rummelsburger Bucht in Berlin am 12.02.2021. (Quelle: rbb|24/Caroline Winkler)
Bild: rbb|24/Caroline Winkler

Steigende Temperaturen - Ab jetzt wird das Eis immer dünner

Auch Sonntag waren viele Menschen trotz Warnungen auf dem Eis. Doch bald heißt es: Ade, Schnee. Die Zeit des Dauerfrosts in Berlin und Brandenburg geht zu Ende. Schon am Montag soll es milder werden. Schlitten und Schlittschuhe können also bald zurück in den Keller.

Bei Sonnenschein und klirrender Kälte haben viele Berliner und Brandenburger das Wochenende draußen verbracht. Dabei zog es viele Schneebegeisterte zum Rodeln auf die geeigneten Hügel in der Region.

Auch auf dem schneebedeckten Tempelhofer Feld war viel Betrieb, sogar einige Langläufer waren dort zu sehen. Viele Menschen begaben sich aber, trotz deutlicher Warnungen der Polizei, dass die Eisflächen nicht sicher seien, wieder auf die zugefrorenen Seen und Flüsse in Berlin und Brandenburg.

Menschen tummeln sich auf dem zugefrorenen Landwehrkanal. (Quelle: rbb/Miriam Berger)
Viele Menschen vergnügten sich am Sonntagmittag auf dem Eis des Berliner LandwehrkanalsBild: rbb/Miriam Berger

Berlins Eisflächen waren hochfrequentiert

In Berlin tummelten sich so erneut Menschen auf den meisten zugefrorenen Seen, aber auch in der Rummelsburger Bucht, den Kanälen am Schloss Charlottenburg und anderen Flussabschnitten. Und auf dem zugefrorenen Teich im Dreipfuhlpark in Zehlendorf im Berliner Südwesten drehten auch am Sonntag etliche Schlittschuhläufer ihre Kreise. Auf dem kleinen See im Stadtpark Schöneberg trauten sich ebenfalls etliche Schlittschuhläufer aufs Eis.

Die Eisfläche des kleinen Sees am Lauenburger Platz in Steglitz sowie der Landwehrkanal in Kreuzberg wurden am Wochenende zum Eishockey-Feld. Der Landwehrkanal wurde in Höhe der Thielenbrücke jedoch am frühen Sonntagabend von der Berliner Polizei geräumt.

Auch in Potsdam spielten Kinder am Sonntag auf dem Kindermannsee Eishockey. Auf dem Tiefen See in Potsdam gingen Leute spazieren. Die Wasserschutzpolizei wies Spaziergänger nach eigenen Angaben auch hier auf Gefahren hin und empfahl ihnen, den See zu verlassen. Die Beamten hätten aber keine Platzverweise aussprechen müssen, hieß es.

Auch auf dem Ruppiner See in Neuruppin waren Spaziergänger am Wochenende unterwegs und um Cottbus herum waren Langläufer und Schlittschuhläufer auf kleinen Teichen zu sehen.

Polizei war erneut mit Hubschrauber im Einsatz

Mehrfach war die Polizei am Wochenende mit einem Hubschrauber im Einsatz wie am Sonntagnachmittag über dem Müggelsee, wo nach Angaben der Polizei erneut mehrere Hundert Menschen auf dem Eis unterwegs waren und auf Ansprechen vom Ufer aus nicht reagiert hatten.

Bereits am Samstag waren mehrere Menschen ins Eis eingebrochen und mussten gerettet werden. Unter anderem ein Vater mit seinem einjährigen Kind, der im Berliner Schlachtensee eingebrochen war. Am Sonntag wurde der Polizei gemeldet, dass vier Menschen am Freibad Müggelsee im Eis eingebrochen seien. Als die Polizisten dort eintrafen, war allerdings niemand mehr anzutreffen.

Es wird milder, dann kommen die Eisbrecher

Ab Montag allerdings wird das Eis sukzessive immer dünner werden. Denn während die Temperaturen bis zu der Nacht auf Dienstag unter null Grad bleiben werden, liegen die Werte ab Montagvormittag tagsüber weitgehend um den Gefrierpunkt. Ab Dienstag (5 Grad) wird es dann nach und nach wärmer, bis die Temperaturen dann am kommenden Wochenende bei fast frühlingshaften 11 Grad liegen sollen.

Polnische und deutsche Eisbrecher sollen in den kommenden Tagen nach dem Ende des Dauerfrostes dann auf der Oder ihren Einsatz gegen das Treibeis beginnen. Das kündigte das Hochwassermeldezentrum des Landesamts für Umwelt am Sonntag an. Bis zum Montag könne der Wasserstand durch Eisstauung lokal noch deutlich steigen, wenn sich mit dem weiter auftretenden Frost die Grenze flussaufwärts bewege, ab der treibende Eisschollen an der geschlossenen Decke anstießen. Das aufsteigende Treibeis auf der Oder lässt das Wasser stellenweise weiter steigen.

Zuletzt waren im Jahr 2018 Eisbrecher auf der Oder unterwegs. Große Oder-Hochwasser gab es vor allem 1997, aber auch 2010.

Sendung: Abendschau, 14.02.2021, 19:30 Uhr

38 Kommentare

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  1. 38.

    Nun hört doch mal auf zu jammern. Wo steht es im Verhältnis, Menschen mit einem Hubschrauber von einer Eisfläche zu jagen und, zu den in den Jahren Eingebrochen. Natürlich ist die Unvernunft Triebfeder sich in Gefahr zu bringen, neugierig zu sein, aber hier gleich den Erzieher und Bevormunder heraus zu kehren, ist anmaßend und - da gebe ich @Berthold Recht - eine Bevormundung. Auch gehe ich mit dem "Panik machen" dacore. Nicht jeder Mensch erduldet die jetzt schon ein Jahr währende Isolierung, das Zwingen, die Verbote. Sie gehen raus, eigenverantwortlich und selbst die Folgen ertragend. Da "retten" Bürger bis zum Knie Eingebrochen und in den Medien wird ein Bohei draus gemacht. Da ertrinkt ein Eisbadender, ja, tragisch, aber obliegt das unserer Verantwortung? Der Mensch ist verrückt, neugierig, überschätzen, dumm.
    Ändert man das mit Verboten, Warnungen, Bevormundungen. Gott sei Dank, gibt es auch hier einige, die dann für die Arterhaltung sorgen und sich servil an die Verbote halten.

  2. 37.

    trotzdem ist die Verhältnismäßigkeit hier nicht gegeben mit einen tieffliegenden Helikopter in Richtung der Menschen zu fliegen. Das gleich wurde auch auf dem viel kleineren Weißen See gemacht obwohl da Lautsprecheransagen vom Ufer möglich gewesen wären. Wenn Sie sich das Video richtig ansehen würden werden Sie feststellen das es das Ziel war durch den Wind die Menschen weg zu treiben. Und das geht nun mal gar nicht Jedenfalls nicht in diesem Land. und noch einmal wie in meinen anderen Kommentar geschrieben, ich beschönige nicht das betreten von Eisflächen.

  3. 36.

    "Sie haben keine Ahnung, wie es ist, wenn Menschen gejagt werden...."
    Sie etwa? Müssen ja eigenartige Hobbys haben....

  4. 35.

    Ganz offensichtlich wurde versucht die Menschen zu warnen ,was aber nicht beachtet wurde. Das finde ich unverschämt. Ganz offensichtlich scheint vielen Menschen die Eisdecke und nicht nur am Rand, dick genug,wenn nur recht vielen auf dem Eis sind. Das ist leider ein Trugschluss und wir können nur froh sein,dass die Personen die eingebrochen sind, z.B. auf dem Schlachtensee, keine nennenswerten Verletzungen erlitten haben. DANN wäre nämlich das Geschrei groß gewesen und die Polizei schuld. Das man mit solchen Aktionen auch immer die Retter in Gefahr bringt,zumal in Coronazeiten, wird oft vergessen. Zuletzt hat die DLRG im Sommer davor gewarnt,als es um die Rettungsschwimmer ging. Es gab etliche sog. Schwimmer und sonstige Badegäste die gerettet werden mussten, weil sie sich überschätzt hatten oder Eltern nicht auf ihre Kinder geachtet hatten. Also bitte noch immer etwas weiter denken als nur an sich selbst.

  5. 34.

    Oh, sehr schön, kannte ich garnicht :-)
    Da wird sich Herr Schneider aber sehr freuen ;-))

  6. 33.

    Ihre Wortwahl finde ich schlimm. Sie haben keine Ahnung, wie es ist, wenn Menschen gejagt werden....Und eine Treibjagd (übrigens mit d) kennen Sie offenbar auch nicht. Was Sie als unverschämt erachten, ist Ihre Sache. Sie tragen ja auch keine Verantwortung. Unverschämt finde ich, der Polizei vorzuwerfen, dass sie Menschen schützen will. Und ehrlich, über ein wenig Luftwirbel sich zu echauffieren... Meinen Sie eine Warnung vom Ufer aus hätte etwas bewirkt? Ganz ehrlich. Die meisten haben sogar den Hubschrauber ignoriert.

  7. 32.

    Es wurde die Eisdicke im Müggelsee durchaus gemessen, sie lag bei 4 bis 7 cm. Das ist sicherlich ziemlich grenzwertig. Zumal der See vor einer Woche (Sonntag) noch komplett offen war, weil es sehr windig war und es viele Wellen gab. Auf dem Müggelsee gibt es gefährliche und weniger gefährliche Bereiche (flach, tief, mit Strömung, Wassereintrag vom Wasserwerk etc.). Am Ufer im Bereich des Strandbades ist es sehr flach, wenn man dort bleibt, bekommt man schlimmstenfalls nasse Füsse und knallt mit Schienenbein oder Knie gegen die offene Eiskante. Aber es gibt die Leute ohne Ahnung, die dann bis zur Seemitte laufen oder am Wasserwerk bei den Dükern vorbei und dann weiter in die Spree.... Dass keiner eingebrochen ist, ist ein Glück, aber selbstverständlich war es sicher nicht. Und ich finde es richtig, dass die Polizei warnt, manchmal merkt man auch bei sich selbst, dass man im Laufe der Zeit weniger vorsichtig wird, obwohl man es besser weiß. Und dann kommt noch der Herdentrieb dazu

  8. 31.

    Ehrlich jetzt, Sie finden die Warnung der Polizei, dass das Eis nicht dick genug ist und sie sich in Richtung Ufer begeben sollen, unverschämt. Dann schaffen Sie sich bitte keine Kinder an, denn schlechte Vorbilder haben wir genug gesehen.

  9. 29.

    "Ab jetzt wird das Eis immer dünner:
    Na ob das den Herdentrieb der Eisläufer- Spaziergänger bremst, würde ich bezweifeln. Das meist gehörte Argument der letzten Tage war:" Das Eis ist dick genug,da sind ja schon soviele Leute drauf."
    Super Logik aber so handeln ja täglich viele Mitmenschen ohne weiter darüber nachzudenken. Wenn eine bestimmte Anzahl von Personen irgendwas macht wird es einfach kopiert.
    Kälte ade` Frühling ole` :-)

  10. 28.

    Mal sehen wann die nächste Treibjagt abgeht mit Hubschrauber. So etwas darf doch wohl nicht wahr sein. Ich war fassungslos als ich die Videos gesehen habe. Soweit sind wir schon gesunken Menschen mit Hubschrauben zu jagen. Ich will das betreten des Müggelsees nicht beschönigen aber trotzdem war die Wahl der Mitte unverschämt.

  11. 26.

    "Ab jetzt wird das Eis immer dünner" - Heli gegen das C-Virus in Seemitte? Die Anstrengungen zahlen sich aus, wenn es echte Anstrengungen sind, statt nur gönnerhafte Anweisungen (neudeutsch auch nachgeschärftes Konzept).

  12. 25.

    Ich frage mich, wie die Menschen solange überlebte, ohne die ganzen Warnungen, Belehrungen, Besserwisserei, Verboten, Regeln, geschürten Ängsten.
    Jetzt jagen Hubschrauber Menschen von Eisflächen - was kommt als nächstes? Kein Wunder, dass Menach .... ach egal ... das zu äußern, würde die Ahnunghabenden, die Allwissenden, die Denunzianten auf den Plan rufen.

  13. 24.

    Bin gespannt wann es soweit ist, dass der Hubschrauber über mir kreist und mich nach Hause schickt, wenn ich im Winter ohne Pudelmütze vor die Tür gehe.

  14. 22.

    "Eine Nacht mit -10 Grad bringt ungefähr einen Zentimeter Eisdicke. Gefahrlos auf eine Eisfläche gehen kann man ab einer Dicke von zehn bis 15 Zentimetern. Man muss also zehn bis 15 Tage warten. Oder vereinfacht gesagt: 14 Tage Dauerfrost, dann kann ich aufs Eis, vorher nicht", (Wetter-Moderator Sven Plöger)
    In Berlin lagen die Tiefsttemperaturen gerade einmal ab Dienstag zwischen -8 bis -13 Grad. Das sind nur 6 Tage. Wie ich unten schon schrieb, war der Weiher hinter meinem Haus am letzten Sonntag in der Mitte nicht zugefroren. Das könnte ich sogar mit einem Foto beweisen.
    Ansonsten müssen sie sich um mich nicht sorgen. Ich bin in keinster Weise ein sauertöpfischer Dauernörgler. sondern habe viel Spaß in meinem Leben. Und auf dem Eis war ich auch mehr als genug. Es gab schon häufiger mehr als zwei Wochen Frost. Lieber esse ich allerdings Eis.

  15. 21.

    Genau, Herr wirf ... Bildung herunter. Das ist ein Zitat von Luther, das wiederum Hildegard Knef für einen Song aufgegriffen hat:

    Wenn's dem Esel zu gut geht,
    dann trabt er aufs Eis,
    um zu tanzen, wie jeder weiß
    und er wiehert und trampelt
    und dreht sich im Kreis,
    sucht Applaus um jeden Preis;
    und er dreht Pirouetten,
    weiß sich kaum zu retten,
    glaubt richtig wichtig zu sein:
    wenn's dem Esel zu gut geht,
    dann trabt er aufs Eis;
    ja und dann, dann bricht er ein.

  16. 20.

    Is klar, nach mehreren Wochen dauerfrost erst aufs Eis. Also noch nie auf dem Eis gewesen. Hunderttausende waren heute auf Berlins Seen und Kanälen und hatten richtig Spaß. Gut, dass Sie nicht dabei waren. Sauertöpfische Dauernörgler gibts eh oft genug. Viel Spaß beim Suchen der verschwendeten Steuergelder und Sozialbeiträge. Kleiner Tipp: beim Eislaufen geht davon am wenigsten den Bach runter. Einfach mal BER googeln.

  17. 19.

    Seit wann gehen Esel die Hufe haben auf's Eis? Mann oh Mann. Gott lass...regnen.

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