Spurensicherung an der Kurfürstenstraße/Bleibtreustraße nach einem Überfall auf einen Geldtransporter am 19.02.2021 in Berlin-Charlottenburg. (Quelle: Morris Pudwell)
Video: rbb|24 | 19.02.2021 | Material: Abendschau | Bild: Morris Pudwell

Sicherheitsmitarbeiter entwaffnet - Täter nach Geldtransporter-Überfall am Kudamm auf der Flucht

Überfall auf einen Geldtransporter: Vier als Müllmänner verkleidete Räuber erbeuten auf dem Berliner Kurfürstendamm mehrere Geldkassetten. Ihr mutmaßliches Fluchtfahrzeug wird später ausgebrannt in Schöneberg entdeckt.

Auf dem Berliner Kurfürstendamm ist am Freitagvormittag ein Geldtransporter überfallen worden. Als Wachleute den Wagen gegen 10 Uhr vor einer Bankfiliale an der Ecke Bleibtreustraße im Ortsteil Charlottenburg entluden, wurden sie von mindestens vier Tätern überfallen und entwaffnet, wie die Polizei mitteilte. Die Täter setzten dabei Reizgas ein. Laut Zeugenaussagen waren sie auch mit Pistolen bewaffnet, Schüsse sollen aber nicht gefallen sein.

Ein ausgebranntes Fahrzeug, das am 19.02.2021 in Berlin-Tempelhof entdeckt wurde. Es wird vermutet, dass es sich dabei um das Fluchtfahrzeug eines Geldtransporter-Überfalls handelt. (Quelle: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Die Täter nahmen mehrere Geldkassetten an sich, die Höhe ihrer Beute ist nicht bekannt. Mit ihrem Fluchtfahrzeug türmten sie in Richtung Halensee, wo sich ihre Spur verlor. Etwa 30 Minuten später wurde ein brennendes Auto in der Schöneberger Bessemerstraße gemeldet. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Wagen um das Tatfahrzeug handelt, die kriminaltechnischen Untersuchungen dauern an.

Zwei 37 und 60 Jahre alte Sicherheitsdienstmitarbeiter erlitten bei dem Überfall Verletzungen, die ambulant im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Polizei fordert Zeugen auf, Videos nicht ins Netz zu stellen

In einem Video von dem Überfall, das auf Twitter geteilt wurde, sind vier Männer in orangefarbenen Westen und Uniformen, der Statdtreinigung ähnlich, zu sehen, die Geldkassetten aus dem geöffneten Geldtransporter in einen großen weißen Sack packen. Auch eine Waffe ist zu sehen.

Die Polizei forderte Zeugen auf, Fotos und Filme an das Landeskriminalamt zu schicken und nicht ins Netz zu stellen. Ein Hinweisportal wurde freigeschaltet, damit Bilder und Videos für die Ermittlungen des Landeskriminalamts zur Verfügung gestellt werden können [be.hinweisportal.de].

Zeugin mit Pistolen bedroht

Eine Zeugin berichtete der Deutschen Presse-Agentur, dass sie aus dem Auto heraus den Überfall beobachtet habe. Es seien vier Täter gewesen. Ein Mann habe zwei Pistolen auf sie und ihre Mitfahrer gerichtet. Zwei Komplizen hätten "Säcke mit Geld transportiert" und in einen Wagen gepackt. Ein Mann habe am Steuer des silbernen Fluchtwagens gesessen. Dessen Kofferraum habe sich nicht ganz schließen lassen. Ein weiterer Mann habe auf dem Boden gelegen, möglicherweise ein Wachmann. "Es war ein großer Schock, ich hatte totale Angst", sagte die junge Frau.

23 Kommentare

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  1. 23.

    Stellt euch mal vor!
    Die Fahrer der gepanzerten Fahrzeuge haben keine Sonderrechte und bekommen daher auch Strafzettel fürs Falschparken vor Banken und Geschäften!
    Dann kann man auch nicht von den Fahrern erwarten das die näher an der Bank halten, geschweige denn das die Bank solange geschlossen wird!
    In anderen Ländern ist das allerdings üblich.

  2. 21.

    Neee. Habe schon Pritschenwagen der BSR mit 5 Mann(Frau/Div) Besatzung gesehen - nicht nur 2.... Zwei eher selten. (Auch bei den Großen). Zwei-Mann-Besatzung sehe ich eher bei den anderen Unternehmen.... Zu den Farbbomben: In Geldautomaten kenne ich auch. Allerdings gibt es ja auch spezielle Geldtransportkoffer, die schon beim vorzeitigen loslassen Alarm geben und das Geld einfärben. Ich frage mich in wie weit diese auch Anwendung finden.

  3. 20.

    Einfach weiterdenken. Vormittag mitten drin in der Pandemie. Kaum jemand unterwegs. Zudem werden solch Halunken immer dreister. Gute Besserung wünsche ich den Wachschutzmännern.

  4. 19.

    Für mich stellt sich einzig die Frage, warum auf dem Ku’damm am Vormittag scheinbar nicht mal ein Streifenwagen der Berliner Polizei unterwegs war um den Fluchtwagen evtl. zu stoppen. Oder wussten das die Täter vielleicht?
    Wie auch immer, die Polizei war sicher mit Verkehrskontrollen o. ä. beschäftigt...

  5. 18.

    Wo war der Eispaziergänger verscheuchende Hubschrauber vom Wochenende? In der Wartung?

  6. 17.

    Wieso müssen so viele Menschen das Video im Netz teilen? Wie kann man nur so auf Aufmerksamkeit aus sein.. Ich will mir nicht vorstellen wie sich die Opfer fühlen müssen diese Videos immer und immer wieder zu sehen... Kurz nach so einer Tat ist es noch viel traumatisierender für die Opfer!

  7. 15.

    Der Nsu hat auch Banken überfallen um sich zu finanzieren. Vielleicht waren es also einige von den abgetauchten Neonazis die unsere Sicherheitsbehörden so intensiv suchen?

  8. 14.

    Habe gelesen, dass die Geldautomaten bei "Fremdbedienung mit krimin. Hintergrund" Farbe ausspritzen, die das Geld ungültig machen. Unsere Müllautos sind mit max. 2 Leuten besetzt. Aber; es könnten sich die Geldbringer bei der Bank anmelden und die Bank bekommt Schutz von der Bundespolizei. ( Kalaschnikow-Bewaffnung )

  9. 13.

    Berlin ist eben ein Paradies für Kriminelle. Hier kann man so einfach irgendwas ausräumen, ausrauben und gut ist. Wen wundert es.

  10. 12.

    Wie wäre es mal mit Profis und nicht nur Amateure.
    Erstaunlich allerdings die Häufung in Verbindung mit der Volksbank...

  11. 10.

    Die Tatsachen sprechen dafür.
    Wenn Wiederholungsstraftäter immer und immer wieder nur Bewährungsstrafen erhalten wirkt das nicht abschreckend.
    Wenn Straftäter einen Pflichtverteidiger erhalten und sich Opfer einen Rechtsanwalt suchen müssen, können Zweifel an der Gerechtigkeit in unserem Justizsystem aufkeimen.
    Früher gab es noch Ringfahndungen. Heute anscheinend nicht mehr.
    Vom Ladendieb über den Einbrecher bis zum Räuber wird es Kriminellen zu leicht gemacht.

  12. 9.

    "4 "Müllmänner" ohne Müllauto sind doch verdächtig." Nicht unbedingt. Sehe ich oft. Ein Auto lädt ein paar Leute ab und fährt erstmal weiter. Außerdem könnten die auch vorher außerhalb des Sichtfeldes gewesen sein. Aber ich stimme Ihnen zu, dass langsam mal mehr Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden müssen. Da kommt dann bestimmt wieder der Kosten-Nutzen-Faktor ins Spiel. Keine Ahnung wieviel Geldtransporter in Berlin so unterwegs sind - bestimmt eine Menge. Lohnt sich die Aufrüstung bei den paar Überfällen? - Werden sich die Unternehmen und Versicherungen fragen. - Ungeachtet dem Wohl der Angestellten. Aber eine Frage beschäftigt mich und ich bitte um Aufklärung, falls einer bescheid weiß: Ich dachte immer, dass die Geldpakete mit Farbbomben gesichert sind oder betrifft das nur einen geringen Teil?

  13. 8.

    Da muss die Sicherheit beim Geldliefern doch stark verbessert werden.

  14. 6.

    Bei dem Bild des ausgebrannten Autos kann es sich doch wohl nur um ein Symbolbild handeln, oder ?
    Es gibt zumindest keine Reifenspuren im Schneematsch, die ja schon deutlich sichtbar sein müssten.
    Fiel mir zumidenst so als Sofa Sherlock auf ....

  15. 5.

    Und dann als "Tarnung" als BSR Mitarbeiter verkleidet. Unglaublich. Zum "Glück" ohne Schusswechsel. Wird ja leider nicht das letzte Mal gewesen sein. Alles Gute den Verletzten.

  16. 4.

    Habe erst jetzt das Video gesehen. Warum werden Automaten nicht von hinten in einem gesicherten Raum befüllt. Man kann die Bank auch schließen: Wegen Warenannahme geschlossen ! Man kann auch eine Entladeklappe im Autoboden haben und über eine stabile versenkbare Klappe vor der Bank die Geldkisten in den Automatenbereich bringen-irgend etwas muss geschehen; aber bald. Das Öffnen der Geldkisten muss sehr schwer sein für Ganoven und dann Ortung per Funk ermöglichen.

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