Berlin-Treptow - Mutmaßlicher Raser nach Unfall mit drei Toten verhaftet

Di 16.02.21 | 16:23 Uhr
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Autounfall in Berlin. Das Fahrzeug verunglückte mit einer solchen Wucht, dass es in zwei Teile zerrissen wurde und in Flammen aufging. (Quelle: dpa/Sebastian Gabsch)
Bild: dpa/Sebastian Gabsch

Er soll im Stadtgebiet auf 150 Stundenkilometer beschleunigt haben und für den Tod von drei Beifahrern verantwortlich sein: Zwei Wochen nach dem schweren Unfall in Berlin-Treptow hat die Staatsanwaltschaft nun doch einen Haftbefehl gegen einen 21-Jährigen erwirkt.

Zwei Wochen nach einem schweren Autounfall in Berlin-Treptow mit drei Toten ist ein Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Fahrer des Wagens vollstreckt worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag auf Twitter mit. Am Tag nach dem Unfall hatte ein Bereitschaftsgericht den Haftbefehlsantrag noch "wegen Zweifeln am dringenden Tatverdacht und wegen fehlender Haftgründe" abgelehnt. Dagegen hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.

Ein Beifahrer starb sofort, zwei weitere im Krankenhaus

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft dem 21-Jährigen vor, im Stadtverkehr auf über 150 Stundenkilometer beschleunigt und den Unfall verursacht zu haben. Der Haftbefehl lautet auf verbotenes Autorennen und fahrlässige Tötung in drei Fällen.

Der Audi-Sportwagen war in der Nacht auf den 3. Februar in der Nähe des Treptower Parks ins Schleudern geraten, hatte dann zwei Bäume gerammt und war schließlich gegen einen Baucontainer geprallt. Dabei wurde das Auto in zwei Teile zerrissen. Einer der drei Beifahrer starb noch am Unfallort, die beiden anderen später im Krankenhaus. Der 21-Jährige wurde nur leicht verletzt.

Autorennen auch alleine möglich

Der Vorwurf des illegalen Autorennens muss nicht zwingend bedeuten, dass ein zweites Auto beteiligt war: Die Polizei spricht in diesen Fällen von "Alleinrennen", etwa gegen die Stoppuhr. Nach einem tödlichen Unfall auf der Berliner Tauentzienstraße im Februar 2016 wurden illegale Autorennen von einer Ordnungswidrigkeit zur Straftat hochgestuft.

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9 Kommentare

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  1. 9.

    In einer anderen Zeitung kann man ein Foto vom Unfallverursacher sehen und man muss schon sagen Respekt wer da überhaupt noch in den Spiegel schauen kann. Ich würde mich an seiner Stelle schämen wenn 3 Freunde durch meine Hand gestorben sind. Hoffentlich bewegt er nie wieder ein Fuß in Freiheit.
    Alle sprechen "Gott sei Dank kein Unschuldiger getroffen" habt ihr mal an die Zeugen und Einsatzkräfte gedacht? So ein Anblick wird man sicherlich nie vergessen und wird einen für immer prägen.

  2. 8.

    Sehr gute Idee. Manche sollten lieber nur mit den Fahrzeugen der BVG unterwegs sein.

  3. 7.

    Das mit dem Stufenführerschein finde ich auch heute noch richtig. Ich selbst habe einige Tausend Kilometer auf dem Motorrad mit knapp 13 PS absolviert. Hat mir geholfen, später besser mit der Leistung umzugehen.
    Bei PKWs lässt es sich leider kaum lösen, eine Stufenregelung.
    Aber diese Aussage 50 PS reichen... zu Zeiten des VW Käfer könnte es passen, aber heute... nein danke.

    Mit freundlichen Grüßen

  4. 6.

    An PS starken Autos verdient der Staat mehr. Altmaier und Scholz nehmen jeden Cent. Deswegen passiert nichts.

  5. 5.

    1986 wurde in der Bundesrepublik Deutschland für das Fahren von Motorrädern der Stufenführerschein eingeführt. Dieser Verbot unterhalb einer bestimmten Frist, das Führen leistungsstarker Motorräder. Die positiven Erfahrungen sollte man auch bei jugendlichen Autofahrern anwenden und Zuwiderhandlungen mit aller Konsequenz bestrafen.

    Kein Mensch braucht zur Fortbewegung mehr als 50 PS, eher sogar weniger.

  6. 4.

    .. nach solchem Ereignis sind drei Wochen Freiheit deutlich schlimmer als drei Wochen Knast, man trifft auf Vorwürfe ..

  7. 3.

    Offensichtlich reicht das bisherige Strafmaß nicht aus um eine abschreckende Wirkung bei diesen völlig verantwortungslosen und Ich-bezogenen Menschen zu entfalten.

    Die hier geschilderte Tat des rücksichtslosen Fahrers der drei Menschenleben auf dem Gewissen hat sollte mindestens mit lebenslänglicher Haft unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld mit anschließender Sicherungsverwahrung geahndet werden.

    Vielleicht zeigt das etwas mehr Abschreckung bei Gleichgesinnten.

  8. 2.

    Wie lange braucht es noch bis wir Gesetzte wie in der Schweiz haben? Erst dann wird sich vielleicht etwas ändern. Die jungen Raser müssen richtig harte Strafen bekommen für diese Art von Vergehen / Verbrechen. Ein Auto mit diesem Tempo in der Stadt ist wie der Gebrauch einer Schusswaffe. Die Autos müssen eingezogen und für wohltätige Zwecke versteigert werden. Wann reagiert die Politik endlich?

  9. 1.

    Dieses war schon lange Überfällig von der Staatsanwaltschaft den Verursacher aus den Verkehr zu ziehen.

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