Hausrat und Umzugskartons stehen bei einem Umzug in Hamburg vor der Haustür zum Einladen bereit. (Quelle: dpa/Markus Scholz)
Bild: dpa/Markus Scholz

Einwohnerstatistik 2020 - Weniger Zuzug in Berlin, dafür mehr Marzahn-Hellersdorfer

Berlin ist und bleibt eine Millionenmetropole. Allerdings sind im vergangenen Jahr kaum Menschen in die Hauptstadt gezogen. Die, die kamen suchten sich als neuen Wohnort meistens den Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Berlin ist derweil um einen Stadtteil gewachsen.

Insgesamt 3.769.962 Einwohner*innen waren zum Ende des Jahres 2020 mit ihrem Hauptwohnsitz in Berlin gemeldet. Im Vergleich zu 2019 zogen damit 467 Personen zusätzlich in die Hauptstadt, wie aus Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom Mittwoch hervorgeht.

Die Einwohnerzahl Berlins war im ersten Halbjahr 2020 erstmals seit 2003 zurückgegangen. Diese Entwicklung wurde im zweiten Halbjahr 2020 wieder ausgeglichen, was zu dem insgesamt vergleichsweise geringen Bevölkerungswachstum führt.

In diesem Bezirk wohnen jetzt mehr Menschen

Am stärksten in Bezug auf die Einwohnerzahl legte der Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit 1,4 Prozent Steigerung zu. Das entspricht rund 4.000 Bewohner*innen zusätzlich. Mitte (-2.388 Einwohnerinnen und Einwohner), Charlottenburg-Wilmersdorf (-2.200) und Neukölln (-1.972) hatten dagegen die höchsten Verluste. Das entspricht in allen drei Bezirken einem prozentualen Rückgang um jeweils 0,6 Prozent.

Wo mehr Menschen aus dem Ausland wohnen

Während die Zahl der deutschen Einwohner*innen 2020 um insgesamt 11.264 zurückging, nahm die Zahl der ausländischen Einwohner*innen um 11.731 zu. Der Rückgang war vor allem im Westteil (–0,5 Prozent) der Stadt prägnant. Dafür stieg die Zahl der Menschen aus dem Ausland überwiegend im Ostteil (+5,4 Prozent).

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Daten der einzelnen Bezirke wider: Während Marzahn-Hellersdorf (+12,7 Prozent) den höchsten Anstieg an Ausländerinnen und Ausländern aufwies, ging die Zahl der Deutschen in Neukölln (–0,9 Prozent) am stärksten zurück.

Die Ausländergruppe mit dem größten Zuwachs von 2.316 Personen waren erneut die Inder. Den stärksten Rückgang verzeichneten Einwohnerinnen und Einwohner aus den Vereinigten Staaten mit einem Minus von 1.701 Personen.

Jung und alt wohnen hier

In der Altersverteilung innerhalb der Berliner Bezirke zeigt sich eine leichte Schere: Während die Bewohnerinnen und Bewohner in Friedrichshain-Kreuzberg ein Durchschnittsalter von 38,2 Jahren aufweisen und damit den jüngsten der Berliner Bezirke stellen, sind die Menschen in Steglitz-Zehlendorf im Schnitt 46,3 Jahren und bilden damit den ältesten Bezirk. Das Durchschnittsalter in Berlin betrug 42,8 Jahre.

Berlin hat jetzt 97 Stadtteile

Zuwachs gab es auch bei den Stadtteilen Berlins: Steglitz-Zehlendorf wurde 2020 um einen achten Ortsteil namens "Schlachtensee" ergänzt. Berlin hat nun 97 Ortsteile. Am 31. Dezember 2020 lag die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner von Schlachtensee bei 10.807 Personen.

Hinweis zur Methodik: Die dargestellte Einwohnerzahl ergibt sich aus dem Bestand des Einwohnermelderegisters zum Stichtag 31. Dezember eines Jahres. Die amtliche Bevölkerungszahl wird hingegen auf Basis des letzten Zensus mit den Bilanzen aus den natürlichen und räumlichen Bewegungen fortgeschrieben.

Sendung: Abendschau, 10.02.2021, 19:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Waren Sie überhaupt schon mal in Marzahn-Hellersdorf oder tun Sie nur schlau. Fahren Sie im Frühjahr mal in die Gärten der Welt. Der Bus hält fast vor der Tür. Dann nehmen Sie die Seilbahn und haben einen wunderbaren Blick über den Bezirk.
    Und wenn es Ihnen gefällt, können Sie auch in meinen Nachbarbezirk kommen, grenzt übrigens auch an Brandenburg ;-)

  2. 6.

    Eiskalle schrieb:
    "Punkt Zwei daß die Bevölkerung in diesem Stadtbezirk wächst ist ja gut und schön"

    Finden hier nicht alle gut, dass die Bevölkerung wächst, ich habe da gestern zb mehrere, ganz andere Stimmen gehört. Da war nicht nur zuwenig Platz auf dem Rodelberg im Kienbergpark, das war da richtig voll. Die Hundedichte hat auch extrem zugenommen und die Tiere sind vergleichsweise nervös, dh. da kann man schon mal von so einem Riesenhund angesprungen werden (mir gerade erst passiert),

  3. 5.

    Lieber RBB 24 IHR SOLLTET EUCH beim nächsten mal erkundigen wo Marzahn Hellersdorf liegt nämlich im Nordosten von Berlin an der Landesgrenze zum Bundesland Brandenburg.
    Punkt Zwei daß die Bevölkerung in diesem Stadtbezirk wächst ist ja gut und schön aber wurde auch die Infatruktur mal betrachtet dieses wäre auch notwendig. Bei mehr Bevölkerung heißt es auch die Infrastruktur schnellst möglich zu verbessern(Einkaufsmöglichkeiten Kulturangebot Sportstätten Schulen Kitas u.s.w).

  4. 4.

    Im Vergleich zu dem neugegründeten Grand Paris ( 814 km2 und 7 Millionen Einwohner) hat Berlin noch viel Platz und ist noch relativ billig. Die Gentrifizierung findet ja hauptsächlich im dichtbesiedelten Berreich innerhalb des S-Bahn Rings statt, also auf rund 90km2. In Paris intra muros (105km2 und 2,2 Millionen Einwohner) kann sich schon lange kein Normalverdiener eine Wohnung leisten.

  5. 3.

    Wo bitte glauben denn die Schreiber des Artikels wo Marzahn Hellersdorf liegt? Is ooch Berlin! Die Überschrift suggeriert jedoch etwas anderes.... peinlich für rbb24 .

  6. 2.

    Gentrifizierung halt.
    Wäre eigentlich mal ein Aufgabengebiet für unsere Regierung, aber die Zusammenhänge sind ja noch nicht so brachial auffällig dass man jetzt schon was tun müsste....

  7. 1.

    Danke für diese Überschrift
    - Ich hatte schon immer den Verdacht, das Marzahn-Hellersdorf zu Strausberg gehört.

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