Ein junger Mäusebussard sitzt auf einem Ast und beobachtet aufmerksam die Umgebung. Quelle: dpa/Ingolf König-Jablonski
Bild: dpa/Ingolf König-Jablonski

Habichte und Mäusebussarde vergiftet - Immer wieder tote Greifvögel in Berlin-Gesundbrunnen gefunden

Auf dem Friedhof St. Elisabeth II in Berlin-Gesundbrunnen sind seit 2016 insgesamt elf mutmaßlich illegal getötete Greifvögel gefunden worden. Es handelt sich dabei um fünf Mäusebussarde und sechs Habichte, wie die Senatsverwaltung für Umwelt auf eine Anfrage der Grüne-Abgeordneten June Tomiak mitteilte. Bei zwei Habichten und drei Mäusebussarden brachten toxikologische Untersuchungen Nachweise von Vergiftungen.

Toxikologische Untersuchung nicht immer möglich

In weiteren Fällen sei Gift als Todesursache zudem nicht auszuschließen. Nicht bei allen Vögeln wurden Untersuchungen durch das zuständige Veterinäramt in Berlin-Mitte veranlasst, etwa wegen fortgeschrittener Verwesung.

Derzeit ist noch unklar, welches der Hintergrund dieser Vorfälle sein könnte. Im Jahr 2017 sind Behörden einem Mann auf die Spur gekommen, der zwei Habichte in einer Kleingartenanlage in Berlin-Britz mit einem Luftgewehr erschossen haben soll. Gegen ihn wurde Strafbefehl erlassen.

Für die elf toten Greifvögel in Wedding gibt es bisher aber keine Erklärung. Im Jahr 2016 fanden Mitarbeiter des Labors Spuren des Pflanzenschutzgiftes Methomyl in den Kadavern zweier Mäusebussarde und eines Habichts. Im März 2017 gab das Landeslabor nach der Untersuchung eines toten Habicht-Weibchens eine "Tötung durch Carnivoren" an, also Tötung durch Fleischfresser. Nach Auffassung der Umweltverwaltung ist allerdings unklar, ob in diesem Fall überhaupt nach Gift gesucht wurde. "Normalerweise wird ein erwachsener Habicht nicht durch Säugetiere erbeutet", so die Verwaltung in ihrer schriftlichen Antwort.

Greifvogelreviere in Parks, Wäldern und auf Friedhöfen

Im Jahr 2017 wurde ein vergifteter Mäusebussard auf dem Friedhof entdeckt, nach Angaben der Verwaltung hat das Tier möglicherweise einen Köder gefressen, der mit dem Insektizid Chlorpyrifos vergiftet war. Ein Jahr danach sei ein Habicht vor seinem Tod auf dem Gelände bei "unkoordinierten Bewegungen" beobachtet worden, auch dies deute auf eine Vergiftung hin. Im Jahr 2020 wurden drei tote Greifvögel nicht mehr untersucht, da der Vergiftungsverdacht laut Umweltverwaltung in diesen Fällen "zu vage" gewesen sei.

Derzeit geht die Verwaltung davon aus, dass es in Berliner Wäldern, Parkanlagen und auf Friedhöfen bis zu 100 Habichtreviere und bis zu 60 Reviere von Mäusebussarden gibt.

8 Kommentare

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  1. 8.

    Oder vielleicht doch eher“ Trude die Teufelstaube“( DÖF). ;-) Vielleicht erwischt Trude dann auch eine von diese bekloppten Tauben und Spatzenliebhaber, die schnell per Fahrrad angeradelt kommen und Körner, Sonnenblumenkerne einfach so auf verschneite Gehwege streuen. Das meiste davon gefriert und ist somit für die Vögel ungenießbar. Die Ratten freuen sich natürlich darüber.

  2. 7.

    Manche Leute vergiften Tauben, weil sie sie verabscheuen, Ratten det Luefte nennen etc. Nur das eben diesen wie auch die schlimmen Kleinnager zu der Nahrung der Greifvoegel zaehlen. So wird dann wieder ein Teil unserer Tierwelt gekillt, weil es Menschen gibt
    die einfach nicht denken, sondern sich nur gestört
    fühlen.

  3. 6.

    Ging das nicht anders? „.... Tauben vergiften im Park....“ lala. Da hat einer bei Falko nicht richtig zugehört.

  4. 5.

    Und wer solche Vögel füttert, füttert gleichzeitig auch Ratten.

  5. 4.

    Ich habe heute auch einen toten Greifvogel beim joggen gefunden. Ich habe das auch unter der Nummer der Tierschutzbeauftragten Berlins gemeldet, dort hat man sich aber nichts sehr dafür interessiert und mich an das Bezirksamt Spandau verwiesen, wo eine Bandansage auf die Öffnungszeiten verwies.
    Kein Wunder das die Vögel dann oft schon zu verwest sind für eine Untersuchung...

  6. 3.

    Diese Vögel jagen zumeist "Ratten der Lüfte", also Tauben.
    Und es gibt leider viele Taubenliebhaber in Berlin!

  7. 2.

    Und das ist noch freundlich ausgedrückt. Ich habe bei mir draußen viele Raubvögel und freue mich immer, wenn ich einen sehe.

  8. 1.

    Meine Güte, wer macht denn sowas?! Menschen können echt dumm sein!

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