Eine Absperrung ist um eine umgestürzte Linde am Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain aufgestellt. Die große Linde auf der Spielwiese, die seit langem unter Fäule und Pilzen litt, brach am Montagnachmittag in etwa fünf Meter Höhe ab. Die 100 Jahre alte Linde sei ein Naturdenkmal gewesen. (Quelle: dpa/A. Rabenstein)
Bild: dpa/A. Rabenstein

Niemand verletzt - Linde auf dem Boxhagener Platz in Friedrichshain umgestürzt

Eine 100 Jahre alte Linde auf dem Boxhagener Platz in Berlin-Friedrichshain ist am Montagnachmittag umgestürzt. Wie der Bezirk am Dienstag mitteilte, wurde dabei niemand verletzt. Die Polizei habe den Bereich umgehend abgesperrt.

Bezirk: Baum wurde regelmäßig begutachtet

Der Baum auf der Wiese des Boxhagener Platzes brach in etwa fünf Meter Höhe ab, der lange Stamm und die ausladende Krone fielen auf die Spielwiese. Dort saßen zuvor Dutzende Menschen in der Sonne. Kurz vor dem Sturz am Montagnachmittag habe es ein lautes Geräusch gegeben, so dass jemand die Menschen gewarnt und die Polizei alarmiert habe, sagte eine Sprecherin des Bezirks am Dienstag. Daher wurde wohl niemand getroffen.

Der Baum litt seit langem sichtbar unter Fäule und Pilzen. Weil er ein Naturdenkmal war, wollte der Bezirk ihn nicht fällen. Im Sommer 2020 sei er von einem Gutachter untersucht worden. Zum Erhalt des "landschaftsprägenden Baums" sei die Krone gekürzt worden. Auch danach sei der Baum regelmäßig begutachtet worden. Warum er trotzdem an einem windstillen Tag umstürzte, konnte die Sprecherin nicht erklären.

Sendung: rbb24, 22.02.2021, 21:45 Uhr

21 Kommentare

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  1. 21.

    Liebe Kommentierenden,
    Hier geht es ja ähnlich zu wie auf einer Anti- Corona Demo: Viel Mutmaßungen, viel Interpretation, viel Nicht vorhandener Sachverstand und viel Geschwurbel.
    Zur Aufklärung:
    Das Straßen und Grünflächenamt Kreuzberg/ Fr.hain ist in Bezug auf Bäume im öffentlichen Raum in der Verkehrssicherungspflicht. Hierzu werden Baumkontroll- Abschnitte des Bezirks zur Baumkotrolle an Externe Dienstleister mit Zertifizierung ausgeschrieben. Wenn der Baumkontrolleur bei der visuellen Kontrolle (VTA) Schäden wahrnimmt, die eingehend untersucht werden müssen (bei der Linde: Fäulnis erregende Pilzfruchtkörper) wird ein Gutachter mit Sachverstand hinzugezogen. So auch hier. Der Gutachter hat aufgrund der noch vorhandenen Restwandstärke lediglich eine Kroneneinkürzung empfohlen und keine Fällung. An dieser Stelle leider ein fataler Fehler. Der Baum hätte gefällt werden müssen. Dem Himmel sei Dank ist niemand zu Schaden bekommen.Dem BA kann hier kein Vorwurf gemacht werden.

  2. 20.

    Ich denke mal, dass es da eine Art abwägendes Gespräch zwischen dem Gutachter und dem Bezirk gegeben hat, welche Möglichkeiten angesichts des Schadensbefalls infrage kommen. Die eine Variante wäre die Fällung gewesen, die andere die Auslichtung und Kürzung der Krone. Die Fällung wäre die sicherere Variante gewesen, die Auslichtung und Kürzung der Baumkrone war die gemeinverträglichere, unter anderem auch angesichts des aufgehängten Transparentes, was auf dem Bild zu sehen ist.

  3. 19.

    Ja ja, das Leben ist endlich... Oft, auch im eigenem Garten, weiß man das, will es nicht wahrhaben und verpasst den Zeitpunkt, dass man sich auch mal trennen muss. Oft geht es ja auch nicht schief...wird nur teurer/aufwendiger und richtig böse Schäden sind selten. Warum der Gutachter, z.B. mittels Klangprobe, die Gefahr nicht erkannt hat? Der Beitrag sagt nichts über die Auftragsvergabe zur Begutachtung aus: Baumbesichtigung; Baumbeschau; Baumgutachten sind halt unterschiedliche Kosten, die anfallen...

  4. 17.

    Man wird nicht jeden Baum beim ersten Anzeichen eines evtl. Problems fällen können (sonst müsste man aufgrund der Trockenheitsschäden schon die überwiegende Zahl an Bäumen jetzt schon fällen). Und man wird auch keine 100% Sicherheit erlangen können- das ist hier auch nicht anders als im Straßenverkehr, bei Covid, bei Erkrankungen/Vorsorgeuntersuchungen. Unfällen etc..
    Solche Dinge passieren- hoffentlich untersucht man den Fall und lernt daraus (falls es was zu lernen gibt). Einen Schuldigen muss es dabei nicht zwangsläufig geben.
    Zum Glück ist nichts weiter passiert.

  5. 16.

    Der Baum hatte eine Wunde da ein bedeutender Seitenarm abgesägt wurde. Kälte zieht zusammen, Wärme dehnt sich aus, so erkläre ich mir den Abbruch

  6. 15.

    Schade um den Baum.

  7. 14.

    Gibt ja genug gesunde Bäume, die sinnlosen Baumaßnahmen weichen müssen. Warum also ein krankes Denkmal abholzen....* Ironie Ende * Ich hoffe, dass das disziplinarische Konsequenzen für die Begutachter hat. Das ist an Zynismus ja kaum zu überbieten. Was für ein Glück, dass niemand verletzt wurde....

  8. 13.

    Leider konnten wir das damals nicht so gut sehen. Als wir den Baum seinerzeit in der Mitte auseinanderbrachen, um einen Blick ins Innere des Baumes zu werfen, wars schon recht spät, da konnte man das nicht so gut erkennen. Wie sich nun herausstellt, haben wir auch vergessen, den Baum wieder zusammenzuleimen. Sorry!

  9. 12.

    Typisch Friedrichshain-Kreuzberg. Kranker Baum, aber Naturdenkmal und schon die falsche Entscheidung. Nur Glück gehabt, dass niemand verletzt oder gar gerötet wurde. Die Gutachter ... Dazu fällt mir nix mehr ein; wären Mutmaßungen;-)

  10. 11.

    1. was wäre gewesen wenn der Gutachter gerade in Friedrichshain zu einem anderen Ergebnis gekommen wäre?
    (An den Baum gekettete Naturschützer?)
    2.Viele alte Bäume sind innen hohl.Für die Standfestigkeit entscheidend ist die sogenannte Restwandstärke .Sollten keine weiteren Schäden,wie Risse,Spechtlöcher etc. zu sehen gewesen sein,konnte der Gutachter,bei der auf dem Foto erkennbaren Restwandstärke,mit gutem Gewissen von einer Erhaltungswürdigkeit des Baumes ausgehen.
    3.An die selbst ernannten Baumschützer:Der beschriebene Aufwand zeigt, dass die für das Stadtgrün zuständigen Mitarbeiter durchaus verantwortungsvoll agieren,auch wenn es von außen,ohne die nötige Sachkenntnis,mitunter anders erscheint.
    4.Sollte dann doch mal etwas passieren,ist das halt Natur und das damit verbundene Lebensrisiko .

  11. 10.

    So was passiert halt, wenn man aus - gut gemeintem - "Schutz von Pflanzen und Umwelt" die Gefährdung von Menschen in Kauf nimmt...

    Aber wehe, der Bezirk hätte vor vier Wochen bekannt gegeben, dass der Baum aus Sicherheitsgründen gefällt werden müsse, weil er krank sei...
    Dann hätten sich bestimmt etliche "Experten" gemeldet, die "Heilungs"ideen vorgestellt hätten und es wäre zu Demonstrationen mit Park-, Baum- oder Straßenbesetzungen gekommen, um den Baum zu retten...
    Wäre der Bezirk seiner Sicherungspflicht nachgekommen und hätte auf der Fällung des Baumes bestanden, hätte man ihm wahrscheinlich Unwillen und Bösartigkeit unterstellt - auch im Öko-Meinungsspektrum verbreiten sich gerne Verschwörungstheorien -

    Aber hier haben alle noch mal Glück gehabt - Baum tot - kein Mensch verletzt -
    Hätte aber ganz anders ausgehen können ...

  12. 9.

    Warum nicht jeden Baum untersuchen, der an solch exponierten Stellen steht. Könnte es unter Umständen und unter Außerachtlassung des Klimawandels auch sein, das hier möglicherweise Menschenleben in Gefahr waren?
    "... der lange Stamm und die ausladende Krone fielen auf die Spielwiese. Dort saßen zuvor Dutzende Menschen in der Sonne. Kurz vor dem Sturz am Montagnachmittag habe es ein lautes Geräusch gegeben, so dass jemand die Menschen gewarnt ..."
    Zumindest nett vom Baum, das er vorher Bescheid gesagt hat - trotz Trockenheit. Übrigens, wenn der Ultraschall mal woanders im Einsatz ist, gibt es eine ganz analoge Lösung - nennt sich Kernbohrung. Spätestens hier hätte auffallen müssen, daß die Linde hohl wie 'ne Bassgeige war.

  13. 8.

    „Warum er trotzdem an einem windstillen Tag umstürzte, konnte die Sprecherin nicht erklären.“
    Hmm, nun... vielleicht wegen der „seit langem sichtbaren Fäule und Pilze“???

  14. 7.

    Also ich bin kein Baumprofi, aber der Stamm auf dem Foto sieht echt ziemlich zerfressen / schwarz aus von innen. Das ein Gutachter diesen Baum einfach durchwirkt, ist schon eine Leistung und man kann nur von Glück reden dass es so ausgegangen ist.

  15. 6.

    Und wir mussten im Januar auf dem Wochenendgrundstück meiner Eltern eine kerngesunde 30jährige Douglasie fällen, weil die Nachbarn keine Ruhe gegeben haben und den Baum weghaben wollten.

  16. 5.

    Na sie sind ja ein ganz toller Ermittler. Gleich den Schuldigen ermittelt. Hut ab.

  17. 4.

    Das ist der Klimawandel, die Trockenheit. Niemand kann vorhersehen wann so ein Baum einfach umstürzt. Dazu fehlen die Erfahrungen und wohl auch die Mittel. Wollen wir jeden Baum mit Ultraschall untersuchen? Wohl kaum.

  18. 3.

    Bild anschauen, dann sieht man gleich, warum er umgestürzt ist...schade...

  19. 2.

    "Warum er trotzdem an einem windstillen Tag umstürzte, konnte die Sprecherin nicht erklären." Steht doch eigentlich schon im Text: Wenn er unter Fäulnis und Pilzen litt, ist das ein ganz normaler Vorgang. Passiert auch schon mal im Wald... ;))

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