Vermummte Polizisten tragen nach der Durchsuchung eines Objektes einen Karton mit Beweismitteln (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
Audio: rbb | 24.02.2021 | Christoph Reinhardt | Bild: dpa-Symbolbild/Monika Skolimowska

Verdacht auf Geldwäsche - Polizei durchsucht Wohnung und Büro eines Berliner Staatsanwalts

Unter anderem wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt die Berliner Staatsanwaltschaft in den eigenen Reihen: Am Mittwoch wurden Wohnung und Büro eines Staatanwalts durchsucht. Ihm wurde vorläufig der weitere Dienst verboten.

Ermittler des Landeskriminalamts (LKA) Berlin haben am Mittwoch im Auftrag der Staatsanwaltschaft über mehrere Stunden die Wohnräume und das Dienstzimmer eines Berliner Staatsanwalts durchsucht.

Laut der Anklagebehörde wird der Mann unter anderem verdächtigt, interne Informationen an Dritte weitergegeben zu haben. Er soll demnach unbefugt Daten aus dem staatsanwaltschaftlichen Informationssystem abgefragt haben. Darüber hinaus besteht gegen ihn der Verdacht der Geldwäsche und verschiedener Steuerstraftaten, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte.

Dem Staatsanwalt wurde bis auf Weiteres der Dienst verboten.

Mutmaßliche Straftaten überwiegend im Privaten

Die mutmaßlichen Straftaten sollen laut Staatsanwaltschaft überwiegend nicht im Zusammenhang mit der dienstlichen Tätigkeit des Staatsanwalts stehen, sondern sich auf seinen privaten Lebensbereich beziehen.

Unklar ist bislang, ob es sich um einen Staatsanwalt mit langjähriger Erfahrung handelt. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" soll der in der Abteilung für allgemeine Delikte gewesen sein. Dort werden demnach Verfahren bearbeitet, für die keine Spezialabteilung zuständig ist.

Nicht beantwortet wurde am Mittwoch, ob es Verbindungen ins Clanmilieu gegeben haben könnte. Der "Spiegel" berichtete, dass der Mann Kontakte ins Rotlichtmilieu gehabt haben soll.

Sendung: Abendschau, 24.02.2021, 19:30 Uhr

20 Kommentare

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  1. 20.

    Ich denke mal, unabdingbar wäre ein souveräner Umgang mit dem Spezifischen, was jeder Mensch für sich persönlich braucht. Unabhängig davon, was andere als Maßstab dabei setzen. - Weder ist es so, dass ich Maßstab für andere wäre, noch ist es so, dass andere Maßstab für mich wären. Vielmehr bin ich Maßstab für mich selbst, allenfalls angesichts des Vorhandenseins anderer Vorstellungen und Ideen.

    An persönlicher Souveränität fehlt es. Unfehlbar ist niemand, das steht auf einem anderen Blatt; die bewusste Herbeiführung eines Schwindels allein aus Gründen, um dabeizusein, um nicht Loser* zu sein, das ist das eigentliche Problem.

    *Loser ist im Englischen der Verlierer, Looser ist der Lockere. Im Deutschen sind wir, glaube ich, geneigt, durch Verdoppelung eines Vokals eine Steigerung zu markieren. Das ist hier aber keineswegs so.

  2. 19.

    Mein Gott, es gibt in jeder Branche schwarze Schafe, die es mit Recht und Gesetz nicht all zu genau nehmen wollen. Auch Beamte sind da in Summe nicht anders, weder gesetzestreuer noch krimineller als der Durchschnitt aller Bürger. Es ist der Maurer, der Baumaterialien abzweigt, genau so wie die Verkäuferin, die in die Tageskasse greift, der Notar, der Omas um ihr Häuschen bringt, der Polizist, der prügelt, der Arbeitslose der schwarz arbeitet. Deswegen gleich auf alle anderen zu schließen, grenzt an Hetze. Die absolute Mehrheit weiß Recht und Gesetz zu achten. Und ja, am Ende sind es Einzelfälle, die dies nicht tun.

  3. 17.

    Externer Inhalt \ Inhalt laden \ Link klicken ... würde gehen. Dahinter ist die Pressemtteilung der Staatsanwaltschaft versteckt. Verdammte Falle - wieder nix mit "Vermutungen" verbreiten.
    https://www.berlin.de/generalstaatsanwaltschaft/presse/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung.1056601.php

  4. 16.

    Ich würde mich da mal nicht so weit aus dem Fenster lehnen, denn in Berlin wird doch regelmäßig ein Verdacht gestrickt, doch mehr als selten bestand der mehr aus Phantasie als Beweisen.

    Das betrifft nicht nur Staatsdiener.......

  5. 15.

    Hat die de-facto-Abberufung dieses Herrn jetzt etwa zur Folge, dass sich die Geschwindigkeit der Berliner Justiz weiter verlangsamt? Ich hoffe doch sehr, dass da ein Ersatzmann eingesetzt wird. Ansonsten droht die nächste Verjährungswelle....

  6. 14.

    Mich würde interessieren, was es mit der Weitergabe interner Daten an Dritte auf sich hat. Wie oft wird doch in der Presse zitiert: "Wie (z.B. der Tagesspiegel, der RBB ....) aus Justizkreisen erfuhr...." Ich kann mir daher sehr gut vorstellen, dass es sich auch wieder um ein Durchsickern-Lassen von Informationen an Medienvertreter gehandelt haben könnte.

  7. 13.

    Ganz toll.... Herzlichen Glückwunsch an die Kollegen die Ihn haben hoch gehen lassen.! Frag mich nur ob es der einzige ist!? LG

  8. 12.

    Immer "höher, schneller, weiter", also stets das Maximum erreichen zu wollen, geht auf Dauer oft nur mit Schmackes in die Beinkleider.
    Es fragt sich jedoch wer am Ende der "Looser" ist. Der, der mit seinen Karten prahlt - ala - mein Haus, mein Boot, mein Burnout, meine "achwasweissichnoch" oder der, der sich nach getaner Arbeit entspannt den Hut ins Gesicht zieht, die Hufe hochlegt, auf einem Grashalm rumkaut und das Leben genießt.

  9. 10.

    So lange das Streben nach Maximum herrscht, werden Menschen immer zu kurz kommen. Irgendeiner ist immer dabei, der noch mehr verdient.

    Nur wer sich außerhalb davon "verortet" und diesem Maximum nicht genügen will, kann sich davon freimachen. Es gilt, das einschlägig behauptete "Loser-Dasein", weil das Maximum verfehlt wurde, souverän auszuhalten.

  10. 9.

    Dankeschön für die Veröffentlichung meines Beitrags.

  11. 8.

    Menschen sind nicht unfehlbar. Das stimmt. Aber Geldwäsche und Steuerstraftaten sind keine Zufallsdelikte. Der Mann hat Strafrecht studiert und weiß deshalb genau, was er tun darf. So wie ein Arzt der Gesundheit, ist ein Anwalt Recht und Gesetz verpflichtet. Bisher wird ja erstmal dem Verdacht nachgegangen, aber ich befürchte, wenn sich dieser bestätigt, wird eine Krähe der anderen kein Auge aushacken. Heißt, der wird glimpflich davonkommen.

  12. 7.

    Warum kriegen Menschen, die gut verdienen, den Hals nicht voll?

  13. 6.

    Gut wäre, von einem Denken zu lassen, dass Polizei und Verbrechen, dass Zoll und Schmuggel, dass Feuerwehr und Brandstiftung weitestmöglich voneinander entfernt seien. Das sind sie so pauschal gesehen keineswegs. Was beide genannten Seiten eint, das ist die Affinität, das ist die Bezogenheit aufeinander, bis hin zur gelegentlichen Faszination des jeweiligen "Gegenstandes."

    Wie gesagt, soll das keine pauschale Aussage sein, vielmehr eher eine, die eine leichte Tendenz beschreibt, um sich im Verhältnis dazu entsprechend zu wappnen - um nicht immer wieder mit geriebenen Augen dazustehen.

  14. 5.

    Coole Ansicht. Immer, wenn der Mensch den größten Käse baut, dann kommt immer die Leier, dass er doch auch nur ein Mensch ist. Die perfekte Ausrede für alles, auch nur ein Mensch zu sein.

  15. 4.

    Das kommt darauf an. So ganz stimmt Ihre Behauptung nicht. Solange nichts bewiesen ist, gilt- wie für alle Verdächtigen- die Unschuldsvermutung. Erst nach Verurteilung mit entsprechend hoher Strafe verliert ein solcher Beamter nicht nur seinen Job, sondern auch die übrigen Zuwendungen. Sie wären sicher auch nicht begeistert, würde man Ihnen Rechte nur aufgrund eines Verdachts nehmen können.

  16. 3.

    Das sind auch nur Menschen die auch nicht unfehlbar sind. Wenns an dem ist muß er auch die entsprechende Strafe bekommen.

  17. 2.

    na im Gegensatz zu sgb2 Opfern bekommt er volle Bezüge und seine Krankenversicherung weiter bezahlt

  18. 1.

    Abwarten was es für Ermittlungsergebnisse geben wird. Und interessant wird auch sein mit welchen Personen dieser Mann zusammen gearbeitet hat.

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