Polizei räumt Eisflächen mit Hubschrauber - Der eiskalte Hauch der Vernunft

Die Polizei bittet am 13.02.2021 mittels Lautsprecherdurchsagen aus dem Hubschrauber die Menschen, die Eisfläche auf dem Müggelsee zu verlassen. (Quelle: imago images/Christian Kielmann).
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Video: rbb|24 | 15.02.2021 | Bild: imago images/Christian Kielmann

Schönes Wetter, Eiseskälte, still liegen die Seen, doch dann kommen die Berliner in Scharen. Aus Angst vor gefährlichen Einbrüchen hat die Polizei am Wochenende Eisflächen geräumt - mit einem Hubschrauber. War das richtig? Und darf sie das auf diese Art? Von Oliver Noffke

Die Geräusche von Pirol Berlin kennt man in der Hauptstadt. Meist nimmt man ihn als etwas Schwirrendes irgendwo im Hintergrund wahr; dann rückt er gerade zu einem Einsatz aus und es muss schnell gehen. Manchmal hat sein Klang etwas Rollendes an sich; er steht dann irgendwo länger in der Luft, weil jemand oder etwas gesucht wird. Am Wochenende haben einige Berliner ein neues Geräusch vernommen: das dumpfe Schaufeln. Es entsteht, wenn sich der Polizeihubschrauber in geringer Höhe auf einen zu bewegt.

Die Art, mit der die Berliner Polizei Menschen davor gewarnt hat, zugefrorene Gewässer zu betreten, hat ein breites Echo ausgelöst. Insbesondere in sozialen Medien. Ebenso in den Kommentaren unter unseren Berichten zu diesen Einsätzen. Die Rolle der Polizei bewegt sich dabei in einem Spektrum von "verzweifelter Held, besorgt um die Sicherheit Sorgloser" und "übereifriger Rambo, der Kinder mit schwerem Gerät vom Eis bläst".

Aufs Eis geht man immer auf eigene Gefahr

Fangen wir mit der Situation an. Seit Tagen ist es bitterkalt, die Gewässer in der Stadt sind mit Eis überzogen. Viele, die sich irgendwo drauf gestellt haben, werden erst einmal gedacht haben: "Hält's mich? Hält. Toll!" So einfach ist es natürlich nicht. Ab wann eine Eisfläche sicher trägt, bestimmt eine Reihe von Faktoren: Handelt es sich um ein stehendes Gewässer oder ein fließendes? Wie groß ist die Fläche? Ist das Eis neu oder war es schon einmal angetaut? Lag Schnee auf der Oberfläche, der dann mit vereist ist? Es ist komplex. Pauschale Angaben, ab welchem Durchmesser Eisdecken sicher sind, sollten immer mit größter Vorsicht betrachtet werden.

Die Wasserschutzpolizei äußert sich grundsätzlich nicht zur Dicke von Eisschichten. Stattdessen warnt sie eindringlich vor dem Betreten [berlin.de/polizei]. In der Stadt gibt es auch keine andere Behörde, die ständig Eisflächen untersucht, um zu wissen, wann sie tragfähig sind, und sie dann freigibt. Das wäre ein Verwaltungskraftakt. Schließlich verfügt Berlin über eine Unzahl an Gewässern, die alle möglichen Eigenschaften haben und laut Senatsverwaltung insgesamt einer Fläche von 58,9 Quadratkilometer entsprechen (8.249 Fußballfelder oder 0,02 Mal das Saarland). Wie sollte das zuverlässig kontrolliert werden? Wer sich auf ein zugefrorenes Gewässer begibt, tut dies immer auf eigene Gefahr. Das ist auch in Brandenburg so.

An Orten, die auch im Jahr 2021 noch einen drei bis fünf Monate langen Winter haben, können sicher irgendwann Lkw eine Abkürzung über den See nehmen [ndr.de]. Aber in einer Stadt, die nur noch alle fünf bis zehn Jahre einen Winter erleben wird, in dem es mehr als zehn Tage am Stück so kalt ist wie derzeit, kann ein einziger Schritt der falsche sein. Vier Menschen sind in den vergangenen fünf Tagen auf dem Schlachtensee eingebrochen, darunter ein Kleinkind. Zudem ist am Mittwoch ein Mensch gestorben, der mit anderen im Teich einer Parkanlage eisbaden wollte.

Unübersichtliche Lage

Eisiges Wasser ist lebensgefährlich. Wer im Eis einbricht, muss da schnell wieder raus. Wie wichtig eine schnelle Rettung ist, kann nicht oft genug wiederholt werden. Bis die Feuerwehr da ist, kann es zu spät sein. Dort, wo das Eis gebrochen ist, wird auch mehr abrechen, wenn man sich am Rand abstützen und rausziehen will. Gefahr besteht auch für Retter. Sie sollten sich vorsichtig heranrobben und die Leitern oder Stangen mitnehmen, die an vielen Seen, Teichen und Flüssen zu finden sind.

Angesichts der kürzlichen Unfälle an Eisflächen und der vielen unübersichtlichen Gewässer ist die Sorge der Polizei vor weiteren Einbrüchen nachvollziehbar. Die Freude vieler Menschen darüber, dass es nach mehr als drei Monaten ganz oder teilweise oder light im Lockdown auch endlich draußen etwas zu erleben gab, wird die Sorge der Beamten noch verstärkt haben. Es gab eine Gefahr und die musste abgewehrt werden. Das hat die Polizei getan.

Bleibt die Frage nach der Art und Weise: War das Wegwehen der Menschen per Hubschrauber wirklich die beste Option?

Wie tief waren diese Tiefflüge?

Aus Sicht der Polizei ist es zumindest eine sehr gute gewesen. "Bei Gefahr für Leib oder Leben wird die Polizei Berlin in Kooperation mit der Bundespolizei weiterhin solche Einsätze fliegen", heißt es auf Anfrage von rbb|24. Zumal es sich nicht um Tiefflüge gehandelt habe, so die Polizei. "Der Hubschrauber befand sich bei allen Einsatzflügen in einem Schwebeflug von mindestens ca. 400 Fuß Höhe (umgerechnet 121,92 Meter). Dies ist eine gängige und einsatztaktisch einzuhaltende Flughöhe." Und weiter: "Ungeübte Eindrücke von Beobachtenden am Boden zur Einschätzung der Flughöhe täuschen."

Bildmaterial vom Lietzensee zeigt allerdings, dass sich Pirol Berlin auf der Dachhöhe umliegender Gebäude befand, wenn nicht sogar darunter. Keiner dieser Gründerzeitbauten überschreitet die Berliner Traufhöhe, sprich 22 Meter. Bilder und Videos vom Müggelsee, vom Schlachtensee oder vom Weißen See zeigen auch, dass der Polizeihubschrauber deutlich niedriger als 120 Meter geflogen sein muss.

Es gibt aber kein Gesetz, das der Hubschrauberstaffel der Polizei verbieten würde, niedriger zu fliegen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) bestätigt auf Anfrage, dass sie der Polizei keine Vorgaben macht, außer es betrifft anderen Flugverkehr. Selbstverständlich darf die Polizei im Tiefflug unterwegs sein, wenn der Einsatz es erfordert. Sie darf auch ohne Genehmigung auf einer Autobahn landen, wenn es dort einen schweren Unfall gegeben hat. Gleiches gilt für Rettungshubschrauber. Bei einem Einsatz auf einem Flughafen muss hingegen eine Abstimmung mit der DFS stattfinden, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Auch in Hamburg und Hannover hat die Polizei am Wochenende Hubschrauber eingesetzt, um Menschen von Eisflächen zu scheuchen.

Wegwehen ja, Eis brechen nein

Verwirrung hat zudem ein Tweet ausgelöst, in dem behauptet wird, Hubschrauberrotoren würden ein Bassgeräusch erzeugen, das Eisflächen brechen könnte. Einige Medien haben dies auch in ihrer Berichterstattung aufgegriffen. Das ist allerdings Quatsch. Erst recht, wenn das Eis so dick ist, dass Menschen anfangen zu überlegen, ob sie einen Spaziergang wagen könnten.

In den 1960er Jahren hatten sowjetische Forscher erstmals die Idee, Schallfrequenzen durch das Wasser zu schicken, um Eisflächen aufzubrechen. Sie hatten gehofft, so U-Booten das Auftauchen in der Arktis zu erleichtern. Bis heute drücken die Kolosse – zumindest die wenigen, die dazu in der Lage sind – schlicht mit ihrer Masse von unten gegen den Eispanzer, bis er aufreißt. Ein Hubschrauber produziert nicht nur eine sehr ungünstige Frequenz, um einen zugefrorenen See aufzubrechen, er befindet sich außerdem auf der falschen Seite vom Eis.

Viel realer ist hingegen die Gefahr eines Whiteout für Piloten im Winter – ein völliges Verschwimmen von Konturen und Referenzpunkten, weil durch viel Schnee alles einfach nur weiß ist. Piloten können in solchen Situationen schnell die Orientierung verlieren und nicht merken, wenn etwas näher ist, als sie glauben. Oft verletzen sich Menschen im Winter auch bei einem Sturz. Wenn sie zum Beispiel fluchtartig das Eis verlassen, weil sie sich vom dumpfen Schaufeln eines Hubschraubers verfolgt wähnen. Ein Glück, dass dies nicht passiert ist.

Beitrag von Oliver Noffke

81 Kommentare

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  1. 80.

    Sonst wird immer gemeckert, dass die Polizei nicht genug gegen Einbrüche tun würde. Jetzt versuchen sie es Mal, da ist es auch wieder nicht recht. :-)

  2. 78.

    Kommentarspalte verbuchselt - äh - verwechselt?
    Bei den Schlittschuhcracks gabs nasse Socken, der Typ auf der Scholle scheiterte vor den Stromstellen an der Pfaueninsel und zum Karpfenteich gehts hier lang:
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/02/berlin-eisbaden-mann-stirbt-einsatz-treptower-see.html

  3. 77.

    Man liest immer was man lesen will? Positiv gesonnen nocheinmal gelesen, klingt das wirklich ganz anders, und so war es auch gemeint. Der Pilot hat einen guten Job gemacht, steht so oder ähnlich in meinem Kommentar 64...Das mit dem Visier (beweglicher Schutz) ist gut erkannt und sollte es auch ...obwohl ein Groß-Wesir auch ein Visier tragen kann ;-)

  4. 76.

    Der verstorbene ist aber nicht eingebrochen, sondern hat sich beim eisbaden überschätzt!
    Das ist etwas völlig anderes.

  5. 75.

    "Wieso musste eigentlich der Mann in Kladow von der Eisscholle gerettet werden..."

    Der Hubschrauberlandeplatz war nicht geräumt, Proviant war alle, das Klo eingefroren .....

  6. 74.

    Wer sich immer noch aufregt,dass die Polizei Menschen vor dem Betreten der Eisflächen warnt und ggf. diese auch versucht vom Eis zu bekommen:
    Erst heute früh ist ein Mann auf dem Heiligen See in Potsdam ins Eis eingebrochen und am Vormmittag eine
    Frau in das vereiste Becken des Tempelhofer Hafens.
    Wenn dann wirklich was passiert,sind die Rettungskräfte ja wieder gut genug und soll die Leute retten.


  7. 73.

    ... ein m.E. sehr tendenziöser Beitrag von der Art "die Ordnungskräfte sind die Bösen". Woher kommt so eine Denke? Kann ich nicht nachvollziehen. Ach ... und: es heißt "Visier". Bevor man Worte benutzt, vielleicht mal lieber im Duden nachschauen. Bildung tut nicht weh!

  8. 72.

    FÜR ALLE,DIE LESEN KÖNNEN:
    ,"Eiswarn- und Rettungsdienst - Berlin.de
    Warnmeldung vor dem Betreten der Eisflächen
    Durch den starken Frost hat sich auf den Gewässern eine dünne Eisschicht gebildet. Diese ist nicht tragfähig!
    Die Wasserschutzpolizei Berlin warnt eindringlich vor dem Betreten der Eisflächen.
    Es besteht Lebensgefahr!
    Immer wieder, wenn im Winter der Frost die Berliner Gewässer hat zufrieren lassen, werden die verschiedensten Fragen zum Betreten der Eisflächen laut.
    Innerhalb der Berliner Polizei kümmert sich die Wasserschutzpolizei um diese Thematik.
    Wir haben hier unsere Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen und die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt:"
    https://www.berlin.de/polizei/dienststellen/landespolizeidirektion/direktion-einsatz-verkehr/wasserschutzpolizei/eiswarn-und-rettungsdienst/

  9. 71.

    Ich kann an der Aktion der Polizei nichts Verwerfliches finden. Soll die sich etwa selbst auf die gefährlichen Eisflächen begeben, nur, um die Idioten, die sich dort herumtreiben, herunterzuholen? Bricht Einer ein, MÜSSEN die Rettungskräfte helfen, sie können dann leider nicht sagen „wir haben doch davor gewarnt“! Und das ist die Berechtigung für deren Tun: Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, höre ich die Eisgeher jammern „DAS habe ich doch nicht gedacht/gewollt“. Und dann werden exakt diese Leute die Rettungskräfte beschimpfen, teils sogar angreifen, wenn die nicht sofort vor Ort sind. Die Leute werden immer seltsamer, es ist furchtbar wichtig, „challenges“ zu erfüllen – für gesunden Menschenverstand ist kein Platz mehr. In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?

  10. 70.

    Danke für die Erinnerung. Den habe ich Ewigkeiten nicht gesehen. Muss ich mir mal wieder anschauen.

  11. 69.

    Sind ja eine ganze Menge Kommentare aus Realitätsfernhausen dabei. Kommt zur späteren Belustigung in die Favoriten. Da soll die Polizei lieber Verbrecher jagen, Leitern und Rettungsringe verteilen oder Löcher bohren und nicht ihren Machtphantasien freien Lauf lassen oder Leute "schikanieren". Da wird von Fällen schwadroniert, wo nix ernstes passiert ist, weils ja auch nur solche Fälle gibt. Völlig unnötige Panikmache sozusagen. Alles Experten für Polarforschung und Polizeigewalt. Alter Verwalter. Aber rumjaulen wenn was passiert. Kannste dir nicht ausdenken.

  12. 68.

    Wer wissen will was als nächstes kommt, dem empfehle ich den Film: "Das fliegende Auge" von 1983.

  13. 67.

    So sehe ich das auch und ich wünsche mir, dass die ganzen Kritiker hier das komplette Geschehen auch differenzierter betrachten würden. Nicht einfach nur die
    Polizei und Rettungskräfte kritisieren sondern auch mal das Verhalten derer reflektieren,die sich trotz Aufforderung die Gewässer zu verlassen nicht Richtung Ufer bewegt haben. Wieso musste eigentlich der Mann in Kladow von der Eisscholle gerettet werden,wenn alle Menschen so weitsichtig sind und Polizei und Rettungskräfte an öffentlichen Eisflächen völlig überflüssig sein sollen.

  14. 66.

    Da hat Genosse Geisel SPD, (Ex-SED) mal wieder sein wahres ich herausgekehrt. Auch wenn angeblich die Feuerwehr die Bundespolizei gerufen hat, so ist Genosse Geisel der Vorgesetzte der Berliner Feuerwehr und hat das zu verantworten. Für mich war das ein gefährlicher Einsatz in den Luftverkehr und die Piloten sind zu entlassen. Tiefflüge stellen immer ein gewisses Risiko dar und sollten daher nur in Notfällen stattfinden. Was kommt als nächstes, ungenehme Demonstranten per Helicopter verjagen?

  15. 65.

    Ich kann an der Aktion der Polizei nichts Verwerfliches finden. Soll die sich etwa selbst auf die gefährlichen Eisflächen begeben, nur, um die Idioten, die sich dort herumtreiben, herunterzuholen? Bricht Einer ein, MÜSSEN die Rettungskräfte helfen, sie können dann leider nicht sagen „wir haben doch davor gewarnt“! Und das ist die Berechtigung für deren Tun: Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, höre ich die Eisgeher jammern „DAS habe ich doch nicht gedacht/gewollt“. Und dann werden exakt diese Leute die Rettungskräfte beschimpfen, teils sogar angreifen, wenn die nicht sofort vor Ort sind. Die Leute werden immer seltsamer, es ist furchtbar wichtig, „challenges“ zu erfüllen – für gesunden Menschenverstand ist kein Platz mehr. In welcher Gesellschaft leben wir eigentlich?


  16. 64.

    "War das richtig?" Hm..., es ist vorbei, die Wirkung hat eingesetzt, das Ziel wurde erreicht. Wird es nun zu "Helitreibjagenden" kommen? Eher doch nein statt ja. Damit die Verhältnismäßigkeit aber gewahrt bleibt: Einsätze rechtssicher filmen, Heli-Identität deutlich vom Boden aus kenntlich machen und a l l e n Seiten die Film-Einsicht rechtssicher gewährleisten, wenn nötig. Und es schadet nicht, etwas unaufgeregter zu sein: dies ist kein Vergleich was mit einem Schlauchboot passiert, wenn ein Hubschrauber dies "ins Wesir" nimmt. Im rbb-Nachrichenfilm ist der Pilot recht behutsam mit seinen Möglichkeiten der "Vertreibung" umgegangen - da war viel mehr drin.

  17. 62.

    @Oliver: Uferbeschallungen haben nur leider überhaupt nichts gebracht. Ich muss unter anderem Florian an dieser Stelle zustimmen, dass der Respekt gegenüber der Polizei leider immer mehr abhanden gekommen ist. Auch die Mitarbeiter der DLRG waren im Einsatz und mussten sich zum Teil aggressive und dämliche Kommentare von den Oberschlaumeiern auf dem Eis anhören. Die Menschen waren sogar mit Kindern auf den Eisflächen. Die DLRG-Leute waren wütend, traurig und entsetzt über diese Kommentare und Uneinsichtigkeit.

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