Rapper Fler, bürgerlich Patrick Losensky, sitzt in einem Gerichtssaal. Der Prozess gegen Rapper Fler wegen einer Reihe von Straftaten wird fortgesetzt. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Bild: dpa/P. Zinken

Prozess am Berliner Amtsgericht - Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafe für Rapper Fler

Im Prozess gegen den Rapper Fler am Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat die Staatsanwaltschaft am Freitag eine Haftstrafe gefordert. Der Antrag laute auf ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe, sagte eine Gerichtssprecherin.

Da sie keine positive Prognose sehe, komme eine Bewährungsstrafe nicht in Betracht, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Fler sei nicht bereit, sich an Regeln zu halten. In der Vergangenheit verhängte Geld- und Bewährungsstrafen hätten ihn nicht abgehalten, Menschen in seinem Umkreis zu beleidigen. Die Staatsanwältin beantragte zudem eine Führerscheinsperre von zweieinhalb Jahren.

Die Verteidigung forderte hingegen eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten.

Im Prozess werden dem Musiker, der mit bürgerlichem Namen Patrick Losensky heißt, mehrere Vergehen vorgeworfen, darunter Beleidigung, Sachbeschädigung, versuchte Nötigung und Fahren ohne Führerschein. Er soll unter anderem eine Nachbarin und einen Rechtsanwalt massiv beleidigt haben.

Urteil am kommenden Mittwoch erwartet

In dem Verfahren ging es ursprünglich auch um Beleidigungen gegen den Rapper Bushido, den Losensky als "Bastard" und "ekligen Hund" bezeichnet haben soll. Die Tatbestände zum Nachteil von Bushido wurden am Freitag jedoch von dem laufenden Verfahren abgetrennt.

Um negative Berichterstattung zu verhindern, soll der 38-Jährige außerdem die private Wohnanschrift eines Journalisten herausgefunden haben und ihm per Twitter einen "Hausbesuch" versprochen haben. Gegenüber einer Kollegin des Journalisten habe er gedroht, ihm "die Zähne einzuschlagen".

Ursprünglich war für Freitag der letzte Verhandlungstag in dem Prozess vorgesehen. Ein Urteil soll nach Angaben des Amtsgerichts nun am kommenden Mittwoch gesprochen werden.

Sendung: Inforadio, 26.02.2021, 19 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Klingt nach Betteln um in den Knast zu kommen. Hinter Gittern sitzen ist vielleicht in solchen Kreisen ein Adelsschlag und verkaufsfördernd für die nächste Veröffentlichung. Schon allein die Berichterstattung über seine Schimpftiraden und jetzt Gerichtsverhandlung steigert doch nur den Verkaufswert seiner Musik.
    Vielleicht helfen Sozialstunden und Geldstrafen zur Resozialisierung.

  2. 2.

    Nö, das kommt eher davon dass solche Leute völlig überdreht, weil es einige gibt die solche überdrehten Klainstganoven toll finden und auch noch deren "Musik" kaufen.

  3. 1.

    Das kommt von zu weicher Justiz, wenn keine klaren Linien aufgezeigt werden. Immer nur "Du Du" und Bewährung bis zum Sankt Nimmerleintstag.

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