Antrag auf Haftbefehl abgelehnt - Zwei Tote bei schwerem Autounfall in Treptow

Mi 03.02.21 | 21:48 Uhr
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Tödlicher Unfall Treptow
Video: Abendschau | 03.02.2021 | Kerstin Breinig | Bild: Pudwell

Nach einem schweren Autounfall in Treptow sind zwei Männer ums Leben gekommen. Ein dritter Mitfahrer liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus. Der mutmaßliche Fahrer des Sportwagens überlebte, der Antrag auf einen Haftbefehl wurde abgelehnt.

Nach einem schweren Autounfall am späten Dienstagabend in Berlin sind zwei junge Männer ums Leben gekommen. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage von rbb|24. Eine Person starb noch an der Unfallstelle, eine weitere in der Nacht zu Mittwoch im Krankenhaus. Ein dritter Mitfahrer, der mit Brandverletzungen ebenfalls in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, befindet sich in Lebensgefahr. Zwischenzeitlich hatte die Polizei vermeldet, dass auch er seinen Verletzungen erlag. Das wurde am Nachmittag korrigiert.

Der vierte Insasse erlitt nach bisherigen Informationen keine schwere Verletzungen. Nach bisherigen Ermittlungen der Polizei handelt es sich um den Fahrer des Audi-Sportwagens. Alle vier Männer waren zwischen 19 und 21 Jahren alt.

Staatsanwaltschaft: Bereitschaftsgericht lehnt Verhaftung des Fahrers ab

Der mutmaßliche Fahrer des Wagens wurde noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt. Die Generalstaatsanwaltschaft teilte am frühen Abend auf Twitter mit, ein Bereitschaftsgericht habe den Antrag auf den Haftbefehl abgelehnt - "wegen Zweifeln am dringenden Tatverdacht und wegen fehlender Haftgründe". Es werde geprüft, dagegen Beschwerde einzulegen.

Nach Mitteilung der Staatsanwaltschaft sollte gegen den Fahrer des Wagens "wegen fahrlässiger Tötung und verbotenem Kraftfahrzeugrennen" der Haftbefehl erlassen werden. Der 21-Jährige war laut Polizei noch im Krankenhaus vorübergehend festgenommen worden.

Polizistin: Hinweise, dass Fahrer zu schnell gefahren sei

Eine Polizeisprecherin folgte dieser Argumentation nicht und sagte der rbb-Abendschau am Mittwoch, es gebe bislang keine Hinweise, dass ein zweites Auto in den Unfall involviert war. Der Fahrer sei aber offenbar viel zu schnell gefahren.

Wagen in zwei Teile gerissen

Wie die Polizei erklärte, hatten Augenzeugen davon berichtet, dass der Wagen mit hoher Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei, als der Fahrer auf Höhe der Karpfenteichstraße die Kontrolle verlor. Der Audi geriet ins Schleudern, riss erst zwei Bäume am Straßenrand um und prallte schließlich gegen einen Baucontainer. Die Wucht des Unfalls war so groß, dass der Wagen auseinandergerissen wurde und in Flammen aufging.

Den Einsatzkräften habe sich "ein Bild des Schreckens" am Unfallort geboten, sagte Feuerwehrsprecher Dennis Passlack dem rbb. Wie Augenzeugen dem rbb berichteten, waren Anwohner aus ihren Häusern gekommen, um die verunglückten Männer zu löschen. Zur Identität der Insassen konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen, weil die Opfer nicht identifiziert werden konnten. rbb-Repprter berichteten, dass die Unfallstelle großflächig mit Trümmerteilen übersät war.

Die Feuerwehr war in der Nacht mit mehr als 80 Einsatzkräften vor Ort. Ein Fußgänger, der den Unfall beobachtet hatte, erlitt einen Schock.

Gelöschter Pkw nach Unfall in Treptow

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, drei Männer seien nach dem Unfall ums Leben gekommen. Diese Information der Polizei war zu dem Zeitpunkt nicht korrekt. Der dritte Mitfahrer liegt mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus.

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5 Kommentare

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  1. 5.

    Fakt ist: Mit 50 kmh wird kein Pkw in zwei Teile zerissen.

  2. 4.

    Angesichts dieses Umstandes will ich die Frage stellen, ob der allgemein verwendete Begriff der VerkehrsOPFERstatistik überhaupt so zutrifft, wie es der Begriff nahelegt. Autoverkehrsbedingte Tote wäre m. E. treffender.

  3. 3.

    Das große Problem ist und bleibt, dass es einfach keine harten Strafen bei massiver Geschwindigkeitsübertretung gibt. Es geht ja nicht um Leute, die die "Tempo 30"-Zone übersehen und dann mit 55 fahren. Sollte nicht passieren, da sind ein paar Euro und Punkte als Erinnerung sich mehr zu konzentrieren OK.

    Wer aber innerorts, abseits von der Stadtautobahn, mit >70 unterwegs ist, will offensichtlich die Regeln nicht einhalten und gehört nicht hinters Lenkrad. Da müssen dann Fahrverbote von 5+ Jahren her, inkl. anschließendem psychologischen Gutachten und erneuter Prüfung, um die Fahrerlaubnis wiederzuerlangen. Und nicht ein paar Alibi-Monate.

    Klar ist das ein großer Einschnitt, aber um das zu verhindern muss man ja nicht mehr tun als die Geschwindigkeit einzuhalten.

  4. 2.

    2 Tote, 2 Schwerverletzte. Weil ein Mensch bei diesen schlechten Straßenverhältnissen grob fahrlässig sein Fahrzeug bewegt hat. Immer wieder werden Fahrzeuge offensichtlich als Spaß- oder Rennmobile im öffentlichen Straßenverkehr missbraucht. Glücklicherweise wurden nicht noch Außenstehende in Mitleidenschaft gezogen. Aber das menschliche Leid ist so schon übergroß. Die Polizei, die Straßenverkehrsbehörden müssen mehr Präsenz auf den Straßen zeigen. Die Wahrscheinlichkeit für gefährliches Verkehrsverhalten sofort vor Ort bestraft zu werden muss viel größer werden. Nicht um zu strafen, sondern um Leben und Gesundheit aller Verkehrsteilnehmer zu schützen.

  5. 1.

    Beileid an die Hinterbliebenen und Feuerwehr die das ansehen musste , was der Fahrer da wohl offensichtlich selber verschuldet hat. Um so einen Unfall zu bauen, wo das Auto auseinander reizt - ist eine enorm schnelle Geschwindigkeit nötig - gerade bei der aktuellen Witterung - einmal mehr zeigt es schnelle Autos gehören nicht in junge Hände ! Schnell können sie sein aber dann gedrosselt bis genug Erfahrung da ist oder alter erreicht ...zum Glück wurde kein anderer verletzt.

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