Polarwirbel-Split - Wintereinbruch legt Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahm

Eine Lokomotive der Deutschen Bahn steht am 07.02.2021 bei Schneefall auf einem Gleis im Hauptbahnhof Hannover. (Quelle: dpa/Hauke-Christian Dittrich)
Video: Brandenburg Aktuell | 06.02.2021 | Tim Jäger | Bild: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Die Kältewelle schwappt von Westen über Deutschland hinweg, am Sonntag wird es auch in Berlin und Brandenburg ungemütlich. Meteorologen rechnen mit eisigen Winden und bis zu 20 Zentimeter Schnee. Die Deutsche Bahn stellt zahlreiche Zugverbindungen ein.

In Berlin und Brandenburg werden im Laufe des Sonntags stellenweise bis zu 20 Zentimeter Neuschnee sowie Glätte und teils unwetterartige Schneeverwehungen erwartet.

Das Brandenburger Innenministerium rief die Bevölkerung auf, möglichst zu Hause zu bleiben. Es werde mit extremer Straßenglätte gerechnet. Die Deutsche Bahn warnte bis einschließlich Sonntag vor Zugausfällen und Verspätungen. Die Verbindungen von Berlin nach Frankfurt/Main, Leipzig, Halle und Erfurt, Hannover sowie Dortmund undKöln sind eingestellt. "Besonders starker Wind und Schneeverwehungen machen den Einsatzkräften zu schaffen", so die Bahn.

In der Region werden die Folgen von Schnee und starkem Wind laut dem Deutschen Wetterdienst voraussichtlich vor allem im westlichen und südlichen Brandenburg zu spüren sein. Dort gelten teilweise schon Unwetterwarnungen.

Schneefront nähert sich von Westen

In den ersten Bundesländern hat es bereits in der Nacht starke Schneefälle und Eisregen gegeben. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Thüringen. Mehrere Autobahnabschnitte mussten zeitweise gesperrt werden, es kam zu längeren Staus.

In Halle in Sachsen-Anhalt fuhren sich außerdem Straßenbahnen in Schneeverwehungen fest. In Hannover wurde der S-Bahnverkehr eingestellt, im westfälischen Münster fahren seit dem Morgen keine Busse mehr.

Polarwirbel-Split bringt Schnee und starken Ostwind

Für den Kälteeinbruch verantwortlich ist ein sogenannter Polarwirbel-Split. Dadurch wird es schlagartig kalt und stürmisch - die Temperaturen könnten sich zum Teil wie Minus 18 Grad anfühlen, wie Meteorologen der Meteogroup mitteilten. Die erwarteten Temperaturen in Berlin und Brandenburg liegen demnach dann zwischen minus drei und minus elf Grad.

Ein starker Ostwind mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde könne erhebliche Schneeverwehungen mit sich bringen. Voraussichtlich werde die Kälte auch die ganze Woche anhalten, hieß es.

Grafik: Polarwirbel-Split in Berlin und Brandenburg. (Quelle: rbb24)

Berliner Polizei kontrolliert verstärkt

Auch die Berliner Polizei hat sich nach eigenen Angaben besonders auf das Schnee-Wochenende vorbereitet. So will sie mit zusätzlichen Kräften unterwegs sein, um größere Menschenmengen zu ermahnen und im nächsten Schritt Bußgeld zu verhängen. Vergangenes Wochenende haben sich auf den Hügeln der Stadt viele Rodler dicht gedrängt zusammengefunden, wodurch das Risiko für eine Ansteckung mit dem Coronavirus hätte steigen können.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist nach eigenen Angaben ebenfalls an diesem Wochenende voll im Einsatz, um Straßen zu räumen und Wege zu streuen. Aktuell warte sie noch auf genauere Wetterprognosen, um die Einsätze zu planen. Vor allem die verkehrswichtigen Straßen, auf denen Busse unterwegs sind sowie Autobahnen sollen geräumt werden. Zudem bietet die Stadtreinigung eine Rufbereitschaft an.

Schneefälle und Frost führen zu mehreren Glätteunfällen

Bereits am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag hatten Eisglätte und Schneefälle für mehrere Unfälle in Berlin und Brandenburg gesorgt, wie die Polizei mitteilte. Auf der B188 in Mühlenberge (Havelland) rutschte ein mit rund 24.000 Litern Milch beladener Lastwagen in den Straßengraben und musste vom Abschleppdienst geborgen werden. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Ein zweiter Lkw-Unfall ereignete sich der Polizei zufolge kurze Zeit später auf der A24 an der Einfahrt zur Raststätte "Linower Bruch". Dort kam ein Tanklastzug ins Schleudern, überfuhr mehrere Verkehrsschilder und rutschte dann in den Grünstreifen bis kurz vor einen Wassergraben. Der Fahrer blieb unverletzt. Ursache für den Unfall war nach ersten Angaben die Glätte. Der Lkw war nicht mehr fahrbereit und musste geborgen werden.

Sendung: Inforadio, 06.02.2021, 13 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 06.02.2021 um 15:14 Uhr geschlossen

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56 Kommentare

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  1. 56.

    Ich hab mal in Heidelberg Blitzeis erlebt.
    DAS war eine Herausforderung, die ich im Leben nicht vergesse!
    Hatte frisch den Führerschein und habe für eine Strecke von 40 min an dem Tag 3,5 Stunden nach
    Hause gebraucht. Und obwohl ich quasi mit dem kleinen Zeh gebremst und mit der
    Handbremse jongliert habe, ist jedesmal das Heck weggerutscht.
    Das ich mit meinen damals 18 unbeschadet zuhause ankam, grenzt an ein Wunder!
    Mich kann so schnell nix mehr schocken.

  2. 55.

    Bei dem bramarbasierend zur Schau gestellten Trotz, den Sie und Kathrin83 hier präsentieren, braucht man sich nicht zu wundern, weshalb wir noch lange Spaß an SARS-CoV-2 und seinen lustigen Mutationen haben werden. Vernunft ist vielen wohl immer noch ein Fremdwort.

  3. 54.

    Dieses Gemecker hier über die Berichterstattung. Ja, es ist Winter. Aber wenn man sich die letzten Jahre anguckt, sind größere Schneemengen in dieser Region keine Normalität mehr. Außerdem geht es nicht nur allein um den Schnee, sondern auch um den Wind. Die Entwicklung des Wetters kann teilweise nicht mal wenige Stunden vorher genau vorhergesagt werden. Siehe z.B. Sommergewitter: Wer das Niederschlagsradar verfolgt hat, konnte ziemlich oft feststellen, dass Gewitterzellen sich kurz vor Berlin aufgelöst haben oder plötzlich einen Bogen drum rum machten. Deswegen erstmal schaun, was wirklich runter kommt. Aber lieber zeitig warnen, was kommen könnte, als gar nicht warnen oder zu spät. Dann wäre das Geheule nämlich auch groß.

  4. 53.

    Genau. Es wurde der Ofen geheizt. Schule war im Schicht Betrieb. Die Milch ist vor dem Konsum kaputt gefroren. Strom war auch nicht immer da. Damit kommt heute keiner mehr klar! Der Staat nicht und auch nicht die hoch moderne Technik und Industrie.

  5. 52.

    ".....Ich bin Mutter während der Corona-Pandemie, ich gehöre gleich nach Ärzten & Co., zu den Superhelden in der zweiten Reihe! Ich finde keine Berge, ich versetze Berge! "
    Eindeutig die beste Antwort ever! :-)

    Also ähnlich wie Chuck Norris ...
    Der isst keinen Honig. Der kaut Bienen.

  6. 51.

    Es wird immer gruseliger. Nach Warnungen vor dem Verlassen der Wohnung (früher wurde die Garage frei geschippt und dann ging es ab) gibt es jetzt auch noch Meldungen über zu erwartenden "Blutschnee". Und das ohne ard-Folge von „Morden im Norden“.
    https://www.rnd.de/panorama/extreme-wetterlage-blutschnee-am-wochenende-6E3HNU2YIRG5TK3QEJL2GNHJTQ.html

  7. 50.

    Hallo war schon 1978/79 dabei,das haben wir auch überlebt und da waren 2 Meter Schnee in Berlin,da

    ging es auch ohne Auto, MFG Bernd

  8. 49.

    Ganz lieben Dank für ihren Hinweis. Es ist halt so eine Sache mit der "Wetterfront". Die ganze Angelegenheit ist leider nicht ortsfest, so die Meteorologen in den diversen Wettermodellen. Aber insgesamt doch spannend, da solch ein Phänomen nicht oft vorkommt. Machen Sie es gut... und gesund und rutschfest bleiben. Ein dickes Lob unserer BSR an dieser Stelle. Die großen Straßen sind wirklich gut befahrbar.

  9. 48.

    Ja, nee, schon klar.
    Im Frühling aufm Hundehaufen ausrutschen, im Sommer in 'ne Scherbe/Muschel - also was scharfkantigem - treten, im Herbst sich den Stiel vom Rechen vor die Birne knallen, alternativ übern Maulwurfshügel stolpern ... usw.
    Also echt, der sicherste Ort der Welt ist die Regenrinne - da drin hat sich noch niemand verletzt - oder ist gar gestorben.

  10. 47.

    Es ist Winter! Und welch Überraschung: im Winter schneit es und die Temperaturen sinken weit unter 0 grad.
    Warm anziehen, rutschfeste Schuhe und eine gute Kältecreme ins Gesicht, fertig! Und ganz wichtig ist folgende Nummer im Handy: Kältebus
    0178 5235838

  11. 45.

    Sorry, kannste vergessen. Der Schnee kommt nicht bis da... ob Berlin oder Richtung Osten - nix. Da muss man schon sehr weit nach Westen fahren.

  12. 44.

    So oft, wie man hier lesen muß "Es ist Winter" frage ich mich langsam, wo dieses Insider-Wissen so plötzlich herkommt. Und ob nicht vielleicht doch etwas dran ist.
    Man weiß (boah ey) ja nie!!!!!1
    Oder so.

  13. 43.

    Wetten werden angenomme: hier in Berlin kommt GAR NIX! Die einzigen, die am Rodelhang stehen werden, sind PolizistInnen, die sich wieder mal die Füße abfrieren... Ok, was lernen wir daraus? Der Wetterbericht verwechselt wieder mal Berlin mit Castrop Rauxel. Aber wir könnten schon mal LKW mit Hilfsgütern beladen, für NRW.

    Wofür habe ich mir gestern bei Hornbach mühsam (aber erfolgreich und freundlich bedient) einen Schneeschieber besorgt?

  14. 42.

    Bitte, bitte verschiebt die Schulöffnungen bis Mitte März. Meine Kids wären schon nach dem ersten Lockdown fast in der gelüfteten Schule erfroren. Und ich befürchte, Lüften wäre auch diesmal alternativlos. Ausserdem zeigen die Zahlen in Tirschenreuth, Hof und Wunsiedel, wohin die Reise mit Mutanten an Bord geht...

  15. 41.

    Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage, dass die meisten hier das Leben verlernt haben, weil sie ständig in Watte gepackt wurden und mit den Launen der Natur nicht umgehen können. Tja, wenn das Leben sich nur noch im Internet abspielt, kennt man keinen Schnee :-)

  16. 40.

    Altlandsberg, Strausberg, Müncheberg .... äh ... nee ... ;-)
    Bei https://opentopomap.org/#map=10/52.4769/14.1586 mal nachsehen.

  17. 38.

    Wenn es keine wichtigen Themen mehr gibt, redet man über das Wetter :-))))
    Ansonsten schaue ich mir den Wetterbericht an!!

  18. 37.

    Sehr geehrter Herr Unger,
    für die Magdeburger Börde wurde auf der NINA-Warn App Warnungen vor schweren Schneefall, Sturm und Schneeverwehungen ausgegeben.
    Mit freundl. Grüßen

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