Berlin-Mitte - SUV-Fahrer nach tödlichem Unfall auf der Invalidenstraße angeklagt

Do 25.03.21 | 15:04 Uhr
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Blumen haben Menschen an der Stelle abgestellt, an der am 06.09.2019 vier Menschen bei einem Verkehrsunfall gestorben waren. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Vier Menschen starben, darunter ein dreijähriger Junge: Der SUV-Unfall auf der Invalidenstraße in Berlin-Mitte im September 2019 hatte dramatische Folgen. Nun ist gegen den Fahrer Anklage erhoben worden - unter anderem wegen fahrlässiger Tötung.

Rund anderthalb Jahre nach einem tödlichen SUV-Unfall in Berlin-Mitte mit vier Toten hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 44-jährigen Fahrer erhoben. Dem Mann werden fahrlässige Tötung und fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs vorgeworfen, wie die Anklagebehörde am Donnerstag mitteilte.

Am 6. September 2019 war das Auto, ein Porsche Macan, über die Gegenfahrbahn hinweg von der Invalidenstraße in der Innenstadt abgekommen. Infolge eines epileptischen Anfalls soll der Fahrer zuvor konstant voll beschleunigt haben.

Vier Todesopfer

Der Wagen rammte auf Höhe Ackerstraße eine Ampel, erfasste vier Menschen auf dem Gehweg und durchbrach einen Bauzaun. Alle vier Menschen starben, unter den Todesopfern war auch ein dreijähriger Junge.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeschuldigten vor, am Steuer des schweren Autos gesessen zu haben, obwohl er wegen eines bekannten Anfall-Leidens und einer kurz zurückliegenden Gehirnoperation dazu nicht in der Lage gewesen sei. Der Fahrer soll von seinem Neurologen mehrfach aufgefordert worden sein, bis auf weiteres nicht Auto zu fahren.

Sendung: Abendschau, 25.03.2021, 19.30 Uhr

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39 Kommentare

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  1. 39.

    Wenn die Gefahr von solchen Hunden zu groß wird, dann muss man sie verbieten, dann spielt es schon eine Rolle wieviel Menschen diese Hunde nicht unter Kontrolle haben. Klar werden dann auch unschuldige betroffen, aber das ist in anderen Sachen auch so. Wobei mir der Sinn eines aggressiven Hundes nicht richtig klar ist, liegt wahrscheinlich daran, dass der Halter irgendetwas damit kompensieren will.

  2. 38.

    Das Auto und dessen Typ hatte mit dem Unfall nichts zu tun. Dieser Mensch hatte Epilepsie, wurde noch dazu operiert, selbstverständlich danach Verbot vom Neorologen. Ein Patient muss zwei Jahe Anfallsfrei sein, weil er in dieser Zeit Medikamenten mäßig eingestellt werden und darf dann eventuell wieder Auto fahren. Er wird dann trotzdem noch regelmäßig medizinisch per Hirnstrom Untersuchung gecheckt, ob nicht eine Verschlechterung eingetreten ist. Das würde dann Autofahren dann wieder verhindern. Leider war dieser
    Mensch nur uneinsichtig und auf si h bezogen und muß die Konsequenzen tragen.

  3. 37.

    Waffen werden auch nicht in der Öffentlichkeit getragen und das gilt auch für andere Gegenstände. Wenn man einen Gegenstand hat, der in der Lage ist andere Menschen zu töten, dann muss man schon überlegen ob man diesen Gegenstand noch im Umlauf halten will. Letztlich will man mit einem Auto von einem Ort zum anderen fahren, wenn das mit weniger gefährlichen Fahrzeugen geht, dann sollte man es tun.

  4. 36.

    Die Konsequenzen müssen leider die Opfer und deren Angehörigen tragen. Der Fahrer kauft sich allerspätestens nach 5 Jahren die nächste fette Karre.

  5. 35.

    Die Frage nach dem Sinn kann in diesem Zusammenhang nur jemand stellen, der pietätlos die Toten mißbrauchen will oder keine Ahnung von Physik hat. Spielen auch Sie mal mit dem Impulssatz rum oder berechnen die Geschwindigkeit, die z.B. ein Golf Diesel nach dieser Fahrstrecke hätte.

  6. 34.

    Sie haben meine volle Zustimmung.
    Und um es nochmal auf den Punkt zu bringen.
    Dieser Mann hat wissentlich ,trotz der Warnung seines Arztes, fahruntüchtig einen PKW gefahren und damit
    4 Menschen umgebracht. Mein Mitgefühl gilt den Familien der Opfer. Auch den Angehörigen des Fahrers,die ebenfalls davon betroffen sind.
    Eine gerechte Strafe wird es nicht geben,denn der Verlust der Familien bleibt. Hoffentlich wird dieser Fahrer so lange wie möglich durch den Führerscheinentzug am Autofahren gehindert.

  7. 33.

    Das mit dem Identitätsklau durch einfallslose Typen ,die meinen unter meiner Kennung schreiben zu müssen,ist mir auch schon passiert.

  8. 32.

    Es sind vier Menschen unschuldig zu Tode gekommen, weil der Täter seinen eigenen Willen nachgegangen ist und nicht nach der ärztlichen Empfehlung.
    Wann werden die Täter verurteilt / bestraft, die unerlaubt Autorennen veranstalten, an Orten wo jeder vernünftige Mensch davon ausgehen müsste, das an jeder Straßenecke und zwischen parkenden Autos Menschen hervorkommen. Warum gibt es wohl Tempolimit im Straßenverkehr und kein Zebrastreifen / Ampel auf der Autobahn?
    Wo ist die geistige Vernunft der Menschen geblieben und der Wert eines Menschenlebens?
    Ich hoffe das die Richter eine gerechte Entscheidung fällen und den Angehörigen mit dem Verlust leben können.

  9. 30.

    Das Auto und dessen Typ hatte mit dem Unfall nichts zu tun. Dieser Mensch hatte Epilepsie, wurde noch dazu operiert, selbstverständlich danach Verbot vom Neorologen. Ein Patient muss zwei Jahe Anfallsfrei sein, weil er in dieser Zeit Medikamenten mäßig eingestellt werden und darf dann eventuell wieder Auto fahren. Er wird dann trotzdem noch regelmäßig medizinisch per Hirnstrom Untersuchung gecheckt, ob nicht eine Verschlechterung eingetreten ist. Das würde dann Autofahren dann wieder verhindern. Leider war dieser
    Mensch nur uneinsichtig und auf si h bezogen und muß die Konsequenzen tragen.

  10. 29.

    " Wer nicht bereit ist, die einzuhalten, sollte dringend eine MPU machen lassen oder muss sich wie hier vor Gericht verantworten."

    völlig richtig! Positiver Nebeneffekt wäre, dass die Straßen auf einen Schlag von mind. 80% der Verkehrsteilnehmern befreit wäre. Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger wohlbemerkt. Asoziales Verhalten scheint die Normalität und nicht die Ausnahme.

    Dennoch ist die Gefährdungslage Anderer schlichtweg bei einem Fußgänger eine völlig andere als bei einem Radfahrer und diese wiederum anders als bei einem KFZ. Konstruierte oder tatsächliche Einzelfälle ändern daran nichts. Natürlich kann auch ein einfaches Anrempeln und hinfallen tödlich enden- in der Unfallstatistik kann man ja aber erkennen, dass das im Gegensatz zu von KFZ Unfällen eher selten vorkommt.
    Übrigens: nicht nur die Geschwindigkeit ist maßgeblich, sondern auch die beschleunigte Masse. Und natürlich ist es in diesem Kontext egal ob Diesel oder Elektro.

  11. 28.

    Unabhängig ob nun ein großes Auto mehr Schaden anrichten kann als ein kleines Auto und unabhängig davon das Gegenstände oder Lebewesen wie Hunde u.s.w. erst durch Menschen in eine gefährliche Richtung gelenkt werden können bzw. in den meisten Fällen werden sind auch für mich SUVs eher Straßenpanzer als normale Autos und im dichten Verkehr von größeren Städten zumindest fragwürdig .

    Ich hoffe das der Fahrer eine hohe Strafe bekommt !!

  12. 27.

    Und da sind wir wieder bei Physik der Mittelstufe; mehr hab ich nicht geschafft, aber mehr braucht man hier auch nicht:
    Je größer die Masse, desto mehr Leistung ist nötig, um in Zeit t auf Geschwindigkeit v zu kommen. UND: Je größer die Masse bei Geschwindigkeit v, desto mehr Energie enthält der bewegte Körper, die er im Fall der Kollision abgeben muss, bzw die im besseren Fall beim nächsten Ampelstopp im Wortsinn verheizt wird. - Also nochmal die Frage: WOZU dicke, starke Autos, die mehr Rohstoffe vernichten und mehr Platz und Energie brauchen ?

  13. 26.

    Ich finde es lustig, wie die Auto-Anhänger hier versuchen, den SUV kleinzureden. Es sind und bleiben Stadtpanzer, mit denen die Halter irgendein (männliches?) Defizit überdecken möchten. Andere Verkehrsteilnehmer leiden unter diesen Panzern aufgrund ihrer übertriebenen Größe.

  14. 25.

    Man kann auch mit bedeutend schwächeren Fahrzeugen auf der Strecke eine ähnlich hohe Geschwindigkeit erreichen. Stöbern Sie mal in den alten Diskussionen.

  15. 23.

    Wäre zumindest eine Möglichkeit. Es geht ja auch bei "überhitzten Jugendlichen", bei denen der ausgehändigte Schlüssel dann nur für eine spezifische Motorlinie passt.

  16. 22.

    Ein wirklich sinnvoller Kommentar. Denn hätte der Mann mit dem epileptischen Anfall, der eigentlich fahruntauglich war, einen Kleinwagen gefahren, wäre niemand zu schaden gekommen. An seinem Anfall und der Fahruntauglichkeit kann es ja nicht gelegen haben.

  17. 20.

    Sehr richtig, diese selbsttätige Bremsung haben Sie richtig wahrgenommen. Es gibt da verschiedene Stufen vom Notbremsassistenten, über Notbremsassistenten mit Fussgängererkennung wenn jemand über die Straße läuft etc. und reine Abstands Notbremsassistenten, uvm. Dieses Auto, der Porsche Macan hat alle zu dem Zeitpunkt verfügbarer Sicherheitsausstattung, und auch diese Assistenten. Das Dumme ist nur, wenn der Fahrer den Kickdown drückt, also das Gaspedal mehr als durchdrückt, dann heißt das 100% Beschleunigung, dann sind alle Notbremsassistenten außer Betrieb. Und eine Überprüfung von Porsche wird genau das ergeben haben. Das onboard System zeichnet alles auf. Aber so was weiss Herr von Dassel natürlich nicht.

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