Symbolbild: Schmierereien an Grabsteinen auf einem jüdischen Friedhof (Quelle: dpa/Bernd Wüstneck)
Bild: dpa/Bernd Wüstneck

Gewalt gegen Juden - Zahl antisemitischer Straftaten in Brandenburg steigt deutlich

147 antisemitische Straftaten hat die Polizei in Brandenburg im Jahr 2020 registriert - 48 mehr als im Jahr davor. Die Täter sind bis auf wenige Ausnahmen rechtsradikal. Nur in fünf Fällen kam es bisher zu Geldstrafen.

Antisemitische Straftaten in Brandenburg haben im Jahr 2020 deutlich zugenommen. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums in Potsdam auf eine Anfrage der Linksfraktion im Landtag hervor.

Laut Polizeistatistik gab es im vergangenen Jahr 147 antisemitische Straftaten, 48 mehr als ein Jahr zuvor. 2018 wurden 95 Straftaten gemeldet, darunter drei Angriffe auf Objekte jüdischen Lebens.

Bis auf wenige Ausnahmen rechtsradikale Täter

Bis auf wenige Ausnahmen ordnete die Polizei die Straftaten im vergangenen Jahr rechtsradikalen Tätern zu. Jeweils zwei Delikte wurden als religiös und ausländerfeindlich eingestuft. In einem Fall gab es keinen politischen Hintergrund. Die Zahlen gelten als vorläufig, da es bei den polizeilichen Statistiken immer wieder Nachmeldungen zu früheren Straftaten gibt.

Unter den 147 Straftaten sind sieben Anschläge auf jüdische Einrichtungen. So wurden zum Beispiel Informations- oder Gedenktafeln an Mahnstätten beschädigt und Türen von einer Synagoge und einem jüdischen Gemeindehaus beschmiert. In vier Fällen handelte es sich auch um Hakenkreuz-Schmierereien.

Auch KZ-Gedenkstätten attackiert

Ziel der Attacken waren außerdem das Außenlager Glöwen des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen und das ehemalige KZ Röderhof. Bei den restlichen Delikten handelte es sich um Vorfälle wie Volksverhetzung, Verwenden verfassungsfeindlicher Kennzeichen und Bedrohungen.

Bisher kam es den Angaben zufolge nur in fünf Fällen, die vor Gericht landeten, zu Geldstrafen. Bei 30 Straftaten wurden die Ermittlungen eingestellt, bei zwölf sei der Verfahrensausgang im elektronischen Register nicht nachvollziehbar gewesen. Bei den restlichen Vorfällen dauerten die Ermittlungen oder Gerichtsverfahren an.

Die Kommentarfunktion wurde am 01.03.2021, um 22:31 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

6 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 5.

    Gräber schänden ist das Allerletzte.
    Besonders verwerflich ist es , daß gerade jüdische Gräber auch noch mit dem Hakenkreuz versehen werden. Einfach ekelhaft!

  2. 4.

    Und trotzdem oder gerade deswegen werden sie z.B. in Brandenburg mit bis zu 20 % gewählt... Es ist was faul im Staate Däne..., ähhh Brandenburg.

    Und so sicher wie das Amen in der Kirche, werden hier gleich die immer gleichen Relativierer aufschlagen.

  3. 3.

    Einfach nur traurig! Was geht in diesen Köpfen vor.

  4. 2.

    Die Überschrift ist mathematisch falsch. Die Zahl der Straftaten stieg von 99 auf 147. Daher stieg sie um etwa die Hälfte, nicht ein Drittel. Genau genommen 48 Prozent.

  5. 1.

    Friedhöfe schänden. Wehrlose Menschen bedrohen und anonym hetzen. Feiger gehts kaum noch. Aber Rechtsradikale waren schon immer Feige. Ganz wie ihre Vorbilder .... .

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren