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Quelle: imago-images/ Emmanuele Contini

Frauentag-Demo am Brandenburger Tor

Mehrere tausend Menschen demonstrieren für Gleichberechtigung

Anlässlich des Weltfrauentags haben am Montag mehrere tausend Menschen am Brandenburger Tor in Berlin für Gleichberechtigung und Chancengleichheit demonstriert, die meisten davon waren Frauen. Der Aufzug startete gegen 14 Uhr am Pariser Platz und zog dann über Unter den Linden bis zum Pergamonmuseum. Laut den Veranstalterinnen kamen deutlich mehr Teilnehmerinnen, als vom Organisationsteam erwartet. Die Polizei sprach am Montagabend auf Nachfrage von rbb|24 von 8.000 bis 10.000 Teilnehmenden.

Auf Transparenten prangerten Demonstrantinnen Morde, Vergewaltigungen und andere Gewalttaten gegen Frauen an. Themen waren auch Sexismus, Prostitution und Abtreibungen. Sprüche wie "8. März ist jeden Tag" und "Ich töte meine Drachen selbst" unterstrichen die Forderung nach mehr Emanzipation.

Vor der Gemäldegalerie machten Künstlerinnen auf Frauen im Kulturbetrieb aufmerksam. Sie forderten einen gerechten Anteil für Kunst von Frauen in Museen und Galerien. Dafür schrieben sie Namen von Künstlerinnen mit Kreide auf die Piazetta des Kulturforums und brachten sich mit ausgebreiteten Armen in Position.

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Deutschlandweit nur in Berlin gesetzlicher Feiertag

In der Hauptstadtregion gibt es beim Thema Arbeit und Einkommen weiter deutliche messbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern: So ist rund jede dritte Führungskraft in Berlin und Brandenburg eine Frau, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Mit einer Quote von 34,6 Prozent in Berlin und 36,5 Prozent übertrifft die Region zwar deutlich den Bundesdurchschnitt von 27,3 Prozent. Allerdings sind die Werte im vergangenen Jahr nicht gestiegen, in Brandenburg sank die Quote leicht.

Mehrheitlich weibliche Vorgesetzte gibt es in Erziehung und Unterricht sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, in Brandenburg außerdem in der öffentlichen Verwaltung. Auch die Gehälter unterscheiden sich: Berliner Frauen in Führungspositionen verdienen monatlich im Mittel 4.630 Euro brutto, die männlichen Kollegen 5.512 Euro. In Brandenburg ist der Unterschied geringer: Weibliche Führungskräfte kommen auf 4.262 Euro, männliche auf 4.861 Euro.

Die Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) sagte am Montag radioeins vom rbb, die Corona-Krise habe zwar keinen generellen Rückschritt ausgelöst, aber bestehende Ungleichheiten verstärkt. Als Beispiele nannte sie die Verteilung von Haus- und Sorgearbeit und die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen.

Als einziges Bundesland hat Berlin den Internationalen Frauentag vor drei Jahren zum gesetzlichen Feiertag erklärt. 2021 jährt sich der Frauentag zum 100. Mal. Er wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern organisiert. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März gefeiert. 1977 erkannte die UN-Generalversammlung den 8. März als Internationalen Frauentag an.

Sendung: Abendschau, 08.03.2021, 19:30 Uhr

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