Frauentag-Demo am Brandenburger Tor - Mehrere tausend Menschen demonstrieren für Gleichberechtigung

Demonstration zur Internationalen Frauentag in Berlin am 8. Maerz 2021. Viele Tausende Menschen, insbesonders Frauen trafen sich um für Frauenrechte in Berlin zu demonstrieren (Quelle: Imago Images/ Contini)
Bild: imago-images/ Emmanuele Contini

Anlässlich des Weltfrauentags haben am Montag mehrere tausend Menschen am Brandenburger Tor in Berlin für Gleichberechtigung und Chancengleichheit demonstriert, die meisten davon waren Frauen. Der Aufzug startete gegen 14 Uhr am Pariser Platz und zog dann über Unter den Linden bis zum Pergamonmuseum. Laut den Veranstalterinnen kamen deutlich mehr Teilnehmerinnen, als vom Organisationsteam erwartet. Die Polizei sprach am Montagabend auf Nachfrage von rbb|24 von 8.000 bis 10.000 Teilnehmenden.

Auf Transparenten prangerten Demonstrantinnen Morde, Vergewaltigungen und andere Gewalttaten gegen Frauen an. Themen waren auch Sexismus, Prostitution und Abtreibungen. Sprüche wie "8. März ist jeden Tag" und "Ich töte meine Drachen selbst" unterstrichen die Forderung nach mehr Emanzipation.

Vor der Gemäldegalerie machten Künstlerinnen auf Frauen im Kulturbetrieb aufmerksam. Sie forderten einen gerechten Anteil für Kunst von Frauen in Museen und Galerien. Dafür schrieben sie Namen von Künstlerinnen mit Kreide auf die Piazetta des Kulturforums und brachten sich mit ausgebreiteten Armen in Position.

Deutschlandweit nur in Berlin gesetzlicher Feiertag

In der Hauptstadtregion gibt es beim Thema Arbeit und Einkommen weiter deutliche messbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern: So ist rund jede dritte Führungskraft in Berlin und Brandenburg eine Frau, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Mit einer Quote von 34,6 Prozent in Berlin und 36,5 Prozent übertrifft die Region zwar deutlich den Bundesdurchschnitt von 27,3 Prozent. Allerdings sind die Werte im vergangenen Jahr nicht gestiegen, in Brandenburg sank die Quote leicht.

Mehrheitlich weibliche Vorgesetzte gibt es in Erziehung und Unterricht sowie im Gesundheits- und Sozialwesen, in Brandenburg außerdem in der öffentlichen Verwaltung. Auch die Gehälter unterscheiden sich: Berliner Frauen in Führungspositionen verdienen monatlich im Mittel 4.630 Euro brutto, die männlichen Kollegen 5.512 Euro. In Brandenburg ist der Unterschied geringer: Weibliche Führungskräfte kommen auf 4.262 Euro, männliche auf 4.861 Euro.

Die Bundesfrauenministerin Franziska Giffey (SPD) sagte am Montag radioeins vom rbb, die Corona-Krise habe zwar keinen generellen Rückschritt ausgelöst, aber bestehende Ungleichheiten verstärkt. Als Beispiele nannte sie die Verteilung von Haus- und Sorgearbeit und die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen.

Als einziges Bundesland hat Berlin den Internationalen Frauentag vor drei Jahren zum gesetzlichen Feiertag erklärt. 2021 jährt sich der Frauentag zum 100. Mal. Er wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern organisiert. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März gefeiert. 1977 erkannte die UN-Generalversammlung den 8. März als Internationalen Frauentag an.

Sendung: Abendschau, 08.03.2021, 19:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Was hier nun wieder moniert wird . . . Es handelte sich um eine Kundgebung zum INTERNATIONALEN Frauentag, an der sicher auch viele Nichtdeutschsprachler*innen teilgenommen haben. Dieses Bild zum Artikel, auf dem englisch- und spanisch formulierte Plakate zu sehen sind, gibt doch nur einen kleinen Ausschnitt des Geschehens wider.

  2. 6.

    Ja, ich bin voll für die Gleichberechtigung von Frauen aber auch für uns Neudeutsche. Das der internationale Frauentag bei uns in Berlin ein gesetzlicher Feiertag ist, sollte auch in den anderen Bundesländern übernommen werden. Wenn die insbesondere jungen Demonstrantinnen mit ihren Transparenten sich gegen Sexismus, Vergewaltigen, Prostitution und die Forderungen nach Emanzipation unterstrichen ist das OK. Aber wo liest man das? Wenn man in Deutschland und insbesondere in der Hauptstadt demonstriert, müssen die Forderungen auch für alle verständlich und in unserer Sprache verfasst werden.

  3. 5.

    Wie auf dem Foto zu sehen ist, laufen die dicht an dicht. Warum wurde da nicht eingeschritten, wo war die Polizei, die ja jede Menschenansammlung sonst aufllöst? Oder ist das Virus am Frauentag nicht existend? Andere kämpfen um ihre Existenz und da werden Coronamaßnahmen umgangen. Sowas macht einen nur noch wütend!

  4. 4.

    Gut beobachtet. Die Sprache als Mittel der Verständigung ist hier nicht gemeint/gewollt, schon gar nicht erreicht man etwas. Wer ist angesprochen? Es scheint, das eher andere Gefühlslagen/Bedürfnisse eine Rolle spielen. Die Binsenweisheit, dass, wenn man etwas will, ich dessen Sprache sprechen muss, wird außer Acht gelassen - oder es spielt keine Rolle. Wenn ja: Was für eine Ressourcenverschwendung zum Nachteil der Umwelt.

  5. 3.

    Berlin leistet sich einen Finanzsenator (SPD) der den Städtischen Arbeitnehmern die Daseinsforsorge für die Menschen dieser Stadt als sozialbefriedigende Komponente auf den Lohn anrechnet. Sprich die Erzieherin, die Lehrerin, die Krannenschwrster, die Frau mit dem Putzfimmel, die Tramfahrerin bekommen weniger Geld weil die Betreuung von Kindern, die Entsorgung von Müll, die Pflege von Kranken, Alten und Kindern Glücksgefühle auslösen. Weis er nichts von ? Mal in den Protokollen der Personalversammlungen nachlesen.

  6. 2.

    Icke freue mir immer wieder, das die Teilnehmer mit fremdsprachigen Texten auf ihren Plakaten um Aufmerksamkeit buhlen! Egal um welches Thema es geht! Wie kommen die uff die Idee jeder Mensch könne dis lesen? Icke kann es nicht und will es auch nicht! Überall diese Verfremdung unserer Sprache! Zum Mäuse melken!
    Ansonsten ist dieser Tag der Frauen leider immer noch sehr wichtig. Obwohl icke mir durchaus bewusst bin, das es den Frauen Heute nur deshalb so gut geht weil es früher mutige Frauen gab welche sich für mehr Frauenrechte eingesetzt haben.

  7. 1.

    Revolution von OBEN klagen auf hohem Niveau. Was kümmern eine "Höhere"0Angestellte die Belange der Hilfs-und Facharbeiterin. Sie kann nicht im geringsten nachvollziehen was diese bewegt. Diese Führungskraft lässt im günstigsten Fall ihr Neugebohrenes von ihrer persönlichen Assistentin betreuen.
    Wehedem einer ihrer Angestellten tut dies. Wir sind Deutsche, wir machen alles besonders gründlich auch unsere Liebfrauen. Interessant ist nur, was in den letzten Jahrzehnten die Frauen der Unterschicht gewählt hatten. Die Sofragetten haben beim Frauenwahlrecht auch nicht an dieHausmagd Zugehfrau gedacht.

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