Zahlreiche Durchsuchungen und Verhaftungen werden am 02.03.2021 zu so genannten "Kokstaxis" in Berlin durchgeführt. (Quelle: twitter/Polizei Berlin)
Audio: rbb 88.8 | 02.03.2021 | Matthias Bartsch | Bild: twitter/Polizei Berlin

Verkauf mittels "Koks-Taxi" - Fünf Verdächtige bei Razzia in Berlin gegen Drogendealer verhaftet

Mit einer Razzia ist die Berliner Polizei am Dienstagmorgen gegen die organisierte Rauschgiftkriminalität vorgegangen. Dabei wurden 14 Objekte durchsucht und fünf Verdächtige verhaftet, wie die Polizei mitteilte.

Außerdem wurden Vermögenswerte in Höhe von 478.000 Euro durch sogenannte Vermögensarrestbeschlüsse von den Ermittlern eingefroren. Es seien umfangreiche Beweismittel sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden, so die Polizei. Rund 200 Ermittler seien an dem Einsatz beteiligt gewesen.

Insgesamt 13 Tatverdächtige

Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin am Morgen auf Twitter mitteilte, geht es um ein sogenanntes Koks-Taxi. Damit sollen mehr als 2.200 Kokainverkäufe durchgeführt worden sein.

Die Durchsuchungen "dienten der weiteren Aufklärung der kriminellen Strukturen und der durch die Vereinigung begangenen Straftaten sowie der Sicherung von Vermögenswerten", hieß es von der Polizei.

Insgesamt gehe es um 13 Tatverdächtige verschiedener Nationalitäten im Alter zwischen 23 und 45 Jahren. Gegen sie werde seit fünf Monaten ermittelt.

GdP: Immer mehr Drogengeschäfte über Messenger-Dienste

"Drogen sind nach wie vor das Schmiermittel der organisierten Kriminalität", teilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Dienstag mit. Der Einsatz zeige beispielhaft, wie Banden zunehmend internationaler und mobiler operieren. Immer mehr Netzwerke und Geschäfte würden über Messenger-Dienste organisiert.

Marihuana, Kokain und Amphetamin-Pillen werden in Großstädten seit Jahren von Kunden über das Internet oder Messenger-Dienste bestellt und dann von den Dealern in unauffälligen Autos, sogenannten Koks-Taxis, ausgeliefert. In Berlin standen schon mehrfach Drogendealer mit Koks-Lieferdiensten vor Gericht. Die Berliner Polizei hat die Kokain-Taxis verstärkt im Blick.

Erst im Herbst hatte am Kriminalgericht ein Prozess gegen eine Koks-Taxi-Bande begonnen. Die Angeklagten sollen Kokain von einem Hauptquartier in Hellersdorf aus Drogen per Limousine in der ganzen Stadt ausgeliefert haben.

Sendung: Inforadio, 02.03.2021, 8:30 Uhr

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