Erster tödlicher Radunfall in Berlin 2021 - Radfahrerin stirbt nach Abbiege-Unfall mit Lkw in Neukölln

Do 18.03.21 | 16:27 Uhr
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Symbolbild: Ein weisses Fahrrad, ein sogenanntes "Geisterrad", steht an einer Kreuzung an einer Stelle, an der ein Radfahrer im Verkehr getoetet wurde. (Quelle: dpa/W. Steinberg)
Audio: Inforadio | 18.03.2021 | David Donschen | Bild: dpa/W. Steinberg

Erster tödlicher Radfahr-Unfall des Jahres in Berlin: Eine 56-jährige Radfahrerin ist nach einem Abbiege-Unfall in Neukölln gestorben. Schon am Tag zuvor gab es zwei Abbiege-Unfälle mit Radfahrerinnen. Eine der Frauen wurde schwer verletzt.

Eine Radfahrerin ist am Donnerstagvormittag in Berlin-Neukölln bei einem Abbiege-Unfall mit einem Lkw gestorben. Zum Unfall kam es nach Angaben der Polizei kurz vor 9 Uhr in der Oderstraße.

Nach Polizeiangaben war die 56-jährige Radfahrerin auf dem Gehweg der Oderstraße in Richtung Eschersheimer Straße und überquerte gerade die Siegriedstraße, als ein in gleicher Richtung gesteuerter Lkw sie an dieser Kreuzung beim Rechtsabbiegen in die Siegriedstraße erfasste.

Das Rad der Frau soll dabei nach Medienberichten zerquetscht worden sein. Rettungskräfte versuchten die Frau wiederzubeleben, allerdings ohne Erfolg, so die Berliner Feuerwehr. Sie verstarb noch am Unfallort. Der 46 Jahre alte Fahrer des Lkw und ein weiterer Zeuge erlitten einen Schock.

Zur Aufnahme des Unfalls sei die Oderstraße zwischen Emser Straße und Oberlandstraße und der vom Unfall betroffene Kreuzungsbereich der Siegfriedstraße bis 12:25 Uhr gesperrt gewesen, so die Polizei. Die Ermittlungen habe das Fachkommissariat für Verkehrsdelikte übernommen, hieß es.

Der Unfall am Donnerstag war laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Berlin (ADFC) der erste tödliche Rad-Unfall des Jahes in Berlin. Am 4. Januar war jedoch schon ein 65-Jähriger im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Diese hatte er sich bei einem Unfall am 16. Dezember 2020 zugezogen. Der Mann war in Lichtenrade ebenfalls mit einem Lkw zusammengestoßen.

Im vergangenen Jahr gab es auf den Berliner Straßen 17 beziehungsweise mit dem Mann aus Lichtenberg 18 im Straßenverkehr ums Leben gekommene Radfahrer.

35-jährige Radfahrerin am Mittwoch schwer verletzt

Erst am Mittwochnachmittag war in Berlin eine Radfahrerin bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war die 35-Jährige am Nachmittag an der Kreuzung Hobrechtstraße/Weserstraße mit einem Auto zusammengestoßen. Die Frau rutschte auf die Motorhaube, wurde durch die Luft geschleudert und prallte gegen ein parkendes Auto. Mit schwersten inneren Verletzungen wurde sie in ein Krankenhaus gebracht.

Bei der Kontrolle des 23 Jahre alten Autofahrers stellten die Polizisten fest, dass er keinen Führerschein hatte und auch in der Vergangenheit schon ohne Fahrerlaubnis unterwegs gewesen war.

Schwangere Radfahrerin angefahren - Polizei sucht Zeugen

Für einen weiteren Unfall mit einer Radfahrerin vom Mittwoch sucht die Polizei derzeit nach Zeugen [berlin.de/polizei]. Hier war eine 28-jährige schwangere Frau am Nachmittag an einer Ampelkreuzung an der Allee der Kosmonauten beim Losfahren von hinten von einem abbiegenden Auto erfasst worden. Der Fahrer des Wagens sei ohne anzuhalten davon gefahren, obwohl die Radfahrerin gestürzt sei, so die Polizei.

Die Frau habe anschließend über Schmerzen im Unterleib geklagt und sich vorsorglich stationär in ein Krankenhaus begeben.

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Sendung: Abendschau, 18.03.2021, 19:30 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Ich verstehe das einfach nicht. Gerade, weil das Abbiegen mit einem Kfz für Radfahrer und Fußgänger sehr gefährlich ist, kann von einem Berufskraftfahrer erwartet werden, dass er den Abbiegevorgang mit äußerster Vorsicht vornimmt.

  2. 36.

    Zitat: "Wann hört es endlich auf das Radfahrende auf dem Gehweg fahren und von dort ohne auf den Verkehr zu achten auf die Fahrbahn fahren?"

    Erschreckend, wie jemand unter einer Meldung über eine tödlich verunfallte Radfahrerin demaßen lauthals seine Ignoranz kundtut. Da Sie offensichtlich keine Ahnung vom Thema haben verklickere ich Ihnen mal, dass es in Berlin, und überall in Deutschland, Radwege gibt, die auf dem Bürgersteig verlaufen, Olaf.

  3. 35.

    Es wird Zeit, dass die Politik handelt. Im Sinne der Radfahrer!!!

  4. 34.

    Was für eine dumme und sinnlose Diskussion hier schon wieder geführt. Da ist ein Mensch gestorben der unter einem LKW zerquetscht wurde. Schuldfrage egal teilschuld nicht egal den trägt die Politik da aufgrund von Lobbyisten bestimmte Sicherheitsmaßnahmen nicht verpflichtent vorgeschrieben werden und alle 2 Wochen Krokodilstränen vergossen werden wenn wieder jemand unter dem LKW liegt.

  5. 33.

    Man muss die Örtlichkeit kennen, um sich ein Urteil zu erlauben. Es ist ein ehemaliger kombinierter Rad- und Fußweg, jetzt nur noch Fußweg, wenig von Fußgängern genutzt. Viele LKW und PKW benutzen Emser und Oderstr. als Umfahrung der Kreuzung Hermannstr./Silbersteinstr. Die Oderstr. ist dort eng und gefährlich (LKW!), deswegen benutzen vorsichtige Radfahrer dort diesen Fußweg - zum Selbstschutz.

  6. 32.

    Das sehe ich genauso...Musste oft schon als Radfahrer stehen bleiben, absteigen und zurückschieben, um auf dem Radweg nicht vom rechts abbiegenden LKW überollt zu werden. Ein Mensch musste sterben, da verbieten sich aus etischen Gründen Häme und Schuldzuweisungen . Mein Beileid mit den Hinterbliebenen!

  7. 31.

    Es ist peinlich, erbärmlich und makaber, dass hier behauptet wird, vorsichtige Radfahrer seien an ihrem Tod selbst schuld. Schämt euch!

  8. 30.

    In Hinblick auf den Jahresbeginn 2020 ist es tatsächlich eine Erfolgsmeldung.

    Nicht, endlich mal einen Radfahrer erwischt zu haben, sondern die ersten zwei Monate ohne tödlichen Verkehrsunfall mit Radfahrerbeteiligung überstanden zu haben.

  9. 29.

    Offtopic: Stimmt - die StVO gilt aber (bitte wertfrei zu betrachten!!) für alle.

  10. 28.

    Sie sehen ganz bestimmt nichts "als Radfahrer".

    "Als Radfahrer" wüssten Sie, dass viele Kraftfahrzeugführer auch kein Problem damit haben, im allerletzten Moment mit Vollgas heranzufahren und Sie bereits im Kreuzungsbereich links zu überholen, um umgebremst rechts abzubiegen.

    Für ein solches Manöver ist nach gängiger Praxis auch die Nutzung der Fahrtrichtungsanzeiger nicht vonnöten.

    Wenn der Radfahrer dann erwischt wird, können sich die Kraftfahrer ja darauf verlassen, dass jemand wie Sie aus irgendeinem Loch gekrochen kommt, um ohne Kenntnis des Sachverhaltes dem Radfahrer entgegen jeder rechtsverständigen Würdigung die Schuld in die Schuhe zu schieben und zu behaupten, er hätte es darauf angelegt.

  11. 27.

    Man muss die örtlichen Verhältnisse kennen, bevor man rumschreit. Es ist ein ehemaliger kombinierter Rad- und Fußweg, jetzt nur noch Fußweg. Viele PKW und LKW benutzen diese Strecke als Umfahrung der Kreuzung Hermannstr./Silbersteinstr. Die Straße ist dort eng und gefährlich(LKWs!), auf diesem Fußweg sind nicht viele Fußgänger unterwegs. Deswegen nutzen ihn manche Radfahrer immer noch aus Sicherheitsgründen!

  12. 26.

    Es gibt nach wie vor tote Winkel und Areale, in denen der LKW-Fahrende NICHTS sehen kann - daher Abbiegeassistenten und noch mehr Spiegelgeweihe um tote Winkel zu minimieren. Also bitte: nicht mit Unwahrheiten herumstolzen. Das ist der aktuellen Debatte auch nicht angemessen.
    Selbst bei Autos gibts es konstruktionsbedingte tote Winkel - Beispiel A-Säule. Daher ist es nur logisch, dass bei LKW, deren Fahrerkabine aufgrund der Höhe und Kontruktion der Karosse reichlich Areale bieten, in denen Der Fahrenden nichts sehen KANN. Die Spiegel sollen diese Areale vermindern, was aber bis heute nicht gelingt. Oder alle Aufbauten werden aus Plexi hergestellt - dann sieht jeder alles.

  13. 25.

    Was ist an der Einleitung/Überschrift unpassend, wenn es der Realität entspricht, dass es der erste Fall war? Man muss nicht immer alles interpretieren!!! Der Vorfall als solches ist schlimm genug für beide Seiten! Mein Beileid gilt den Angehörigen.

    Was die Radfahrerin allerdings auf dem Gehweg verloren hat, bleibt wohl ein Rätsel. Geschoben hat sie ihr Rad wohl nicht.
    Auf der Straße war bestimmt genug Platz.

  14. 24.

    In Ihrer Logik kommen wir hier unweigerlich wieder zum Recht des Stärkeren. Diesen Zustand haben wir in einem Rechtsstaat glücklicherweise hinter uns gelassen. Wenn ich die gefährliche Situation als Radfahrer direkt erkenne, dann reagiere ich natürlich. Einen Automatismus, jeden (aggressiven - unaufmerksamen) Abbieger durchzusinken, kann und darf es nicht geben. Die StVO ist kein Satiremagazin oder irgendeine windige Empfehlung .

    Mit freundlichen Grüßen

  15. 23.

    Ich versuche das als Radfahrer immer so zu handhaben.
    Aber schauen Sie sich die Stelle mal an (Google Streetview hilft)! Das ist eine Einfahrt. Der LKW verlässt die eigentliche erkennbare Straße, und überquert Fuß- und Radweg - damit, dass hier jemand ohne Rücksicht in seine Einfahrt biegt muss man eigentlich nicht rechnen... der Radweg geht am Tor vorbei einfach durch!

  16. 22.

    Falsch! Wann hört es endlich auf das Radfahrende auf dem Gehweg fahren und von dort ohne auf den Verkehr zu achten auf die Fahrbahn fahren?

  17. 21.

    Es tut weh ihren Kommentar zu lesen. Seit 2009 ist der tote Winkel bei LKW abgeschafft. Das mussten alle nachrüsten ohne Ausnahme. Das Argument ist tot. So wie viel zu viele Opfer, die nicht etwa „auf ihr Recht gepocht haben“. Sondern ganz normale Teilnehmer im Straßenverkehr sind, denen ihr Recht ständig abgesprochen wird. Von Personen wie ihnen, die sich sogar trauen dies in Kommentaren zu veröffentlichen. Da fasse ich mir an den Kopf.

  18. 20.

    Lieber Thomas, wenn Sie so genau wissen, dass der Unfall nur passiert ist, weil die Radfahrerin auf ihr Recht gepocht hat, sind sie ein wichtiger Zeuge und müssen sich unbedingt bei der Polizei melden. (Ironie)

  19. 19.

    Ein schlimmer Unfall ohne Wenn und Aber. Radfahren auf dem Gehweg? Da komme ich immer wieder ins Grübeln,ist das denn überhaupt erlaubt? Selbst als Fußgänger ist man da oft nicht sicher.

  20. 18.

    Den toten Winkel gibt es in der EU schon lange nicht mehr: https://adfc-berlin.de/radverkehr/sicherheit/information-und-analyse/121-fahrradunfaelle-in-berlin-unfallstatistik/222-exkurs-der-tote-winkel.html

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