Polizeibeamte sichern vor einer Bank an einem Geldtransporter Spuren (Bild: dpa)
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Antwort des Senats - Überfälle auf Geldtransporter werden in Berlin kaum aufgeklärt

Immer wieder schlagen Kriminelle in Berlin zu und überfallen Geldtransporter. Zum Teil machen sie dabei auch reiche Beute. Verurteilt aber werden sie in den wenigsten Fällen - die Aufklärungsquote ist äußerst gering.

Von neun direkten Überfällen auf Geldtransporter in den vergangenen Jahren in Berlin wurde nur einer so aufgeklärt, dass es zu Verurteilungen kam.

Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor. In der Statistik sind allerdings nicht die zahlreichen Überfälle aufgelistet, die sich nicht gegen das Fahrzeug, sondern gegen die Geldboten selbst richteten. Diese werden von der Polizei unterschiedlich erfasst.

Nach Überfall am Alex: Mehrjährige Haftstrafen verhängt

Zu mehrjährigen Haftstrafen wurden zwei Räuber verurteilt, die mit Maschinenpistolen bewaffnet im Jahr 2018 nahe dem Alexanderplatz zugeschlagen hatten. Allerdings gingen sie leer aus, weil sie einen Fluchtwagen voller Geldkisten stehen lassen mussten. Ein dritter mutmaßlicher Täter wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Am meisten Geld wurde im Jahr 2016 geraubt; der Senat gibt die Gesamthöhe mit 6,5 Millionen Euro an. Damals ereignete sich im Sommer ein Überfall auf der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg. Die Täter entkamen unerkannt mit der großen Beute.

Zuletzt war am 19. Februar ein Geldtransporter vor einer Bankfiliale am Ku'damm von mindestens vier Tätern überfallen worden. Zwei Wachmänner wurden bedroht und verletzt, die Täter flohen mit Geldkassetten in einem Fluchtauto.

16 Kommentare

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  1. 16.

    Würden sich alle an die Regeln halten, könnte die Polizei sich um die anderen Kriminellen kümmern.

  2. 15.

    Bitte vor dem kommentieren mal nachdenken. Die Polizei ist die Exekutive im Staat. Wir brauchen keine Privatermittler mit Polizeirechten- aber ohne entsprechende Ausbildung und Kontrolle.

  3. 14.

    Einfach in der Mediathek vom z.. die Sendung ,,Der Clan der Ndrangheta" anschauen, dann weiß man mehr!

  4. 13.

    Weil man dazu sämtliche Geldscheinnummern digital erfassen müsste und bei Bezahlen an der Kassen digital ein Abgleich der Geldscheinnummern erfolgen müsste. Eventuell funktioniert das bei Banken, wenn größere Geldmengen bar eingezahlt werden. Allerdings bezweifle ich stark, dass die Kriminellen das so machen würden.

  5. 12.

    Ah ja, müsste der Steuerzahler den Schaden erstatten, wäre die Aufklärungsquote höher, weil die Lobby des Steuerzahler stärker ist als die der Versicherer? Mal ganz davon abgesehen, dass der Steuerzahler über Erhöhungen der Versicherungsprämien eh zur Kasse gebeten wird, vermute ich mal.

  6. 11.

    Danke für den Tipp!
    *zieht sich Haare-Augen-Mund-Nase-Schutz über*

  7. 10.

    Weil diese Gelder nicht der Staat erstatten muss, sondern eine Versicherung! Bei Steuergeldern wäre die Aufklärung zu 99%! Wären Privatermittler mit den gleichen Kompetenzen, wie die staatliche Behörde (Polizei) ausgestattet, wäre die Aufklärungsquote auch bei 99%.

  8. 9.

    Geldscheine sind doch nich ohne Grund nummeriert, wieso kann man das erbeutete Bargeld nicht mit den Tätern verbinden?

  9. 8.

    Es werden täglich zahlreiche Wert- und Geld-Transporte durchgeführt. Das sachgerechte Sichern mit Farbpatronen ist auch ein zeitlicher Aufwand. Häufig ist nur ein Teil der Koffer mit technischen Abwehrmaßnahmen versetzt.
    Intelligente Berufsverbrecher werden weiterhin jede mechanische und organisatorische Schwachstelle nutzen. Eine geringe Aufklärungsquote und die geringe Wahrscheinlichkeit einer Festnahme wird Berufsverbrecher zu weiteren Straftaten ermuntern.

  10. 7.

    Ich denke die Aufklärungsquote ist auch Ausdruck des desolaten Zustandes der Polizei. Zum Einen Personalfragen und zum
    anderen die Vielzahl der Probleme bei der Ausrüstung. Die Banden haben auch aufgerüstet und sind moderner geworden und die Polizei hängt da ein bisschen hinterher. Großflächige Überwachung scheitert am Datenschutz.

  11. 6.

    Sie meinen vermutlich die elektronischen Transportsicherungen für Geldtransportbehältnisse.
    Diese werden m.W. nur außerhalb der Geldtransportfahrzeuges eingesetzt zur Minimierung des sogenannten "Bürgersteigrisikos", das ist der Weg zwischen Fahrzeug und Kunde (z.B. Supermarkt, Bankfiliale usw.).

  12. 5.

    Schade.. man kann nur hoffen, dass die Ermittlungsbehörden nicht schon im großen Umfang unterwandert wurden.. oder durch Politiker ausgebremst werden. Traurig, in welche Richtung sich Deutschland "entwickelt"...

  13. 4.

    Ja, wir waren das. Neben Masken Deals und unserem lieblings Urlaubsziel Aserbaidschan, haben wir halt noch ein paar Nebeneinkünfte.

  14. 3.

    Wie auch? Die Polizei muss doch die normale Bevölkerung mittels Infektionsgesetz überwachen. Da ist keine Zeit mehr für Kriminalität...

  15. 2.

    Warum werden die Scheine nicht mit einer Farbpatrone unbrauchbar gemacht? das System dafür gibt es doch schon seit Jahrzehnten.

  16. 1.

    Sind bei den Überfällen auch die Clans zugange?

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