Zahlreiche Menschen marschieren bei einer Demonstration gegen die Räumung der Szene-Kneipe "Meuterei" über die Choriner Straße (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Audio: Inforadio | 26.03.2021 | Silke Mehring | Bild: Jörg Carstensen

Demo in Prenzlauer Berg und Mitte - 60 Festnahmen nach Räumung von linker Kiezkneipe "Meuterei"

Nach der Räumung der linken Kreuzberger Szene-Kneipe "Meuterei" ist es in Berlin zu Ausschreitungen gekommen: Autos brannten, die Polizei wurde angegriffen. Hunderte zogen am Abend durch die Straßen. Insgesamt wurden 60 Menschen festgenommen.

Nach der Räumung der linken Szene-Kneipe "Meuterei" in Berlin-Kreuzberg am Donnerstag hat die Polizei insgesamt 60 Personen festgenommen. Grund dafür waren unter anderem Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch sowie Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Bis zum späten Donnerstagnachmittag nahm die Polizei demnach zunächst 14 Frauen und 22 Männer vorläufig fest. Bei weiteren Protesten am Donnerstagabend und in der Nacht auf Freitag kam es dann zu Ausschreitungen. Laut Polizei versammelten sich knapp 1.000 Menschen bei einem Demonstrationszug durch Mitte. Dabei nahm die Polizei nach eigenen Angaben 24 weitere Personen - 13 Männer und 11 Frauen - vorläufig fest.

Aus der Menge heraus seien die Beamten mit Steinen und Pyrotechnik beworfen worden, hieß es. Insgesamt wurden der Polizei zufolge 15 Einsatzkräfte verletzt, ein Beamter sei ambulant im Krankenhaus behandelt worden.

In der Nacht brannten in Berlin zudem mehrere Autos. Ein Zusammenhang mit den Protesten werde geprüft, hieß es.

Zehn angemeldete Versammlungen

Der von einer Einzelperson angemeldete Protestmarsch war einer Polizeisprecherin zufolge am Donnerstag gegen 18:30 Uhr am Mauerpark gestartet und von dort unter anderem über die Eberswalder Straße und die Kastanienallee durch Prenzlauer Berg und die Rosenthaler Straße gezogen. Er führte im Anschluss durch Mitte unter anderem über die Torstraße und die Rosa-Luxemburg-Straße Richtung Karl-Liebknecht-Straße.

Die Demonstration wurde laut Polizei eng von Einsatzkräften begleitet. Rund 800 Kräfte waren demnach im Einsatzbereich, rund die Hälfte davon begleitet den Demonstrationszug, darunter auch eine Einheit der Bundespolizei.

Bis zum späten Donnerstagnachmittag habe es insgesamt zehn angemeldete Versammlungen gegeben. Unter dem Motto "Meuterei" kam es zu vereinzelten Sprechchören gegen die Polizei sowie zum Abbrennen von Pyrotechnik. Die anderen Veranstaltungen verliefen weitestgehend störungsfrei, hieß es in einer Mitteilung der Polizei weiter.

Die Polizei hatte die "Meuterei" am Morgen begleitet von Protesten geräumt. Dabei waren mehr als 1.000 Polizisten im Einsatz. Die Kneipe galt als eines der Symbole für die Verdrängung alternativer Orte.

Sendung: Abendschau, 25.03.2021, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

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  1. 5.

    Parkverbote und Umsetzungen entlang aller Demostrecken - wie im Umfeld der Meuterei erfolgt - können solche Beschädigungen verhindern. Dann müsste die Anzahl der Autos in Berlin jedoch deutlich reduziert werden oder die Umsetzung ins Umland erfolgen, denn es wird viel demonstriert: www.berlin.de/polizei/service/versammlungsbehoerde/versammlungen-aufzuege/
    Zu bestimmten Anlässen parken einige bereits vorsorglich anderswo. Neuerdings informiert die Polizei sogar über die Demorouten, siehe link oben.

  2. 4.

    Wäre schön, wenn man noch hier im Bericht geschrieben hätte, dass die Autos von Unbeteiligten beschädigt worden sind. Laut Polizist, waren es einige. Aber ich bin stolz, dass mein Auto für dieses ehrenhaften Kampf herhalten durfte...nicht.

  3. 3.

    Wieso? Die gezeigte Schriftart ist NICHT Fraktura.
    Warum "Rechte" gerne die auch als "gotische" Schriftart bezeichnete "Fraktura" benutzen ist eh unverständlich.
    Gerade im dritten Reich gegen 1940 wurde auf die Nutzung von Antiqua als Schriftart in Druckpublikationen umgestellt...

  4. 2.

    Ist schon immer witzig! Wenn wenig passiert und die Lage ´stabil´ ist, liegt dies am guten Management der Polizei, wenn etwas passiert, dann liegt es an den gewaltbereiten Demonstranten! Ach wie schön, das unsere Welt, oft so einfach erscheint!

  5. 1.

    Eigentlich benutzen diese Schriftart nicht die Linken!

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