Teilnehmer der Demonstration zum <<Housing Action Day>> des Aktionsbündnisses gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn stehen unterhalb des Fernsehturms. (Quelle: dpa/P. Zinken)
Video: rbb24 | 27.03.2021 | 21:45 Uhr | Bild: dpa/P. Zinken

Housing Action Day 2021 - Hunderte demonstrieren gegen hohe Mieten in Berlin

Mehrere Hundert Menschen haben am Samstag in Berlin für eine Änderung der Wohnungspolitik demonstriert. "Wir hatten 1.500 angemeldet - es könnten etwas mehr geworden sein", sagte ein Sprecher des Bündnisses gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur (DPA) sprach von "Hunderten Teilnehmern", die Polizei von einer "mittleren dreistelligen Zahl zum Start der Demo".

"Gute Wohnungen für alle"

Der Protestzug im Rahmen des europaweiten Aktionstags "Housing Action Day 2021" zog vom Alexanderplatz über den Moritzplatz zum Kreuzberger Mariannenplatz. Die Demonstrierenden zeigten Plakate mit Slogans wie "Gute Wohnungen für alle", "Die Häuser denen, die drin wohnen" und "Deutsche Wohnen enteignen".

Ordner trugen Leuchtwesten mit dem Hinweis "Maske und Abstand", woran sich laut des DPA-Reporters nahezu alle hielten. Die Polizei war demnach deutlich sichtbar präsent. "Es ist bisher alles friedlich", sagte eine Polizeisprecherin nach dem Start der Demonstration am Mittag.

Wohnungen zu leistbaren Mieten gefordert

Das Bündnis gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn fordert unter anderem den Stopp der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, die Senkung der Mieten und die Vergesellschaftung von Wohnungskonzernen. In einem Aufruf des Berliner Mietervereins hieß es: "Wir brauchen sozial und ökologisch lebendige Städte - ohne Armut, Wohnungslosigkeit und Diskriminierung - mit Wohnungen zu leistbaren Mieten für alle."

Auch in Hamburg, Köln, Frankfurt am Main, Leipzig und Potsdam waren ähnliche Aktionen geplant.

Sendung: Abendschau, 27.03.2021, 19:30 Uhr

28 Kommentare

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  1. 28.

    Sich hier die Köppe einzuschlagen lenkt von der Ursache ab. Der Focus liegt hier tatsächlich bei denen, die sich schamlos bereichern. Hier hat es die Politik nicht geschafft Schranken zu setzen. Alle Vermieter werden in einen Topf geworfen und kollektiv verurteilt. Wir können uns hier ordentlich beharken, alle politisch Verantwortlichen sind heil froh darüber, denn niemand prangert ihr Unvermögen an.
    Wenn die Kleinvermieter irgendwann die Nase voll haben von diesen Unterstellungen und ihre Mieter keinen Muks von sich geben, werden immer mehr verkaufen. Die Käufer sind dann sicher nicht das Land sondern eben jene, die das Meiste bieten. Dann hat Berlin die Arschkarte.
    Aber macht ruhig weiter, ihr füttert eure Haie selber.

  2. 27.

    Schauen sie doch mal bei mietenwatch, welches ich als Quelle angeführt habe. Und bringen Sie gerne auch einen Beleg für Ihre Aussagen, die gemäß der genannten Quelle nicht zutreffend sind.

    Und dann stellen Sie sich auch gern die Frage, was die großen Privaten an Wohnungsneubau auf die Beine gestellt haben und in welchem Preisgefüge.

    Und belesen sich dann zu den Nachwirkungen gewisser Wohnungsbauförderungsprogramme in der Vergangenheit.

  3. 26.

    Soll das ein Scherz sein? Am besten raten sie noch ein paar Jahre obdachlos zu sein, spart noch mehr Geld ein und man kommt dann schon nach nur 40 Jahren zu einer Eigentumswohnung. Sinnvoll wäre an dieser Stelle auch zu raten: Wenn die Leute Hunger haben, sollen sie doch Kuchen essen.
    Also wirklich bei ihrem Kommentar spiegelt sich das Problem der Gesellschaft wider.

  4. 25.

    Das Problem hinter Ihrer Argumentation liegt bereits darin, dass Sie ohne Nachweis und verallgemeinernd eine Bereicherung zu Lasten Anderer unterstellen. Die durchschnittliche Miete der DW zum Beispiel liegt nur Cent-Beträge über der Durchschnittsmiete in Berlin und etwa auf dem Niveau der kommunalen Wohnungsgesellschaften. Das passt mit Ihren Unterstellungen schon mal nicht überein. Das Berliner Problem liegt nicht vordergründig in der Miethöhe sondern darin, dass die Stadt einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Sozialgeldempfängern und Geringverdienern aufweist. Denen schafft es der Senat allerdings seit Jahren nicht, ausreichend geförderten Wohnraum bereitzustellen. Da haben alle Regierungen versagt, gerade auch RRG.

  5. 24.

    Zieht doch alle einfach mal ein Jahr in eine andere deutsche Großstadt oder ins Ausland. Wohnraum wird nicht verschenkt. Kann eben nicht jeder 5 Zimmer höchter Standard in Kreuzberg für 10 EUR kalt haben oder noch besser jeder freistehendes Eigenheim mit 600 qm.

  6. 23.

    Ihr letzter Satz zeigt eine asoziale Haltung, von der ich wirklich hoffe, dass diese keine Mehrheitsmeinung darstellt.

  7. 22.

    Sich auf Kosten eines Grundbedürfnis zu bereichern birgt eine soziale Sprengkraft, die nicht lange gutgehen dürfte.

    Die Mietpreise der großen privaten Vermieter liegen am oberen Ende der Skala (mietenwatch.org) und es werden Millionengewinne abgeführt.

    Effektive Regulierung hat es vor Mietenstop und Mietendeckel nicht gegeben, Mietspiegel und Mietpreisbremse dämpfen nur die extremen Auswüchse oder sind nicht durchsetzbar.

    Aber genau die Regulierung zum Wohl auch der schwächeren kennzeichnet die soziale Marktwirtschaft ... nicht der Versuch, mit der freien Wirtschaft zu konkurieren.

  8. 21.

    @Miba: Da gibt es nichts hinzuzufügen. Auf den Punkt.

  9. 20.

    Beschwert euch doch bei denen, die nicht gebaut haben (und verkauft haben weil es sich nicht lohnt und defizitär war). Die Investoren haben gebaut, gekauft und restauriert.. soll das jetzt ihr Fehler sein?
    Wer hat denn die Bebauung von Tempelhof verhindert? Das wart doch ihr. Wer demonstriert denn rum, wenn in der Nachbarschaft ein Haus gebaut werden soll? Das seid doch auch ihr.
    Sich an anderer Leute Eigentum zu bedienen wird nicht lange gut gehen. Ihr könnt froh sein, dass Immobilien immobil sind sonst würden viele unter der Brücke schlafen.

  10. 19.

    Soweit denken kann ich gewiss auch. Die meine ich gewiss nicht, denn die machen ja auch keine großartigen Reisen. Hier leben diese Menschen meist in einer kleinen Plattenbauwohnung mit Unterstützung. Denken sie bitte vorher.

  11. 18.

    Alleine in meinem Bekanntenkreis kenne ich 2 Eigentümer, die ihre Luxuseigentumswohnungen solange leer stehen lassen wollen, bis der Mietendeckel hinfällig wird.
    Außerdem kenne ich ein Mietshaus auf dem Kaiserdamm, indem 50% der Wohnungen seit sehr langer Zeit leerstehen.
    Viel mehr Familien kenne ich, die seit Jahren bezahlbare Wohnungen suchen zur Miete.

  12. 17.

    Gestern hab ich einen ehemaligen Nachbarn getroffen, der jetzt auf dem Land sehr günstig in einer selbst umgebauten Garage lebt. Vor den "Investoren" fliehen geht also auch, aber enteignen ist besser.
    Viele "Luxuswohnungen" stehen auch in Berlin leer und dienen nur der Spekulation. Im Vergleich zu London ist da noch sehr viel Luft nach oben. Deswegen wahrscheinlich jetzt die neuen "Luxus-Hochhäuser".
    www.theguardian.com/society/2014/jan/31/inside-london-billionaires-row-derelict-mansions-hampstead

  13. 16.

    Ich nehme an, Sie haben zu Ihrer Behauptung Quellen zur Verfügung und Verifizierung? Oder handelt es sich womöglich eher um eine von der eigenen politischen Einstellung geprägte Klischeebehauptung? Wie viele Akteure aus der Mieterinnen Bewegung kennen Sie denn? Unabhängig davon, vermeiden Sie eine entscheidende Differenzierung: natürlich gibt es berechtigte Kritik an den hauptsächlich privatwirtschaftlich gebauten Luxus,- oder Eigentumswohnungen, die vielerorts in Berlin aus dem Boden geschossen sind. Bauen ist nicht gleich Bauen. Bezahlbarer Wohnraum ist knapp in Berlin und genau der muss eben auch gebaut werden.

  14. 15.

    Wenn Sie eine Wohnung suchen und jeden Vermieter als Katastrophe bezeichnen, brauchen Sie sich nicht zu wundern, dass Sie keine bekommen

  15. 14.

    Gute Wohnung für alle!!!!!!
    Und am besten für ein paar Cent!!!!!!
    Geht arbeiten und kauft euch eine Wohnung oder Haus. Dann werdet ihr sehen was das kostet.
    (Unterhaltung ect.)
    Für umsonst ist nichts.

  16. 13.

    Ein Teil der Berliner wird dies sicher tun ... für Menschen mit einem Gehalt im Mindestlohnbereich halte ich es für Hohn, zu raten, auf Luxus zu verzichten.

  17. 12.

    In Hennickendorf baute man ehem. Fabrikgebäude um zu schicken Wohnungen. Der Stienitzsee ist gleich nebenan und flugs ist man auch in Strausberg am S-Bhf. Von da geht s bekanntlich nach Berlin. Die B1 und A10 sind aber auch nicht weit. Wo lebt man gesünder ? Berlin darf doch kein schlimmer Molloch werden. Stadtleben ist auch teuer.

  18. 11.

    Vermieter und Investoren sind eine Katastrophe. Wann macht endlich mal jemand was.

  19. 10.

    Also der Senat ist seit Jahren untätig erstmal Grundstücke zu bebauen wo alte Miethäuser verrotten so wie Gehrensseestr/Rhinstr dort tut sich nichts und wenn man sieht das,anderswo neue Grünflächen daran glauben müssen könnte man platzen.
    Wie die Laubenkolonien in Heinersdorf anstatt dort mal kreativ Tunnel zu bohren und die erste unterirdische Tramlinie zu bauen um Karow besser anzubinden.
    Der Senat ist nicht kreativ, wenn ich diese Möglichkeit hätte würde Berlin wachsen und die Kreativste Stadt der Welt werden.
    Aber leider bin ich nur Bürger und nicht Bürgermeister.
    Mfg Christian Teichert

  20. 9.

    Und wieder dieser unsägliche Hinweis darauf,dass alles friedlich ist..
    Das ist der Normalzustand und muss somit nicht erwähnt werden. Mit diesem Hinweis dreht man den Spieß um und erreicht,dass Demonstrationen per se als gewalttätig gelten. Was soll das?

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