Keine größeren Demos geplant - Frauentag am Montag zum dritten Mal Feiertag in Berlin

Feiertag 8. März (Quelle: rbb|24/Barke/Winkler)
Bild: rbb|24/Barke/Winkler

Am kommenden Montag wird der internationale Frauentag in Berlin zum dritten Mal als Feiertag begangen. Berlin ist seit 2019 das einzige Bundesland, in dem der 8. März als gesetzlicher Feiertag gilt. Die Geschäfte bleiben am Montag also - so sie denn im Corona-Lockdown überhaupt würden öffnen dürfen - geschlossen.

2021 jährt sich der Frauentag am 8. März zum 100. Mal. Er wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern sowie den USA organisiert. Damals gingen rund eine Million Frauen in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz auf die Straße und demonstrierten für mehr Gleichberechtigung. Seit 1921 wird der Feiertag jährlich am 8. März begangen. Die Vereinten Nationen riefen den Tag 1975 zum "Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" aus. Der Weltfrauentag ist in mehr als zwei Dutzend Ländern ein gesetzlicher Feiertag, etwa in Angola, China, Georgien, Russland, der Ukraine und Vietnam.

Veranstaltungen ohne große Demos

In Berlin gab es an den Feiertagen 2019 und 2020 jeweils zahlreiche Demonstrationen und Veranstaltungen zum Frauentag. Im vergangenen Jahr kamen etwa 10.000 bis 12.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur größten Demo. In diesem Jahr wird es Corona-bedingt keine größere Demo geben.

Stattdessen haben mehrere Bündnisse und Initiativen unter dem Überbegriff "Frauen*kampftag 2021" dezentrale Aktionen in der Stadt und kleinere Kundgebungen angekündigt. "Wir sehen unsere Fürsorge darin, keine potenziellen Massenansteckungen zu provozieren. Unsere Solidarität mit allen in Pflegeberufen wird so praktisch, indem wir nicht zu weiteren Ansteckungen und weiterer Überlastung beitragen", hieß es in einem Aufruf. Konkretere Infos zu Orten, Zeiten und Art der Veranstaltungen teilten die Initiatorinnen und Initiatoren noch nicht mit.

Das FrauenNetz Marzahn-Hellersdorf will am 8. März traditionell Blumen am Clara-Zetkin-Denkmal in Marzahn niederlegen, um der Frauenrechtlerin und Politikerin zu gedenken. In diesem Jahr können Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur digital Blumen niederlegen - das FrauenNetz macht am Nachmittag eine digitale Veranstaltung.

Das Deutsche Historische Museum bietet um 12:30 Uhr zum Preis von drei Euro eine Livestream-Führung und um zehn Uhr und 15 Uhr zwei Telefonführungen zum Thema "Herstory" an [dhm.de]. Um den Satz "Männer machen Geschichte" zu hinterfragen soll ein neuer Blick auf die Dauerausstellung und damit 1.500 Jahre deutsche Geschichte geworfen werden. Auch das Jüdische Museum bietet eine digitale Führung zum Thema an, der Eintritt ist um 18 Uhr frei.

Außerdem gibt es eine Open-Air-Ausstellung zum Thema "Die Hälfte Berlins" vor dem Amerika-Haus am Zoo und um 19 Uhr einen kostenlosen Livestream aus dem Zeiss-Großplanetarium unter dem Titel "Entdeckerinnen des Kosmos".

Sendung: rbb 88.8, 03.03.21, 17 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Mensch Leute, jetzt hört doch mal auf zu meckern! Ist doch wunderbar, dass Berlin einen freien Tag hat! Übrigens hat Brandenburg den Reformationstag am 31.10. - da müssen dann eben die Berliner arbeiten.

    Und, ganz ehrlich, auf Likörchen und Blumen kann ich echt verzichten. Es geht hier um Gleichberechtigung in allen Bereichen unserer Gesellschaft und es ist gut, dass daran immer wieder erinnert wird.

  2. 16.

    Jetzt meckern Sie sogar schon, wenn Sie frei haben? Gehts noch? Freuen Sie sich doch einfach über den freien Tag. Dass Sie Kinder haben oder einen Job in Brandenburg, daran ist ja wohl nicht Berlin, der Staat oder wir anderen Schuld. Verhütung und besser aufgepasst bei der Jobwahl und Sie könnten den Tag wie ich mit Partner genießen.

  3. 15.

    Na und? Ist sie deswegen als Frau weniger wert? Muttertag kann gern abgeschafft werden. Der stammt nämlich von Hitler. Aber das scheint ihnen ja lieber zu sein.

  4. 14.

    Und Sie sind bekennender 5-Worte-Schreiber, "A".

  5. 12.

    Ich dachte immer das nun auch in Berlin die Fakten zur Entstehung des Frauentages angekommen sind!! Ist aber nur eine Frage der Allgemeinbildung.

  6. 11.

    Der 8. März war auch in der DDR kein Feiertag sondern lediglich ein Gedenktag. Dem Vernehmen nach ging's an diesem Tag in den Betrieben für die werten Damen hoch her. Da hatten die Frauen mit Sicherheit mehr von, als der jetzige sinnbefreite Feiertag, der für Familien, wo mindestens ein Elternteil in Brandenburg arbeitet oder wo Kinder in Brandenburg zur Schule gehen, absolut sinnfrei ist. Aber ein gleicher Feiertag mit Brandenburg war für Die Linke ja nicht akzeptabel, weil mit Religion in Verbindung zu bringen, was für die bekanntermaßen absolut "pfui" ist.

  7. 10.

    Sehr geehrter "A",
    Ich. Denn ich habe am 8.3. Geburtstag (was auch stimmt). Micky Dolenz, Schlagzeuger der Gruppe "The Monkees" übrigens auch.
    Mit freundl. Grüßen

  8. 9.

    Ich machs Ihnen mal einfach und zitiere für Sie die entsprechende Passage aus dem Text, dann müssen Sie nicht so viel lesen:

    "2021 jährt sich der Frauentag am 8. März zum 100. Mal. Er wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern sowie den USA organisiert."

  9. 8.

    Wer braucht diesen OST Feiertag?

  10. 7.

    Vielleicht sollten sie mal mit Ihrem Mann reden!!! Meine Frau bekommt auch heute noch Blumen an diesem Tag. :-))

  11. 6.

    Nelken, es mussten immer Nelken sein, rote zumeist. Frauentag war Früher kein Feiertag, aber einmal im Jahr wurde ausgiebig die Gleichberechtigung gefeiert, und das exzessiv: In vielen Familien und in jedem Betrieb. Aufmerksame Ehemänner deckten morgens den Frühstückstisch.
    Zum Frauentag am 8. März gab es Früher Blumen und Auszeichnungen vom Betrieb. Frau nutzte die Gelegenheit, Frauentag zum ausgiebigen Feiern. Dann war der offizielle Teil zu überstehen: Grußansprache vom Brigadeleiter, am Nachmittag Kaffeetafel im Betrieb mit Überreichung der Aktivistenmedaille (samt Geldprämien) an verdiente Mitarbeiterinnen. Wenn statt Kaffee dann Wein, Likörchen oder Nordhäuser auf den Tisch kamen, konnte der heitere Teil beginnen.





  12. 5.

    Neee, frei hatten wa nisch! Aaaber durchaus mehr Anerkennung der Leistungen von Frauen in der Gesellschaft! Und ne fette Feier mit den Kollegen!

  13. 4.

    Pech für Dich das Du in Brandenburg lebst. Hat Dich keiner gezwungen dazu!! Und das der 1.Mai und der 3.Oktober auf‘s Wochenende fällt, dafür kann die Regierung nun auch mal wirklich nichts!! Vielleicht erstmal überlegen was man hier schreibt.

  14. 3.

    "Früher kriegte ich auf der Arbeit von meinen Kollegen Blumen am Frauentag. " Die Betonung liegt "auf der Arbeit", denn arbeitsfrei wie heute im linksgrünen Berlin, das gabs nicht.

  15. 2.

    Supertoll. Ich hab frei, mein Kind muss zur Schule. Vorteil: ich kann bis mittags UNGESTÖRT die Bude putzen, Betten abziehen, einkaufen gehen. Wow. Was für ein toller Feiertag für Frauen! Berlner Frauen, die in Brandenburg arbeiten, haben auch nicht frei. Dafür fällt der 1. Mai und der 3. Oktober aufs Wochenende. Verspricht, ein super Jahr zu werden! Pandemie, systemrelevant, kein Homeoffice, für Müßiggänger mit arbeiten, und am Frauentag als einzige aus der Familie frei haben. Läuft. Wie alles in Deutschland.

    Früher kriegte ich auf der Arbeit von meinen Kollegen Blumen am Frauentag. Man wurde zuvorkommend behandelt. Ich glaube, da hatte ich mehr von....

  16. 1.

    Ausgerechnet in diesem Jahr, das gerade für die Mütter unter uns so sauer ist, soll frau nicht demonstrieren...

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