Mehr Kinder unter 14 betroffen - Zahl der jugendlichen "Komatrinker" in Berlin erneut gestiegen

Zwei Jugendliche sitzen in Berlin am frühen Abend mit Bierflaschen im Monbijou-Park. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Alkoholexzesse bei Jugendlichen geraten offensichtlich immer stärker aus dem Ruder. Erneut sind die Zahlen derer, die nach "Komasaufen" medizinisch behandelt werden mussten, gestiegen. Zudem sind immer mehr Kinder unter 14 Jahren betroffen.

Die Zahl jugendlicher Rauschtrinkerinnen und -trinker in Berlin steigt. 2019 landeten 365 Kinder und Jugendliche in der Bundeshauptstadt mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus, wie die Krankenkasse DAK-Gesundheit am Mittwoch unter Verweis auf aktuelle Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das seien 13 Prozent mehr sogenannte Komasäufer gewesen als im Vorjahr (2018: 323). Auch im Jahr zuvor war diese Zahl deutlich um 19 Prozent gestiegen.

Steigende Fälle von Behandlungen

Besondere Sorge bereite dabei Fachleuten der Alkoholmissbrauch bei den jüngeren Mädchen und Jungen. In der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen mussten demnach 2019 in Berlin 49 Kinder in einer Klinik behandelt werden. Das waren knapp 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Expertinnen und Experten forderten daher weiterhin eine verstärkte Aufklärung über die Risiken des "Komasaufens".

Alkoholmissbrauch stärker in der Schule thematisieren

Der Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Berlin, Volker Röttsches, nannte die erneut gestiegenen Zahlen "alarmierend". "Wichtige Gesundheitsthemen wie Alkoholmissbrauch sollten im Schulalltag diskutiert werden. "Jedes Kind mit Alkoholvergiftung ist eines zu viel", betonte der Gesundheitsexperte. Alkohol wirke auf junge Menschen schneller, stärker und länger als auf Erwachsene. Deshalb sei das "Komasaufen" bei Jugendlichen so gefährlich.

Sendung: rbb88,8, 24.3.2021, 13 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Einfach die Eltern und nicht die Krankenkasse für die Behandlung und Transport zahlen lassen.
    Wahrscheinlich erfolgreicher

  2. 12.

    Danke für diesen positiven Beitrag! Es ist so schön, endlich auch mal etwas Gutes zu lesen. Leider konzentrieren sich die Menschen immer nur auf das Negative. Dabei gibt es auch so viel Positives in dieser Pandemie. Es ist manchmal auch nur eine Frage der Haltung dazu. Schon lange habe ich nicht mehr soviel gelesen wie im letzten Jahr. Oder war soviel draußen in der Natur wie im letzten Jahr. Es entschleunigt auch ungemein - keine sozialen lästigen Verpflichtungen, man kann sich wieder auf sich selbst konzentrieren. Man lernt wieder, sich selbst genug zu sein, sich nicht immer von außerhalb bespaßen zu lassen und die Beziehungen werden intensiver. Wenn man mal Freunde trifft, sind die Gespräche nicht mehr so oberflächlich und man genießt die Zeit zusammen mehr. Ich könnte noch vieles aufführen, was positiv ist- aber genug. You catch my drift.

  3. 11.

    Also Alkohol wird gekauft weil er auch im Kiosk und auch im Kassenbereich der Supermärkte angeboten wird ?!? Von Jugendlichen ?! Oder was wollen Sie uns sagen ?

  4. 10.

    die Statistik für 2021 wird wohl erst 2023 herauskommen, also was heißt hier Blaupause. Vielleicht ist ja auch umgedreht: Vielleicht macht saufen allein zu Hause ja keinen Spaß, vielleicht haben sich einige ja doch mal wieder intensiver mit ihrer Familie beschäftigt, vielleicht haben einige Jugendliche auch was positives aus dieser Krise für sich selbst mitgenommen. Ich erlebe zu Hause einen Jugendlichen (15) der auch mal ausschlafen kann, es sehr genießt, dass er sich seinen Tag selber einteilen kann, nicht genervt von bescheuerten Mitschülern ist, viel Sport treibt, das Kochen gelernt hat (weil er es auch muss), seine wirklichen Freunde trotzdem jeden Tag spricht/sieht (wenn auch vorwiegend online). Also es gibt auch welche, die gestärkt aus einer Krise herauskommen. Vielleicht kommt es ja auch n bissel drauf an, wie man es so vorlebt?

  5. 9.

    Ja, die Zahlen sind besorgniserregend, dienen sie doch nur als Blaupause für 2020 und 2021.
    Keine Schule, keine Freunde und Schulkameraden, Eltern die nerven, sich allein überlassen, Stress und Zukunftsangst, keine Aussicht auf Änderung, Lokdown, Corona, Hoffnungslosigkeit.
    Die jüngsten Opfer der Gesundheitskrise.

  6. 8.

    Ja, in den Urbanis Kiosken der BVG werden Schnapps und Kippen direkt neben Gummibärchen ausgestellt und angeboten. Ein ähnliches Bild im Kassenbereich vieler Supermärkte. Einfach die Spätis zu "liquor stores" mit Altersbeschränkung umwandeln und den Verkauf von Hochprozentigem - und Tabak - anderswo untersagen :)
    Ob die Konsumenten dann locker mit brown bags reagieren?
    Ist hier wohl vor allem ein Durchsetzungsproblem, siehe aktuelle "Alkoholkonsumverbote" in Grünanlagen und auf Spielplätzen. Ich hab noch niemand mit einer Tüte (um ein Behältnis) gesehen ;)
    Da ich aus gesundheitlichen Gründen beides nicht mehr konsumiere, kann ich leider nicht dienen als Trendsetter.

  7. 7.

    So lange Alkohol und Tabak an jeder Ecke für jeden ohne Aufwand verfügbar ist, und die Kinder den Konsum auch an der Ecke sehen und riechen, Werbung dafür im Internet und im TV penetrant sichtbar ist, solange wird sich auch nichts ändern. Lobbypolitik sein Dank. Die verdienen gut an den Kids.
    Und Alkohol trinken ist im Deutschland halt so normal wie pinkeln gehen.

  8. 6.

    So lange Alkohol und Tabak an jeder Ecke für jeden ohne Aufwand verfügbar ist, und die Kinder den Konsum auch an der Ecke sehen und riechen, Werbung dafür im Internet und im TV penetrant sichtbar ist, solange wird sich auch nichts ändern. Lobbypolitik sein Dank. Die verdienen gut an den Kids.
    Und Alkohol trinken ist im Deutschland halt so normal wie pinkeln gehen.

  9. 5.

    Und Eltern und Erziehungsberechtigte gibt es nicht? Sind denn Schulen für alles verantwortlich? Sollen wir LehrerInnen den Kindern auch noch den Hintern abwischen und das Essen vorkauen?

  10. 4.
    Antwort auf [lackmeyer] vom 24.03.2021 um 17:12

    Dann machen wir es wie in den USA und Kanada. Tüte rum.

  11. 3.

    Am 24.03.2021wied eine Statistik für das Jahr 2019 veröffentlicht....

    Respekt!

  12. 1.

    Wenn keiner in der Schule ist, muss es auch nicht thematisiert werde, Ursache und Wirkung.

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