Menschen demonstrieren gegen die Räumung der Szene-Kneipe "Meuterei" zwei Tage vor der angekündigten Räumung (Quelle: DPA/Paul Zinken)
Bild: DPA/Paul Zinken

Einsatz für Donnerstagmorgen geplant - Mehr als 1.000 Menschen demonstrieren gegen Räumung der "Meuterei"

Böller, Raketen, Sprechchöre: Gegen die geplante Räumung der linken Kiezkneipe "Meuterei" sind am Dienstag mehr als 1.000 Menschen in Berlin auf die Straßen gegangen. Der Einsatz soll am Donnerstag stattfinden. Die Polizei will mit großem Aufgebot anrücken.

Mehr als tausend Menschen haben am Dienstagabend gegen die geplante Räumung der linken Kiezkneipe "Meuterei" in Berlin-Kreuzberg protestiert. Der Demonstrationszug startete gegen
18:45 Uhr nahe der Kneipe in der Reichenberger Straße in Kreuzberg und zog nach Friedrichshain. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur beschrieb die Stimmung der Teilnehmer aus der linken und linksradikalen Szene als "aggressiv", laute Sprechchöre gegen Kapitalismus und die Polizei waren zu hören.

Kneipe soll am Donnerstagmorgen geräumt werden

Immer wieder explodierten Böller, Teilnehmer schossen Raketen ab und zündeten bengalisches Feuer. "Wir sind unregierbar", stand auf einem großen Transparent. Andere Transparente forderten "Hände weg von der Rigaer". Die überwiegend jungen und schwarz gekleideten Demonstranten wollten auch am besetzten Haus "Rigaer 94" vorbei laufen. In der Umgebung des Hauses wurde es noch einmal lauter, Böller wurden von den Dächern geworfen. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vertreten, Polizisten mit Helm begleiteten den Aufzug an beiden Seiten. Ob es Festnahmen gab, war zunächst nicht bekannt.

Die Kneipe "Meuterei" soll nach bisherigen Informationen am Donnerstagmorgen geräumt werden. Von Mittwochnachmittag bis Donnerstagabend hat die Polizei eine Sperrzone in der Umgebung verhängt. Im Internet rufen linke Gruppen schon länger zum Protest am Donnerstagmorgen auf. Die Polizei wird mit einem großen Aufgebot präsent sein.

Nur Anrainerinnen und Anrainer dürfen sich zwischen Mittwoch (24.) 15 Uhr und Donnerstag (25.) 23.59 Uhr in einem abgesperrten Gebiet aufhalten. Dieses reicht von der Reichenberger Straße 61 bis zur Kreuzung der Lausitzer Straße, sowie für die Lausitzer Straße von der Reichenberger Straße bis zur Kreuzung an der Wienerstraße. In dieser Zeit dürfen keine Fahrzeuge in den abgesperrten Bereichen geparkt sein, so die Polizei.

Seit 2019 besetzt

Das Verhältnis zwischen den Nutzerinnen und Nutzern und dem Eigentümer ist bereits seit längerer Zeit zerrüttet. Vor zwölf Jahren wurden die Räume angemietet, 2019 lief der Mietvertrag aus, das Kneipenkollektiv weigerte sich allerdings die Räume zu verlassen und hält die Kneipe seither besetzt.

Sendung: Abendschau, 23.03.2021, 19:30 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 24.03.2021 um 07:35 Uhr geschlossen

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7 Kommentare

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  1. 7.

    Was hat in Lock down - Zeiten die Frage nach Abstand und Maske mit der politischen Gesinnung zu tun? Fakt ist, wenn ich zur Miete wohne und der Vertrag nicht verlängert oder gekündigt wird, muss ich ausziehen. Das hat nix mit rechts oder links zu tun, sondern mit dem Recht des Eigentümers.

  2. 6.

    Endlich kommt wenigstens da das RECHT zum Zug, es wird höchste Zeit.

  3. 5.

    Es geht den Sympathisanten der rechtsextremen AfD ganz sicher nicht um die Einhaltung der AHA Regeln, wie man aus anderen Kommentaren her weiß.

  4. 4.

    ...ich sehe auf dem Bild genau 1 Person (bzw deren Gesicht), und diese ist, der Situation angepasst,fachgerecht maskiert.
    Im Hintergrund scheinen mehrere Menschen ohne ausreichenden Abstand zu stehen, aber ob mit Maske oder nicht,
    gibt das Bild nicht her.

  5. 3.

    Wir haben versehentlich ein altes Bild genutzt. Das Foto wurde nun ausgetauscht, wir bitten um Entschuldigung.

  6. 2.

    Das von Ihnen kritisierte Bild stammt vom 07.12.2019. (Quelle: https://www.imago-images[.de]/st/0095992908)Also kein Grund zur Sorge. Schade, dass dies durch rbb24 nicht in einer entsprechenden Bildunterschrift gekennzeichnet wird.

  7. 1.

    Ich sehe auf dem Bild viele Menschen eng an eng ohne Maske, wo sind die ganzen Empörten, dieWasserwerfer, empfindliche Geldstrafen und Gefängnis fordern?

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