Baustelle der S21 (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Audio: JOURNAL | 03.03.2021 | J. Kowollik | Bild: dpa/Bernd Settnik

Nord-Süd-Anbindung des Hauptbahnhofs - S21 verzögert sich um ein weiteres Jahr

Die neue S-Bahn-Linie 21 zwischen dem Hauptbahnhof und dem Berliner Norden wird sich um ein weiteres Jahr verzögern.

Die Inbetriebnahme der Strecke werde auf Dezember 2022 verschoben, teilte die Deutsche Bahn am Dienstag mit. Grund seien Nachforderungen der Baufirmen in zweistelliger Millionenhöhe hieß es vom Konzernbevollmächtigten für Berlin, Alexander Kaczmarek. "Über Berechtigung und Höhe dieser Nachforderungen wurde zäh gerungen. Nun sind die Verhandlungen abgeschlossen." Die Forderungen hätten auf die Hälfte reduziert werden können, man habe aber Zeit verloren, da während der Verhandlungen wenig gebaut wurde, so Kaczmarek.

Die Neubaustrecke der S21 vom Wedding zum Hauptbahnhof sollte laut Bahn eigentlich mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember 2021 in Betrieb gehen.

Erste Züge sollten ursprünglich schon 2017 fahren

Die Verbindung ist der erste Abschnitt der sogenannten City-S-Bahn, die eines Tages bis zum Südkreuz fahren soll. Ursprünglich sollten auf dem ersten Bauabschnitt zwischen den Bahnhöfen Wedding beziehungsweise Westhafen und dem Hauptbahnhof schon 2017 Züge fahren. Umplanungen und geänderte Bauverfahren führten aber zu Verzögerungen.

Auch die Kosten hatten sich in den vergangenen Jahren immer wieder erhöht. Die Bahn spricht von einer Investitionssumme von gut einer halben Milliarde Euro. Die Summe sei nach wie vor aktuell, hieß es am Dienstagabend.

Die Linie 21 soll eine neue Nord-Süd-Achse für die S-Bahn werden, die in bis zu 20 Metern Tiefe unter dem Parlaments- und Regierungsviertel hindurchgeht und über den Hauptbahnhof führt. Dieser wird dann aus allen vier Himmelsrichtungen mit der S-Bahn erreichbar sein. Bisher gibt es nur eine Ost-West-Anbindung.

Sendung: Abendschau, 02.03.2021, 19:30 Uhr

9 Kommentare

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  1. 8.

    Klingt mehr als verwirrend, dafür kann der Berichterstatter aber nicht. Es ist wohl eher ein hausgemachte Problem bei der Bahn. Wenn die Bahn kein Geld hat, muss man die Finger von Megaprojekten lassen oder läßt sich Fördergelder aus Brüssel überweisen. Der Steuerzahler kann dafür nicht gemolken werden.

  2. 7.

    Was mich an dem ganzen Projekt wundert: als das Loch da war und man die Fernbahngleise vom Potsdamer Platz über Hbf nach Norden gelegt hat, warum wurde dann nicht gleich der im Prinzip parallel verlaufende Tunnel mitgebaut?
    Welche(r) Entscheidungsträger(in) war hier einfach zu unfähig?

  3. 6.

    Die Linie bringt nur einen verkehrslichen Wert wenn sie südliche Streckemverbindung fertig gestellt ist.

  4. 5.

    Das kommt jetzt aber überraschend. So ein Quatsch! Die Firma fordert mehr Geld und lässt gleichzeitig die Arbeit schleifen? Wie wäre es jetzt mit einer Vertragsstrafe wegen Verzögerung?
    Unabhängig davon, dass kein Mensch diese Stummellinie braucht und der Ring durch die zusätzlichen Ein- und Ausfädelungen noch unzuverlässiger werden wird.
    Mal wieder so ein typisches BERliner Projekt.

  5. 4.

    Ein Hauptbahnhof ist ja nicht nur ein Bahnhof mit einem ganzen Bündel von städtischen Verbindungen, seit jeher bildeten Hauptbahnhöfe immer auch ein recht urbanes Umfeld. Das ist vom Berliner Hauptbahnhof getrost nicht zu erwarten. Außer recht beliebig gestalteten Glas-, Stahl- und Betonfassaden, die allesamt sämtliche Energielabels erfüllen mögen, hat das Umfeld nichts zu bieten. Soweit Menschen Empfindungen in sich tragen, wird sich das Besagte m. E. auch nicht ändern.

  6. 3.

    Welche Linie soll denn von Wedding zum Hauptbahnhof fahren?
    Der Nordring zum Westhafen ist eh schon voll.
    Und wenn jetzt noch jede 2. S-Bahn zum Hauptbahnhof abbiegen soll???
    Man hätte die S-Bahn vom Hbf. zum Westhafen leiten und dort einen Doppelbahnhof bauen sollen. Dort wäre Platz und eine Weiterleitung nach Tegel möglich.

  7. 2.

    Der Bürger soll auf das Auto verzichten, dies geht aber nur, wenn der ÖPNV ausgebaut wird. Wenn es um Einschränkungen für Autofahrer geht, gibt es nie "Bauverzögerinnen".

  8. 1.

    "Die Neubaustrecke der S21 vom Wedding zum Hauptbahnhof werde mit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember in Betrieb gehen, teilte ein Bahnsprecher laut Meldung der DPA vom Samstag (09.01.2021) mit."

    Und heute, gute 8 Wochen später, hat sich der Termin um EIN JAHR verschoben, weil man "zäh gerungen" und "wenig gearbeitet" hatte?
    Und was hat man erreicht? Bei Gesamtkosten von 500 Mio€ hatte die Bahn die Nachforderungen "in zweistelliger Mio-Höhe", sagen wir einfach mal 10....80 Mio auf die Hälfte reduziert.
    Also: Kosten um 1...8 % gesenkt, Inbetriebnahme ein Jahr später! Das nenne ich umsichtiges und sparsames Management...
    Aber vielleicht gibt es ja noch andere Gründe als die Baufirmen...

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