Statistikamt veröffentlicht Unfallzahlen - 238 Unfälle mit E-Scootern im Berliner Stadtgebiet gezählt

Fr 26.03.21 | 11:51 Uhr
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Symbolbild: Einumgefallener E-Scooter liegt auf einem Gehweg (Bild: dpa/Frank May)
Bild: dpa/Frank May

In Berlin hat es im vergangenen Jahr insgesamt 238 Unfälle mit E-Scootern gegeben, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden. Das geht aus den vorläufigen Unfallzahlen für 2020 hervor, die das Statistische Bundesamt am Freitag veröffentlicht hat.

Ein Unfallopfer starb, 34 wurden schwer, 203 leicht verletzt. Damit liegen erstmals Unfallzahlen für ein komplettes Jahr vor. Die E-Tretroller sind in Berlin seit dem 15. Juni 2019 zugelassen.

Mit den ausbleibenden Touristen und den strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie blieben E-Tretroller und E-Roller im Frühjahr 2020 meist ungenutzt, die Nachfrage sank in Richtung Nullpunkt. Inzwischen sind nur noch die E-Scooter des Berliner Start-ups Tier Mobility auf den Straßen unterwegs.

Alkoholkonsum häufigste Ursache für Unfälle

Bundesweit registrierte die Polizei im vergangenen Jahr demnach 2155 Unfälle mit E-Scootern. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, 386 wurden schwer verletzt und 1907 leicht. Die meisten E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden gab es den Daten zufolge in den bevölkerungsreichsten Bundesländern Nordrhein-Westfalen (566) und Bayern (334), die wenigsten in Mecklenburg-Vorpommern (16) und Thüringen (11).

Bei fast Dreiviertel der bundesweiten Unfälle, rund 72 Prozent, sei die Fahrerin oder der Fahrer hauptverantwortlich gewesen. Es handelte sich den Angaben zufolge besonders häufig um Fahrunfälle, bei denen die Fahrenden die Kontrolle über den E-Scooter verloren, ohne dass andere dazu beitrugen. Mit 18,3 Prozent häufigste Unfallursache sei Alkoholkonsum gewesen. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum betraf dies bei Fahrradfahrern 7,1 Prozent. Die E-Scooter-Fahrer hätten zudem häufig die Fahrbahn oder Gehwege vorschriftswidrig benutzt oder seien zu schnell unterwegs gewesen.

Die Unfälle geschahen meist mit jüngeren Menschen am Lenker: 76 Prozent waren jünger als 45 Jahre, knapp 34 Prozent jünger als 25 Jahre. Nur rund sieben Prozent der Fahrerinnen und Fahrer waren älter als 65 Jahre. Bei 918 der 2155 Unfälle mit Personenschaden gab es den Angaben zufolge keinen Unfallgegner. Insgesamt spielen E-Scooter im Unfallgeschehen aber eine vergleichsweise geringe Rolle: 2020 registrierte die Polizei 264.000 Unfälle mit Personenschaden, nur an 0,8 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer beteiligt.

Sendung: rbb24, 26.03.2021, 13 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Die alten Menschen hier wieder..wie sie sich künstlich aufregen. „Früher hatten wir nen Bollerwagen und alles war besser..“
    Leute, wenn ihr die Roller nicht nutzt, dann freut euch doch, dass jüngere Generationen sie nutzen. Ich verbiete euch auch nicht euren Rollator.

  2. 11.

    " ... um Autofahrer zu vergraulen und Kamikazefahrradfahrern den roten Teppich auszulegen."

    Ein recht merkwürdiges Verständnis m. E. und offenbar eine recht selektive Wahrnehmung der Realität. Allenfalls ist es so, dass sich die Zahl der Vergehen aufgrund der gestiegenen Zahlen beim Radverkehr gleichverteilt und das hat dann v. a. mit der Gleichverteilung der Naturelle zu tun.

    Allerdings, das lernt jeder autofahrende Mensch schon bei der Fahrprüfung, gibt es so etwas wie eine verschuldensunabhängige Gefährdungshaftung. Diese ist schlicht u. einfach darin begründet, dass allein durch die Fortbewegung mit dem Auto eine Gefährdung da ist, die ohne das nicht da wäre und mit dem Rad auch nicht gleichgesetzt werden kann.

    Quintessenz:
    Die Streuung der Charaktere und das Lebensalter sind mittlerweile bei Kfz. u. Fahrrädern gleichverteilt. Das Ausmaß der Schädigung ist bei Ersterem höher. E-Roller sind ersichtlich zu drei Viertel Fahrzeuge junger Menschen, überwiegend aus Jux.

  3. 10.

    Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, sollte nach einer gewissen Zeit überprüft werden, ob es zu mehr Unfällen kommt und dass man dann Verbote, Einschränkung oder so etwas in der Art machen. Aber davon will bestimmt niemand mehr was wissen. Wir nehmen das wie immer einfach hin - und meckern.
    Abgesehen davon ist das kein umweltfreundliches Modell.. und das in der Stadt, die doch so viel tut, um Autofahrer zu vergraulen und Kamikazefahrradfahrern den roten Teppich auszulegen.

  4. 9.

    Der Altersquerschnitt der Benutzenden deckt sich auch mit meiner Beobachtung: Keineswegs ein Verkehrsmittel, was gerade Älteren "die letzte Meile von Bus und Bahn bis zur Haustür erleichtert", sondern benutzt von jungen Menschen, noch enger gefasst: um der Schrägheit und Coolheit des Gefährts willen benutzt wird.

  5. 8.

    Wen interessiert denn wirklich, ob sich besoffen oder zugekiffte mit den Dingern auf die Fr....... packen? Absolut uninteressante Meldung.

  6. 7.

    Die Dinger sind einfach nur Spielzeug und haben deshalb im Öffentlichen Raum nichts verloren. Also verbieten!

  7. 6.

    Ich hatte mich so gefreut, die Mistdinger im Sommer weniger auf den Straßen zu sehen. Mittlerweile stehen sie wieder hier in Prenzlauer Berg überlal auf den Gehwegen rum und versperren einem den Weg. Ich dachte es wurde letztes Jahr entschieden, dass es feste Abstellplätze für die Dinger geben sollte? Oder hab ich das geträumt?

  8. 5.

    Sie meinen den "echauffierte Aufschrei" der erfolgt, wenn mal wieder ein KFZ Führer aufgrund von Unachtsamkeit einen Fußgänger oder Radler umgekachelt hat, Eve? Nun, Ihre offensichtlich an "Autohasser" gerichtete Frage läuft so ziemlich ins Leere, denn:

    Zitat aus dem Artikel: "Insgesamt spielen E-Scooter im Unfallgeschehen aber eine vergleichsweise geringe Rolle: 2020 registrierte die Polizei 264.000 Unfälle mit Personenschaden, nur an 0,8 Prozent war ein E-Scooter-Fahrer beteiligt."

  9. 4.

    Hier kommt der gewünschte absurde Aufschrei: "Bei Unfällen werden die Tretrollenden zu Raser*innen und das Gerät zur Waffe, dann sind es Täter*innen, die mitunter als Mörder*innen gelten können, wenn..." Die Verbote laufen dann so ab: Zuerst wird in Medien/Talkshows moralisiert, dann werden die "missgünstigen Neider*innen" für "Stimmung" sorgen bevor es zu Verboten kommt...und die umweltschädlich hergestellten Batterien mittels "Kinderarbeit" im Ausland wieder recycelt werden können. Der Prozess läuft schon so seit Jahren: Pharmaindustrie, Autoherstellung usw. Nur "Naive*innen" glauben noch daran, dass das aufhört - bis man selbst betroffen ist.

  10. 3.

    Wo bleibt in der Kommentarsekton der echauffierte Aufschrei nach Verboten?

  11. 2.

    Dann wäre das jetzt doch der richtige Zeitpunkt die Zulassung für E-Tretroller zu widerrufen und diesem Blödsinn damit ein Ende zu bereiten!

  12. 1.

    Und das sind nur die Unfälle, die gemeldet wurden. Die Dinger stehen immer viel noch auf Geh- und Radwegen rum.

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