Berlin-Weißensee - Tatverdächtige Frau bei Polizeieinsatz durch Schüsse verletzt

Do 04.03.21 | 10:48 Uhr
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Kriminaltechniker untersuchen einen Tatort in der Berliner Allee in Weißensee (Quelle: Morris Pudwell)
Audio: radioBerlin 88,8 | 04.03.2021 | Juliane Kowollik | Bild: Morris Pudwell

Bei einem Polizeieinsatz in Berlin-Weißensee ist am Mittwochabend eine Frau verletzt worden. Wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte, soll eine 68-Jährige gegen 21:45 Uhr in einer Tram einen anderen Fahrgast mit einem Messer bedroht haben. Als Einsatzkräfte an einer Haltestelle eingetroffen seien, habe sie zudem eine Schere in der Hand gehalten.

Die Frau sei mehrfach aufgefordert worden, beide Gegenstände fallen zu lassen, hieß es, und habe auch auf einen Warnschuss nicht reagiert. Daraufhin hätten die Einsatzkräfte mehrere Schüsse auf die Frau abgegeben und sie dabei am Bein getroffen. Die 68-Jährige sei dennoch in der Lage gewesen zu flüchten und habe erst durch einen Polizeihund gestoppt werden können.

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurde die Frau anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert; ihre Verletzungen seien nicht lebensgefährlich gewesen, hieß es. Eine Mordkommission habe die Ermittlungen übernommen. Die am Einsatz beteiligten Polizisten würden seelsorgerisch betreut.

Sendung: Abendschau, 04.03.2021, 19.30 Uhr

22 Kommentare

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  1. 22.

    Würden Sie das auch so sehen und schreiben, wenn die Frau Sie oder, falls vorhanden, Ihre Kinder angegriffen und vielleicht schwer verletzt oder sogar schlimmer, hätte? Dann wären Sie vermutlich die erste, die lauthals nach der Polizei und deren Eingreifen schreien würden. Mit dem Blut haben Sie sicherlich Recht, Ihre Meinung zum Vorgehen der Polizei ist allerdings jenseits von Gut und Böse. Wenn die Polizei in solche Situationen gerät und dabei selbst oder andere in Gefahr gebracht werden durch Personen wie diese bewaffnete Dame, sollte man als einigermaßen gebildeter Bürger nicht noch danebenstehen und Beifall klatschen.

  2. 21.

    Auf eine 68jährige Frau zu schießen und einen Hund auf sie zu hetzen war total unverhältnismässig. Das macht mir Angst. Und das Blutbad, was der Hund angerichtet hat, ist heute noch auf dem Bürgersteig zu sehen. Eine Anwohnerin hat jetzt erst mal die Polizei aufgefordert, sich um die Beseitigung zu kümmern. Direkt daneben macht heute Jannys Eis auf und es werden dort viele Kinder sein...

  3. 20.

    @boomer61, das Phänomen nennt sich selektive Wahrnehmung. Ich lese auch jeden Tag Nachrichten, aber der gesteigerte Gebrauch von Dienstwaffen ist mir nicht aufgefallen. Aber vielleicht beschäftigt Sie das Thema gerade. Aber der Ausdruck "recht schnell von Schusswaffen Gebrauch gemacht" suggeriert leider ein Fehlverhalten der Polizei.
    Da stimme ich den meisten Kommentatoren zu, die Polizei hat für mich erstmal rechtmäßig gehandelt.

  4. 19.

    Ich entschuldige mich für die Wortwahl - eine Unterstellung geht natürlich über einen Eindruck hinaus.

    Vielleicht werden Ihre Fragen ja noch beantwortet.

  5. 18.

    Offenbar wollte man Schlimmeres vermeiden, Das Ergebnis lässt sich doch sehen: niemand ist gestorben und es wurde alles versucht, die Frau zunächst ohne Gewalt zur Vernunft zu bringen. Ich habe nicht das Gefühl, dass in Berlin übermäßig von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wird. Sonst wäre es auch keine Meldung wert.

  6. 17.

    Ich habe bei Facebook ein Video gesehen wo man das Gefühl hatte das die Polizisten im ersten Moment etwas vielleicht überfordert waren. Aber auch die Frau hatte man das Gefühl war nicht mehr Herr ihrer Sinne bei dem Verhalten von ihr und wie orientierungslos sie zwischen STRABA und Bus und den Autos her lief zeigte mir das sie evtl Krank war und verwirrt. Da liegt leider die Gefahr für Leib und Leben aller in der Nähe befindlichen Personen und da die Frau auch nach Aufforderung der Polizei nicht reagierte hätte aber auch nur ein Schuß gereicht und nicht wie in dem Bericht von mehreren. Aber warten wir ab was die Ermittlungen ergeben werden...

  7. 16.

    Vielleicht mögen Sie damit Recht haben. Allerdings hatte "früher" auch nicht jeder 12jährige ein Klappmesser griffbereit in der Hosentasche bzw. trugen kriminelle Clans ihre "Streitigkeiten" nicht offen mit scharfen Waffen in aller Öffentlichkeit auf den Straßen und Plätzen aus.

  8. 15.

    Zitat: "Ich glaube mal, das es objektiv betrachtet, alles in Ordnung ist."

    Sie meinen sicher subjektiv betrachtet, Rüdiger. Diese 68-Jährige Frau scheint sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden zu haben und sehr aggressiv gewesen zu sein. Von der Couch aus lässt sich natürlich schwerlich beurteilen, ob die eingesetzten Mitten der Polizei der Situation angemessen waren. Man sollte also die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten. Wobei mehrere gezielte Schüsse auf den Körper und "Fass Hasso! schon recht krass wirken . . .

  9. 14.

    "Ich glaube mal, das es objektiv betrachtet, alles in Ordnung ist. Einschätzungen aus der Ferne ohne eigentliche Kenntnis des Zusammenhanges sind schlecht möglich. "
    Merkwürdige Argumentationskette - kann man tatsächlich OBJEKTIV GLAUBEN? Bei genügend Glauben benötigt man natürlich keine Kenntnisse und jegliches kritisches Hinterfragen erübrigt sich.

  10. 13.

    Noch so ein Denker, der mir was unterstellen will. Nein, ich hege keine Abfälligkeit gegen Polizisten, aber ich verfolge seit Jahrzehnten die Nachrichten und habe nun mal den Eindruck, dass in letzter Zeit häufiger Schusswaffen bei Einsätzen gezückt werden. Solche Meldungen kannte ich früher nur von unerlaubten Grenzübertritten an der Berliner Mauer.

  11. 12.

    Waren Sie dabei, um über eventuelle schlechte Ausbildung reden zu können. Ich glaube mal, das es objektiv betrachtet, alles in Ordnung ist. Einschätzungen aus der Ferne ohne eigentliche Kenntnis des Zusammenhanges sind schlecht möglich.

  12. 11.

    Ich denke auch, ohne dabeigewesen zu sein, dass es so vollkommen richtig war. Ich möchte nicht an die Kommentare hier denken, wenn die Polizisten vor Ort nicht so eingegriffen hätten und die Frau vielleicht sogar mehrere Passanten verletzt oder vielleicht sogar schlimmeres passiert wäre. Wie hätte man sich dann hier wohl über die Polizisten das Maul zerrissen. Die Polizei ist dafür da, schlimmeres zu verhindern. Es sind ausgebildete Beamte und keine Gebetsbrüder.

  13. 10.

    Eine 68-jährige Frau mit einem Messer UND einer Schere - also in jeder Hand eine Waffe?
    Es wurden MEHRERE Schüsse AUF die Frau abgegeben, von denen EINER getroffen hat.
    Die am Bein verletzte, also GEHBEHINDERTE Frau flüchtet und kann erst durch einen POLIZEIHUND gestoppt werden.
    Eventuell sollte über die Ausbildung unserer Polizei nachgedacht werden.

  14. 9.

    Wie kommen Sie darauf, dass ich den Polizisten Willkür unterstelle? Vielleicht häufen sich einfach die Presseberichte diesbezüglich im Vergleich zu anderen Situationen? Vielleicht ist der obige Artikel auch einfach zu ungenau? Auf jeden Fall lasse ich mir nicht unterstellen, dass ich etwas unterstelle, denn ein Eindruck ist keine Unterstellung.
    Ich habe lediglich eine Frage gestellt, die vielleicht auch der RBB beantworten kann, da die Mitarbeiter sicher einen besseren Überblick über Polizeimeldungen haben als ich.

  15. 8.

    Selbst der älteste Mensch strahlt mit Messer und Schere in der Hand eine Gefahr aus.
    Ich finde es nicht übertrieben, wenn zuerst mehrere Aufforderungen ausgesprochen wurden, die Gegenstände fallen zu lassen und dann auch noch ein Warnschuss abgegeben wurde. Und schließlich wurde die Frau im Bein getroffen, also nicht lebensgefährlich. Für mich klingt das eher wie ein vorbildlicher Ablauf eines Einsatzes der Schusswaffe - natürlich wünscht sich jeder, wahrscheinlich insbesondere der/die Schießende, dass sich die Situation ohne Schusswaffeneinsatz lösen lässt. Wie hätten Sie versucht, die Situation zu lösen?

  16. 6.

    Doch, das wuerden sie schaffen. Aber wieso sollten sie sich dieser unnoetigen Gefahr aussetzen und dabei riskieren, selbst erheblich verletzt zu werden?

    Es gibt wichtigere Einsaetze, wofuer Polizisten ihr Leben aufs Spiel setzen muessen.

    Vielmehr hoere ich aus ihrem Kommentar eine Unterstellung heraus. Eine Abfaelligkeit gegenueber Polizisten.

    aber auch ihnen wird von der Polizei geholfen, wenn sie in Not sind. Keine Angst.

    Angenehmes Leben noch.

  17. 5.

    Die Verwendung von Messern als Drohwaffe ist daher schwierig , da auch bei einer Distanz von mehreren Metern große Gefahr vom Angreifer ausgeht. Ich glaube man spricht hier immer von mind 7 m. Und wenn mich die Polizei auffordert die Gegenstände fallen zu lassen, sollte ich das dann vielleicht auch tun. Immerhin konnte sie ja nach dem Schuss immer noch flüchten.Hätte die Polizei gezögert und jemand wäre durch den Messerangriff zu schaden gekommen hätten die Beamten es auch nicht richtig gemacht.

  18. 4.

    Der Bericht über das Geschehen ließt sich als ob dies aus den USA käme

    und auch Komisch ist, "Daraufhin hätten die Einsatzkräfte mehrere Schüsse abgeben"
    Bitte was?!
    mehrere Schüsse?! und Sie ist nur am Bein getroffen und ist dann geflüchtet?!
    hätte man da nicht einfach pepper spray oder ähnliches nehmen können?!
    ich meine nur

  19. 3.

    Ich denke, dass die Menschen, die diesen Eindruck haben (ohne den Sachverhalt zu kennen) tatsächlich in der Unterzahl sind.

    Vielleicht erstmal die Umstände des Falls aufklären lassen, bevor hier den Polizisten Willkür unterstellt wird...

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