Impflinge warten im Corona Impfzentrum Messe Berlin auf ihre Impfung. Quelle: Michael Kappeler/dpa
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Vertragsänderung verzögert sich - Kassenärztliche Vereinigung steuert Impfzentren länger als geplant

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) gibt die Koordination der Berliner Impfzentren noch nicht wie geplant an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ab. Der Wechsel war ursprünglich zum 1. Mai geplant. Der bisherige Vertrag zwischen KV und Gesundheitsverwaltung sollte auslaufen, dafür sollte das DRK Vertragspartner der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) werden.

Doch die Ausarbeitung der neuen Verträge verzögert sich nun. Es gebe noch Klärungsbedarf bei den juristischen Feinheiten, sagt die Sprecherin der Impfzentren, Regina Kneiding, dem rbb. Der alte KV-Vertrag soll nun noch einen Monat lang weiterlaufen. Voraussetzung dafür ist, dass der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses am Mittwoch die erforderlichen Mittel bewilligt. Auf den Betrieb in den Impfzentren hat diese Änderung nach rbb-Informationen keine Auswirkungen.

KV will Hausärzte stärker beteiligen

Zwischen der KV und dem Senat gab es schon länger Differenzen: Die KV plädiert dafür, mehr in den Hausarztpraxen ihrer niedergelassenen Ärzte zu impfen - nur so sei eine deutliche Erhöhung des Impftempos möglich. Der Senat aber setzt weiter auf die Impfzentren. Auch der Schichteinsatz der Mediziner in den Impfzentren hat bei der KV Unmut hervorgerufen.

Die Regelung zur Koordination der Berliner Zentren ist komplex, weil sie auf umfangreichen Gesetzen zu Sozialabgaben basiert. KV und DRK betonen, dass man gemeinsam sicherstellen wolle, dass auch ab 1. Mai weiter geimpft wird in Berlin. Durch die Zusammenarbeit soll sich unter anderem die Einteilung der Ärzte für die Zentren verbessern.

2 Kommentare

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  1. 2.

    Ich finde die Versorgung über die Impfzentren auch weiterhin notwendig und richtig.
    Dass die Hausärzte auch Impfen ist gut, in dünn besiedelten Gebieten aufgrund der teilweise sehr weiten Wege zum nächsten Impfzentrum sogar essentiell. Das macht aber die Impfzentren, gerade in Großstädten, nicht weniger wichtig. Denn die Hausarztdichte im Verhältnis zur Einwohnerzahl ist z.B. in den Bezirken Berlins schon unterschiedlich, so dass man in den besser gestellten Gebieten Berlins dann wohl im Schnitt eher Aussicht auf eine Impfung über den Hausarzt hat. Da sollte man unbedingt einen Ausgleich schaffen, damit diejenigen, die durch beengtere Wohnverhältnisse schon einem höheren Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, nicht noch weiter ins Hintertreffen geraten. Impfzentren und vielleicht auch (wenn die Priorisierung aufgehoben werden konnte) Aktionen mit mobilen Impfteams (Impfbusse o.ä.) sind da sicher geeignet, die Versorgung wirklich rfür alle gleichermaßen bereitzustellen.

  2. 1.

    Je fruher die KV die Hände aus dem Spiel nimmt, umso besser für die zu Impfenden! Diese ganzen ekelhaften Manöver, die Impfpriorisierung auszuhebeln und die Impfzentren auszuschalten, fienen doch nur dem Amtsdünkel von KV-Funktionären auf Kosten der zu impfenden. Die KV trat mit der Lüge an, aufgrund des „Vertrauensverhältnisses“ zwischen Hausarzt und Patient Widerstände gegen Astrazeneca auszuräumen; verimpft wurde dann nicht etwa Astrazeneca, sondern Biontech. So lassen sich kostbare Vakzine erschleichen und gegen die Impfpriorisierung willkürlich verballern.
    Hoffentlich bleibt der Senat standhaft und hält die super funktionierenden Impfzentren aufrecht.

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