Das Schild mit der Aufschrift "Landgericht Berlin" am Eingang des Gerichts (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Bild: dpa/Fabian Sommer

Landgericht Berlin - Autofahrer nach Raserei zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht Berlin hat am Mittwoch einen 44-Jährigen wegen eines verbotenen Autorennens sowie wegen gefährlicher Körperverletzung, Gefährdung des Straßenverkehrs und Unfallflucht zu einer Haftstrafte von dreieinhalb Jahren Haft verurteilt.

Dem Gericht zufolge hatte der Mann im Mai vergangenes Jahr in Berlin-Marienfelde nahe der Kreuzung Großbeerenstraße/Daimlerstraße einen Unfall verursacht, bei dem der Fahrer eines Motorrollers schwer verletzt wurde. Der Mann sei durch die Kol­li­si­on 15 bis 18 Meter weit durch die Luft geschleudert worden. "Er ist bis heute nicht belastbar", sagte der Vorsitzende Richter.

Obwohl sich der Roller in die Front des Unfallwagens gebohrt hatte und festklemmte, sei der Angeklagte noch 5,3 Kilometer weiter gefahren. Rund zwei Promille Alkohol im Blut seien später bei ihm festgestellt worden. Das Gericht verhängte zudem eine vierjährige Führerscheinsperre gegen ihn.

Angeklagte sprach von "Filmriss"

Der Vorwurf des versuchten Mordes habe sich nicht bestätigt, betonte der Richter. "Wir sehen keine bedingte Tötungsabsicht". Das Gericht folge einem psychiatrischen Gutachter und gehe von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit des nicht vorbestraften Mannes aus.

Der Angeklagte hatte um Verzeihung gebeten und von einem "Filmriss" gesprochen.

Der Verteidiger plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Sendung: Abendschau, 21.04.2021, 19:30 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Zitat: "auf Mimi machen."
    Meinen Sie mit Mimimi so'ne abschätzige Abk. für Mitbürger mit Migrationshintergrund??
    Klingt für mich eher geringschätzig und den nötigen Respekt vermissed - nach meiner Meinung.

  2. 10.

    Nein!
    Höchstens wegen versuchten....
    Wo sehen Sie denn hier eigentlich (gerichtsfest nachweisbare!) Mordmerkmale, Sie wissen schon die täter- oder tatbezogenen aus §211?

  3. 9.

    ...genau so ist es! In der DDR war das ebenfalls so geregelt. Also Pappe für immer weg...

  4. 8.

    Ohne Drogen & Alkohol im Blut wäre er wohl wegen Mordes angeklagt wurden, oh man was für ein Rechtssystem in unserem Land...

  5. 7.

    Doch, genau die rund 2 Promille haben seine Schuldfähigkeit vermindert.
    GsD obliegt es der Führerscheinbehörde, ob er ihm nach Ablauf der Sperrfrist eine neue Fahrerlaubnis ausstellt, ggf. wird eine MPU angeordnet.

  6. 6.

    „Schließlich wurde der Alkohol vorsätzlich konsumiert“ - der Konsum von Alkohol ist in Deutschland aber keine Straftat.
    Das wird dir Weißbier-Partei auch noch eine Weile zu verhindern wissen.

    Ansonsten käme man durchaus zu einem juristisch anderen Ergebnis.

  7. 5.

    Unter Alkoholmissbrauch ein Verkehrsunfall zu verursachen gilt in einigen Ländern als vorsätzliche Straftat.
    Schließlich wurde der Alkohol vorsätzlich konsumiert.

  8. 4.

    Wieso liegt eine verminderte Schuldfähigkeit vor? Doch wohl nicht wegen des Alkohols! Das ist muss eher noch erschwerend wirken! Wer trinkt, gehört nicht ans Steuer! Wer das mißachtet und dann noch andere gefährdet und verletzt gehört streng bestraft, egal ob es hinterher leid tut! Der Führerschein muss zudem lebenslang entzogen werden!

  9. 3.

    Dies ist gesetzlich geregelt. Eine Führerscheinsperre dauert maximal 5 Jahre. Es kann aber „wenn zu erwarten ist, dass die gesetzliche Höchstfrist zur Abwehr der vom Täter drohenden Gefahr nicht ausreicht“ eine längere bzw. lebenslange Sperre verhängt werden. In diesem Fall liegt die drohende Gefahr aber nicht vor.
    Davon abgesehen kann der Täter erst nach der Sperre versuchen, seine Fahrerlaubnis wiederzuerlangen (MPU). Es heißt nicht, daß er sie einfach zurück bekommt.

  10. 2.

    Abgesehen und getrennt vom Strafmaß verstehe ich manchmal nicht, wieso nicht öfter die Fahrerlaubnis dauerhaft eingezogen wird. Auch wenn man von einem vermindert Schuldfähigen totgefahren wird, ist man tot.

  11. 1.

    Der dürfte NIE wieder ne Fahrerlaubnis bekommen wenn der aus´der Haft rauskommt - den Rest seines armseligen Lebens mit den Öffis fahren muss der. Spricht von Filmriss, bittet um Verzeihung. Erst saufen, jemanden fast umbringen, andere gefährden und dann mit ner Entschuldigung einen auf Mimi machen.

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