Eingang zum Berliner Kriminalgericht in der Turmstraße in Moabit (Quelle: Bildagentur-online/Joko)
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Vorwurf: Raubmord - Prozess um Mord an Pastor aus Moabit gestartet

Nach dem gewaltsamen Tod eines Berliner Pastors müssen sich seit Donnerstag zwei Männer vor dem Berliner Landgericht verantworten. Zum Auftakt des Mordprozesses ließ der 21-jährige Angeklagte über seinen Anwalt erklären, er sei unschuldig, er habe den 77-Jährigen nicht getötet.

Der zweite Angeklagte im Alter von 24 Jahren schwieg zu den Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft legt den Männern zur Last, den Pastor aus Habgier und in Verdeckungsabsicht getötet zu haben. Das Opfer soll ausgeraubt, geschlagen und mit einem Kissen erstickt worden sein.

Angeklagter mit intimer Beziehung zum Pastor?

Der 24-jährige Angeklagte soll eine intime Beziehung zu dem Pastor unterhalten und sich regelmäßig in dessen Wohnung in Berlin-Moabit aufgehalten haben. Er habe dem 21-Jährigen und weiteren Personen laut Anklage berichtet, dass der 77-Jährige vermögend sei.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 24-Jährige den Mitangeklagten sowie einen bislang unbekannten Mittäter in die Wohnung eingelassen habe. Der 21-Jährige habe das Oper geschlagen und getreten, den Pastor dann in einem spontanen Tatentschluss mit einem Kissen erstickt, so die Anklage. Der 24-Jährige habe das billigend in Kauf genommen. Er habe während der Gewaltattacke Verstecke von Wertgegenständen gesucht - "wozu er auch Teppiche entfernte und Bodenplatten herausbrach".

Theologe tot in seiner Wohnung gefunden

Der Theologe, der sich auch in der Aids-Hilfe engagiert haben soll, war am 4. Juli 2020 tot in seiner Moabiter Wohnung entdeckt worden. Feuerwehr und Polizei wurden seinerzeit von Bewohnern des Mehrfamilienhauses alarmiert, weil sie den Mann seit mehreren Tagen nicht mehr gesehen hatten.

Die Angeklagten sollen sich nach der Tat in ihr Heimatland Rumänien abgesetzt haben, wo sie im August beziehungsweise September 2020 festgenommen wurden. Ein Verteidiger des 21-Jährigen erklärte, Zeugen hätten den 77-Jährigen noch am 1. Juli gesehen. Zu dem Zeitpunkt sei sein Mandant bereits über 1.000 Kilometer von Berlin entfernt gewesen. Auch eine von der Anklage angenommene Raubabsicht sei fraglich. Auf einem Tisch in der Wohnung des Opfers habe die Polizei mehrere 100-Euro-Scheine entdeckt.

Der Prozess wird am 14. April fortgesetzt.

Sendung: Inforadio, 08.04.2021, 13 Uhr

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