Potse Drugstore, Potsdamer Strasse, Schöneberg, Berlin (Quelle: dpa/Joko)
Bild: dpa/Joko

Berlin-Schöneberg - Jugendzentrum "Potse" soll am 19. Mai geräumt werden

Auch nachdem ein Räumungstermin festgelegt worden ist, wollen die Besetzer des Jugendzentrums "Potse" in Schöneberg nicht aufgeben. Ein Angebot des Bezirks, andere Räumlichkeiten zu benutzen, lehnte das selbstverwaltete Projekt vor wenigen Monaten ab.

Das Jugendzentrum "Potse" in Berlin-Schöneberg soll am 19. Mai geräumt werden. Diesen Termin habe man nun erhalten, teilte ein Sprecher des selbstverwalteten Projekts am Sonntag mit. Der Erhalt alternativer Jugendkultur werde kompromisslosem Profitstreben untergeordnet, hieß es in einer Mitteilung. "Wir halten weiterhin an unserer Forderung fest, die Potse erst zu verlassen, wenn uns und dem Drugstore adäquate Ersatzräumlichkeiten geboten werden."

Angebot des Bezirks abgelehnt

Ein Angebot des Bezirks Tempelhof-Schöneberg für einen 120 Quadratmeter großen Ersatzraum für Konzerte und Bandproben lehnte das selbstverwaltete Projekt im Januar ab. In den vorgeschlagenen Räumen fehle es an Platz, da sich die "Potse" die Räumlichkeiten mit dem Jugendprojekt Drugstore teilen müsse, sagte ein Sprecher der "taz" [taz.de]. Deswegen sei man weiter auf der Suche nach besseren Räumen und für jeden Hinweis dankbar.

Das Landgericht hatte im vergangenen Sommer entschieden, dass das Projekt die besetzten Räume verlassen müsse. In der "Potse" und in der Kneipe "Drugstore" fanden regelmäßig Punk-Konzerte statt. Ein neuer Eigentümer des Hauses hatte dem langjährigen Jugendclub gekündigt. Immer wieder demonstrierten junge Menschen für den Erhalt der Potse, zeitweise gab es auch Besetzungen anderer Räume.

12 Kommentare

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  1. 12.

    Ein Artikel, der mich melancholisch stimmt - ein Ort voller Erinnerungen an viele schöne Abende damals um 1990, exzessives Rollespielen in der abgeranzten Sofaecke zu zünftiger Musik. Das war die gute alte Zeit. Hoffentlich geht es für Potse&Drugstore in irgendeiner sinnvollen Form (auf mehr als 120 qm!) weiter. Venceremos!

  2. 11.
    Antwort auf [Szenekenner] vom 26.04.2021 um 13:35

    Na sowas!

  3. 10.

    Dachte ich auch. Wer ist denn so irre und vermietet freiwillig an do eine Klientel. Wer weiß wie es drinnen aussieht.

  4. 9.

    Wenn ich mich recht an den drugstore erinnere, dann ist allein der Veranstaltungsraum größer als die angebotenen 120 qm.
    Und daß wiederum bedeutet aus meiner Sicht, daß das Angebot lächerlich ist. Schlimmer noch aber ist, daß wenn man es akzeptiert, es keine einfache Überganglösung sein wird, sondern es eine Art Endpunkt darstellen wird, denn man hat sich ja mit was wesentlich Kleinerem zufrieden gegeben.
    Und beim nächsten mal wird es dann noch kleiner.

  5. 8.

    Was für ein Vandalismus an dem Haus! Selbst die letzte kleine Stelle noch mit Schmierereien und Aufklebern vollgesaut. Die Türfenster sind schon gar nicht mehr zu erkennen.

  6. 7.

    Tja, wenn man der deutschen Sprache nicht mächtig ist... Pech gehabt.

    "Ein Angebot des Bezirks Tempelhof-Schöneberg für einen 120 Quadratmeter großen Ersatzraum für Konzerte und Bandproben lehnte das selbstverwaltete Projekt im Januar ab. In den vorgeschlagenen Räumen fehle es an Platz, da sich die "Potse" die Räumlichkeiten mit dem Jugendprojekt Drugstore teilen müsse, sagte ein Sprecher der "taz". Deswegen sei man weiter auf der Suche nach besseren Räumen und für jeden Hinweis dankbar."

  7. 6.

    "Das mit dem Profitstreben zeigt einfach nur, wo die Betreiber offensichtlich ideologisch angesiedelt sind. "
    Ach, wenn man Investoren, die Räume für Mieter auf Zeit zu Wuchermieten kritisiert, ist man ideologisch
    wo anzusiedeln...?

  8. 5.

    Ja, wir haben da früher auch unsere Plakate gedruckt. Aber Kritik ist nicht nur aktuell auch von den "linken" Parteien unerwünscht. Wenn ihr draußen bleiben müsst, die schöne Grünanlage neben dem Rathaus Schöneberg eignet sich sehr gut für Proben aller Art. Ist sogar mit einem eigenen U-Bahnhof gut erreichbar :)
    Sobald der Platzhirsch wieder aufmacht, kann mensch dort mit den verantwortlichen Politikern Bier trinken und ins Gespräch kommen über passende Räumlichkeiten.

  9. 4.

    Ja sollten Sie berücksichtigen.
    Nämlich eine Gesellschaft, die zugunsten des Profitstrebens auf Umwelt, Menschenrechte und soziale Harmonie sch...ßt...

  10. 3.

    Hört sich gewaltig nach "Aufräumen" aller linken Projekte und Institutionen an.
    Wie konnte es nur soweit kommen, das keine Partei von r2g in Monaten und Jahren eine Lösung für diese Probleme gefunden hat? Wieso findet sich, bei allem kommunalem Gebäudebesitz, weder mal ein Ausweichquartier für ein Jugendzentrum oder für eine Anlaufstelle wie Syndikat oder Meuterei. Wieso macht man verdrängten Gewerbemietern kein Angebot?
    Offensichtlich, weil man nicht will. Weder bei der SPD, noch bei den Grünen, noch bei den Linken.
    Eigentlich fällt mir dazu nichts mehr ein...
    Außer das man langsam verzweifeln könnte. An so vielem, aber eben auch daran. Den Leute von der Potse gilt jedenfalls meine volle Sympathie und Unterstützung!

  11. 2.

    Wenn man dann aus Egoismus eine angebotene Alternative ablehnt... Pech gehabt.

    Das mit dem Profitstreben zeigt einfach nur, wo die Betreiber offensichtlich ideologisch angesiedelt sind.

    Sie sollten berücksichtigen, in welcher Gesellschaft sie leben.

  12. 1.

    Nanu, hat ja noch gar keiner kommentiert: "Beschluss ist Beschluss"!?
    Ich kann die Jugendlichen gut verstehen, in dem Gebäude ist auch nun prompt drüber und drunter so ein ganz hippes B-living und coworking Ding für reiche-Leute-Kinder aus aller Welt, die des coolnessfaktor willens nach Berlin kommen,
    denen das drugstore dann aber doch zu wild ist.

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