Prinzenbad in Berlin-Kreuzberg (Quelle: rbb/David Donschen)
rbb/David Donschen
Video: rbb|24 | 06.04.2021 | Material: Abendschau | Bild: rbb/David Donschen

Reportage | Kreuzberger Prinzenbad - Wie sich die Berliner Bäder auf die Freibadsaison vorbereiten

Pumpen werden gereinigt, Fliesen ausgetauscht und das digitale Ticketsystem optimiert: Die Berliner Freibäder bereiten sich auf den Saisonstart vor - auch wenn noch gar nicht klar ist, wann es überhaupt los geht. David Donschen hat sich im Prinzenbad umgeschaut.

Das Sportschwimmerbecken im Kreuzberger Prinzenbad ist schon bis zum Rand mit Wasser gefüllt. Doch statt Menschen paddelt nur eine einsame Ente durch das Becken. In den anderen beiden Becken sind Handwerker gerade dabei, wacklige Fließen auszutauschen und die Pumpen zu reinigen.

Die Vorbereitungen für die Freibadsaison laufen also - nicht nur hier in Kreuzberg sondern in allen Sommerbädern der Stadt. "Wir gehen ganz fest davon aus, dass wir im Frühsommer öffnen werden", sagt Bädersprecher Matthias Oloew und schaut dabei sehnsüchtig auf den Startblock am Beckenrand. Wann genau, das weiß gerade allerdings niemand.

Oloews zarte Hoffnung: Vielleicht schon im Mai. Allerdings entscheidet darüber die Politik. Zwei bis drei Wochen Vorlauf bräuchten die Bäderbetriebe. Das habe das vergangene Jahr gezeigt: Damals kam am 5. Mai vom Senat die Erlaubnis, und am 25. Mai waren die Freibäder dann geöffnet.

Für diese Saison stehen auch schon Saisonkräfte bereit. Einziges Problem hier: Die Bäderbetriebe dürfen aktuell keine neue Arbeitsverträge ausstellen, weil die Angestellten Kurzarbeitergeld beziehen. Dies ließe sich aber zügig ändern, so Bädersprecher Oloew.

Zeitfenstertickets und breitere Schwimmbahnen

Wenn die Freibäder dann öffnen, wird es wohl wie im vergangenen Jahr erneut Zeitfenstertickets geben. Im Bad selbst werden die Bahnen auch wieder geleint und doppelt so breit sein, damit sich Schwimmerinnen und Schwimmer im Becken nicht zu nah kommen. Die Bäderbetriebe richten sich dabei nach den Regeln der Deutschen Gesellschaft für Badewesen, dem zuständigen Fachverband.

Mit den Zeitfenstertickets und Abstandregeln habe man vergangenes Jahr gute Erfahrungen gemacht, so Oloew. 2020 war kein einfaches Jahr für die Bäderbetriebe. Durch die Schließungen seien nur halb so viele Gäste wie in normalen Jahren gekommen. Am Ende stand ein zusätzliches Defizit von vier Millionen Euro, das vom Land Berlin ausgeglichen wurde. Durch die Reduzierung von Betriebskosten und Kurzarbeit habe ein noch größeres Defizit verhindert werden können.

Seit November sind die Bäder für normale Besucher erneut geschlossen. Nur Sportprofis wie die Olympiaschwimmer oder die Wasserfreunde Spandau sowie Schulkinder dürfen aktuell in die Hallen.

Luca-App soll integriert werden

Geplant ist für die kommende Saison der Einsatz der neuen Luca-App. In Berlin soll sie in Museen, Restaurants und eben in den Schwimmbädern dabei helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen. Am Eingang sollen sich die Besucherinnen und Besucher mit der App unkompliziert registrieren können. Die Daten sollen dann im Infektionsfall direkt an die Gesundheitsämter geschickt werden. Aktuell sind die Bäderbetriebe dabei, die Luca-App in ihr Ticketsystem zu integrieren.

Unklar ist, welche weiteren Optionen Besucher haben werden, sich zu registrieren. Im vergangenen Jahr ging das mit Zetteln am Eingang oder bei der Ticketbuchung im Internet.

Nicht vorstellen kann sich Bädersprecher Oloew, dass es vor den Freibädern Corona-Teststationen geben wird. Zum einen fehlten dafür die Räumlichkeiten. Und außerdem wäre der Aufwand bei mehreren tausend Besuchern pro Tag enorm. "Aber wenn es sein muss, dann werden wir alle Hebeln in Bewegung setzen. Denn fest steht für uns: Die Bäder nicht zu öffnen ist keine Option."

Sendung: Inforadio, 06.04.2021, 18 Uhr

Beitrag von David Donschen

15 Kommentare

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  1. 15.

    Das ist das gefährliche daran: keiner lernt mehr richtig schwimmen und wegen der unsäglichen online-Buchung/ Handy-Pay-Arie, jetzt noch mit Luca App, gehen die Kids dann an ungesicherte See-Badestellen und ertrinken!

    Aus letztem Jahr nix gelernt.

    Offizielle See-Badestellen müssen schließen, weil es keine Bademeister mehr gibt, oder werden zu unbewachten Stränden (Güterfelde).

    Ein tödliche Entwicklung.

  2. 14.

    'Netti63, Sie haben absolut Recht. Keiner der Entscheidungsträger denkt an das Thema: SPORT!
    Mann geht mal einfach davon aus, dass alle Menschen Radfahren, spazieren, gärtnern, golfen, Tennis spielen.DEM IST ABER NICHT SO! Sportstätten aller Art gehören endlich geöffnet, vor allem die unter freien Himmel.DIe Menschen werden gesundheitliche Probleme haben, die einer Coronaerkrankung in nichts nachstehen.Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie es sein wird, sollte der Tourismus weiterhin in Deutschland nicht möglich sein. Wo sollen alle Berliner hin? An die Seen, die verbaut sind oder mit Flatterbändern abgesperrt sind? Es wird absolut Zeit, sich über den Sommer Gedanken zu machen, die Badesaison könnte in 4 Wochen starten, wird sie aber wieder nicht, weil die Verantwortlichen der Politik schlafen.
    Ich denke sehr gerne an meinen Schwimmunterricht in der 3. Klasse zurück und ehrlich, ich bin froh, dass es ihn gab. Die Kinder müssen schwimmen lernen !!!

  3. 13.

    Was heisst hier: Sportprofis, Wassersportfreunde Spandau und Schulkinder!!! dürfen aktuell in die Hallen. Das stimmt nicht in Berlin, bitte richtig recherchieren.
    Schulschwimmen ist für die jetzigen 3. Klassen seit letzten Dezember ersatzlos gestrichen. Im ersten Halbjahr 2020 fiel der Unterricht für die damaligen 3. Klassen auch aus. Seitdem sind auch privat angefangene Schwimmkurse auf unbestimmte Zeit unterbrochen. Man kann dann nur hoffen, dass keine Badeunfälle passieren. Daran sollten alle Entscheidungsträger auch mal denken.

  4. 12.

    Gibt es. DLRG bewachte Badestellen mit Badestrand, ohne Eintritt. Wir sind in Berlin, jede Menge Wasser, kann man trinken, aber auch drin schwimmen. Muss nicht
    gekachelt sein. Persönlich meide ich Schwimmbäder schon seit Jahren, leider muellen manche Zeitgenossen
    die freien Badestellen exrem zu. Ob die das auch zu Hause machen???
    Im uebrigen in den Schwimmbaedern was soll der Aufstand, Chlor tötet Viren und Bakterien ab. Man darf halt nicht kuscheln und im Freien ist die Ansteckung eh gleich Null.

  5. 11.

    Genau, die mache ich auch nicht. Und bewusst kein Onlineshopping, wenn es anders geht, und das geht's meist. Gerne bezahle ich wie im Parkhaus am Automat mit EC oder Kreditkarte. Aber NICHT online für's BADEN. Mal die Verhältnismäßigkeit beibehalten. So ein lumpiger Ticketautomat vorm Freibad, und Einlass wenn's frei ist. Am Parkhaus ist auch ne Anzeige, wieviele Plätze frei sind.

    Und Mal an die KINDER denken!

    Die sollen eigentlich schwimmen lernen, Spaß haben. Aber brauchen die jetzt ne Onlinebuchung mit Kreditkarte??? Und wer bleibt am Handtuch sitzen, um auf all die Handys mit der Luca App aufzupassen?

    Sorry, es geht ums Baden! Nicht um Möbelkauf oder Besuch im Maßregelvollzug!

  6. 10.

    Mein Kind ist nun über zwei Jahre alt und hat ein einziges mal als Baby ein Schwimmbad „erlebt“. Ich hoffe sehr das ich ihr dieses Erlebnis bieten kann und die Schwimmbäder öffnen dürfen.

  7. 9.

    Ich würde mich so sehr freuen, wenn eine Möglichkeit gefunden wird,den Badebetrieb zu ermöglichen. Irgendwie und irgendwann, muss ich meinen kind mal schwimmen beibringen. Und mit dem Rückstau aus den letzten Schrimmkursen und der laaaangen Warteliste, sind wir vermutlich erst 2023 an der Reihe.

  8. 8.

    Endlich ein Lichtblick und eine gute Nachricht. Ich kann nur hoffen, es geht bald los ... meine Knochen brauchen eine Sortierung ;-)

    Bäder nicht zu öffnen, ist keine Option. DANKE Hr. Oloew, so sehe ich das auch. Es hat im letzten Jahr alles perfekt geklappt,
    das sollte auch in diesem Jahr möglich sein.

    Ansonsten kann ich mich der Meinung von Birgit und BerlinBerlin nur anschliessen. Bitte auch an die Menschen ohne Smartphone etc. denken.

  9. 7.

    Ich freue mich schon wieder, wenn die Freibäder aufmachen. Hoffentlich schon Anfang Mai. Die Onlinetickets und die festen Zeitfenster fand ich gut. Sollte auch nach Corona beibehalten werden.

  10. 6.

    Sie glauben doch nicht wirklich, dass die Welt sich analog weiterdreht? Wenn Sie sich nicht anpassen, dann wird die Welt nicht auf Sie warten. Mit 90Jahren muss man heutzutage auch eine Steuererklärung machen. Unzumutbar ist heute also nichts mehr. Oder machen Sie die auch nicht?

  11. 4.

    Ich weiß, dass es viele Menschen über 70 gibt, die regelmäßig die Freibäder nutzen (sonst mit Saisonkarte). Viele werden bis Mai (zum Saisonanfang) geimpft sein. Viele haben kein Smartphone oder einen Drucker für das online erworbene Ticket. Ich wünsche mir für diese Gruppe eine unkomplizierte Lösung.

  12. 3.

    Ich glaube der Audiobeitrag passt nicht wirklich zur Überschrift;-)

  13. 2.

    Ich hoffe, das Bezahlen geht OHNE Handy pay, ohne PayPal, ohne Kreditkarte und das Zeitfenster kann man ohne Handy pay oder Kreditkarte buchen!! Und das kann dieses Mal gleich vom Anfang der Saison so sein, nicht wie letztes Jahr erst zu Saisonende!

    Kinder und Rentner ohne Smartphone sind eh gelackmeiert wegen der Luca App. Die dürfen halt dieses Jahr nicht mit...

  14. 1.

    Daran kann doch niemand wirklich glauben, dass irgendwer baden darf.

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