Zahlen des Innenministeriums - Mehr Hundebisse in Brandenburg, weniger Verletzte

Irish Setter Hündin zeigt Aggressionsverhalten, Wustermark, Brandenburg (Quelle: dpa/Meike Engels)
Bild: dpa/Meike Engels

Hunde haben in Brandenburg im vergangenen Jahr öfter zugebissen. Wie das Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, nahm die Zahl aller Beißangriffe gegen Menschen und andere Hunde 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 19 auf 534 zu.

Dabei seien 272 Menschen durch Bisse verletzt worden, vier registrierte Fälle weniger als 2019. Tödliche Bissattacken gegen Menschen gab es 2020 wie im Jahr zuvor nicht.

Schäferhunde, Huskys und Golden Retriever beißen am häufigsten

Die mit 231 meisten Bisse gegen Menschen gingen 2020 auf das Konto von Hunden wie dem Deutschen Schäferhund, dem Golden Retriever oder dem Husky, die als nicht gefährlich gelten. In sechs Fällen wurden Menschen von Hunden verletzt, deren Haltung nicht anzeigepflichtig
ist. Dazu gehören kleine Rassen wie der Jack Russell Terrier.

Die Fälle, in denen ein Hund einen anderen Artgenossen verletzte, stiegen in dem Zeitraum um 24 auf 240. 22 Vierbeiner wurden im vergangenen Jahr durch andere Hunde tödlich verletzt, das war ein Tier weniger als im Jahr zuvor.

Zwei Menschen von "unwiderleglich gefährlichen" Rassen verletzt

Den Angaben des Ministeriums zufolge wurden im vergangenen Jahr zwei Menschen von Hunden verletzt, deren Rasse als "unwiderleglich gefährlich" eingestuft wird. Die Zucht dieser fünf Rassen sowie deren Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden ist in Brandenburg verboten: American Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier, Staffordshire Terrier, und Tosa Inu. Die Haltung dieser Arten ist an verschiedene Auflagen gebunden. 2020 waren in Brandenburg nur 24 solcher Hunde registriert.

Zehn Menschen wurden von Hunden gebissen, die zu den 13 "widerleglich gefährlichen" Rassen gehören. Dazu zählen unter anderem Alano, Bullmastiff, Dobermann, Mastiff, Mastino Napoletano und Rottweiler. Die Haltung und die Zucht dieser Vierbeiner, von denen es im Vorjahr etwa 4.500 in Brandenburg gab, müssen genehmigt werden.

Über einen Test kann bei den Ordnungsbehörden nachgewiesen werden, dass der Hund keine gesteigerte Kampfbereitschaft, Angriffslust oder Schärfe aufweist. Grundsätzlich gilt: Bei jedem Hund kann im Einzelfall festgestellt werden, ob er gefährlich ist.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.04.2021, 10 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Warum fallen in die Statistik keine Bissvorfälle zu anderen Haustieren rein? Meine Katze wurde letztes Jahr durch den Nachbarshund durch den Zaun gefasst und getötet, ein Hund der nie das Grundstück verlässt, sehr territorial aggiert, mit makieren und allem was dazu gehört und es einen nicht geeigneten Zaun für ein Tier mit 70cm gibt. Dem Ordnungsamt Märkische Heide wurde es gemeldet, aber es reicht dem Ordnungsbeamten aus wenn der Halter sagt ,, sein Hund macht so etwas nicht". Nur blöd wenn Hundehaare an der Katze waren. Es fand keine Kontrolle des Hundes oder vor Ort Gegebenheiten statt.
    Es hätte auch ein Kind sein können was näher am Zaun lang läuft. Aber das ist offensichtlich egal. Hauptsache der Ordnungsamtmitarbeiter hat keine Arbeit mit so etwas. Wo ist das Recht der anderen Tiere?

  2. 10.

    Ja das Hundeproblem. In Brandenburg vielleicht noch etwas kleiner weil einfach mehr Platz ist. In einer immer mehr komprimierteren Großstadt ist dss schon Tiequelerei. Für die Hundelosen Mittbewohner eine immer größere Zumutung. Unhaltbar wie .. ,,Tierliebhaber ".. mit ihren Hunden die Nichtbezitzer nötigen die wenigen Naturfreiräume zu verlassen, um den überzüchteten und unkontrolierten vermehrten Hunden Platz zugeben. Das ist keine Tierliebe das ist Egoismus der Hund als Mittel. Mit der Rassenpolitik der Hunde das ist Wahnsinn, wo soll das hinführen? Gewinner sind die Verkäufer der tollsten Hunde. Das wollte ich mal dazu gesagt haben.
    Schöne Restostern.

  3. 9.

    Eine "Rasse" wurde aber komplett ausgelassen. Der kleine Domikö oder Strarauru. Also der sog. Waknei.

  4. 8.

    Tja, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes müssten sprechen. Bei nicht wenigen ein Problem. Ersatzweise könnten sich Hundehalter einen Scheibenwischer auf den Rücken schnallen. Ticket runter und gut is' ;-).

    Im Ernst. Ich bin Befürworterin eines Hundeführerscheines. Wenn ich manchmal Hundehalter:innen und deren Umgang mit den Tieren oder deren Hinterlassenschaften sehe, könnte ich platzen. "Manche" deshalb ... genau die fallen auf und versauen die Preise. Ähnlich wie beim Motorradfahren - die, die vernünftig fahren nimmt man kurz zur Kenntnis und vergisst sie wieder.

  5. 7.

    Zitat: "Dass die meisten Bissvorfälle von "nicht-gefährlichen" Hunden stammen, unterlegt die Fragwürdigkeit der Festlegung nochmals."

    Nicht wirklich, da wohl viel mehr Deutsche Schäferhunde und Golden Retriever als bspw. Staffordshire Terrier gehalten werden; Erstgenannte also weniger "in die Gelenheit" kamen zuzubeißen. Ansonsten gebe ich Ihnen aber Recht. Ich habe sog. Pittbulls etc. bisher als sehr menschenfreundliche Hunde erlebt, die allerdings aufgrund ihrer nicht gerade ausgeprägten "Intelligenz" in sachkundige Hände gehören und nicht als "Statussymbol" für Fachunkundige dienen sollten - was aber prinzipiell für alle Hunde zutrifft.

    Dass die "Moderasse" Husky weit vorne in der Beiß-Statistik auftaucht, zeigt m. E. leider, dass sich im Vorfeld zu wenig mit den Bedürfnissen des avisierten Haustieres beschäftigt wird.

  6. 6.

    Bitte mehr Ausgangssperren, dann wird man auch nicht mehr gebissen.

    Könnte auch gegen Krebs helfen.

  7. 5.

    Mich würden die Zahlen für Berlin interessieren. Und warum das Ordnungsamt nicht endlich mal hart durchgreift bei Missachtung der Leinenpflicht und fehlender Entfernung der Hunde-Hinterlassenschaften.

    Vielleicht ist das in Brandenburg kein Problem, aber in Berlin; liegen überall Hundehaufen; meine Kinder treten wöchentlich rein. Laufen lernen oder Laufrad fahren geht auch nicht im Park, weil Hundebesitzer ihre Tiere (trotz Pflicht) nicht anleinen. Und den Spruch der tut doch nichts; aber hat schon die Schnauze im Kinderwagen kann ich nicht mehr hören.

  8. 4.

    Wenn man aus der Zahl die "Ach-ist-der-süß-knuddel-AuA-Vorfälle" rausrechnen würde bzw. könnte, wäre die Zahl der "Angriffe" deutlich geringer. Es gibt ja diese weit verbreitete Spezies der "Hundekenner", die nach Mario-Barth-Manier unbedingt alles angrabbeln wollen, was bei drei nicht auf dem Baum ist und sich nachher beschweren, wenn sie nur noch neuneinhalb Biere bestellen können. Sagt man es den Leuten freundlich, reagieren nicht wenige so, als wenn man ihnen den Schnuller weggenommen hat oder, das sind die ganz Schlauen, fassen trotzdem zu. Mein "Wölfchen" bellt eher nicht, er knurrt vernehmlich und "grinst" - reicht aus. Seine Art zu Fremden, die ihm zu nahe kommen, noch freundlich zu sein.

  9. 3.

    .... was für ein hässliches Bild, das muss doch nicht sein

  10. 2.

    Angesichts der Zahlen sehe ich nicht, dass mögl. corona-bedingte (Mehr)Anschaffungen von Hunden signifikant zu mehr Bissvorfällen geführt haben, nur geringfügig.

    Nur zur Einordnung: Es gibt keine Rassen. Nicht unter Menschen, nicht unter Tieren oder Pflanzen. Die genannten Gruppen sind Züchtungen. Wann welcher Hund Kategorien einer Züchtung erfüllt, legen die Zuchtverbände konventionell fest. Es ist also, biologisch gesehen, blanke Willkür. Es gibt nur den Haushund. Was es als biolog. Kategorisierung durchaus gibt, ist die Einordnung nach Qualzuchten, wie z.B. Ridgeback, franz. Bulldogge oder Mops etc.

    Ebenso ist die amtliche Einordnung als gefährlich uam. eine rein willkürliche. Sie gibt Kausalität vor, obwohl es max. um Korrelation gehen kann. Das Verhalten und Handeln eines Hundes ist nicht inherent von seinen biologischen Eigenschaften abhängig. Dass die meisten Bissvorfälle von "nicht-gefährlichen" Hunden stammen, unterlegt die Fragwürdigkeit der Festlegung nochmals.

  11. 1.

    Das beweist, dass der Mensch das weitaus gefährlichere Säugetier auf dem. Planeten ist. Hunde sind sozialer als Menschen.

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