Polizei nimmt drei Männer fest - Kamerateam vor dem Paul-Löbe-Haus angegriffen

Das Paul-Löbe-Haus im Juni 2020 (Bild. dpa/Alexander Borais)
Bild: dpa/Alexander Borais

Vor dem Paul-Löbe-Haus im Berliner Regierungsviertel ist am Montagabend ein Kamerateam während einer Live-Schalte von mehreren Personen attackiert worden. Das teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit.

Nach bisherigen Ermittlungen riefen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes gegen 19:30 Uhr die Polizei zum Bundeskanzleramt in die Konrad-Adenauer-Straße, da zwei 39-Jährige und ein 34-Jähriger zunächst zwei Sicherheitsdienstmitarbeiter mehrfach abgelenkt und anschließend einen 58-jährigen Moderator erheblich bedrängt haben sollen.

Ein Tatverdächtiger soll versucht haben, während der Liveübertragung das Mikrofon des Moderators zu ergreifen. Dabei unterschritt er deutlich den Sicherheitsabstand zum Journalisten.

Polizei nimmt Angreifer fest

Die Polizei nahm die Männer vorläufig fest und leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der Nötigung und Verstößen gegen die Infektionsregeln ein. Nach Medienberichten soll es sich um Männer aus der Szene der Corona-Leugner gehandelt haben.

Zwei der drei Männer sollen schon zuvor mehrfach bei Live-Übertragungen gestört und vor der laufenden Kamera Diskussionen begonnen haben. Im Internet finden sich entsprechende Videos, die von verschiedenen Gruppen eingestellt wurden.

Team des TV-Senders "Welt"

Verletzte gab es durch den Angriff keine. Die Ermittlungen dauern an.

Zuerst hatte "Bild"-Zeitung über den Vorfall berichtet. Nach Angaben der Zeitung handelt es sich um ein Team vom TV-Sender "Welt". Die Polizei machte dazu zunächst keine Angaben. Der Sender hatte am Montag vom Corona-Impfgipfel berichtet.

Regierungssprecher verurteilt Angriff

Die Bundesregierung verurteilte die Behinderung der Journalisten. "Freie Berichterstattung, Freiheit des Rundfunks und der Presse, das sind in Deutschland grundgesetzlich garantierte Werte", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag in Berlin. "Und wer Journalisten angreift, um sie genau in diesen grundgesetzlichen Rechten, die sie haben, zu beeinträchtigen, der stellt sich damit klar außerhalb unseres Rechtsstaats."

Sendung: Fritz, 27.04.2021, 11 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 27.04.2021 um 22:26 Uhr geschlossen

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20 Kommentare

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  1. 20.

    Journalisten sind eben kritisch und werden leider genau aus diesem Grund angegriffen. Einige Leute mit offensichtlich begrenzten intellektuellen Fähigkeiten können es einfach nicht akzeptieren und handeln wie Urmenschen.
    Als Demokrat muss man die Meinung der Anderen einschließlich der Journalisten aushalten, sie tolerieren!
    Ihre Logik ist komplett antidemokratisch, denn sie schieben den Opfern die Schuld zu. Das ist einfach nur peinlich und absurd. Wer Journalisten angreift, ist für mich ganz klar Antidemokrat und sollte für sein Handeln konsequent zur Verantwortung gezogen werden.
    PS: Ich wohne Tempelhof. Für Sie ist das vermutlich Berlin-West, für mich einfach Berlin. Wachen Sie auf! Der Mauerfall war vor 32 und die Wiedervereinigung vor 31 Jahren.

  2. 19.

    Ja, das sehe ich auch so, denn diese Personen werden immer dreister und rücksichtsloser. Dabei ist es ganz wichtig eine freie, unabhängige und kritische Presse zu haben.

  3. 18.

    "In dem Fall steht es Ihnen frei, in ein Land Ihrer Wahl auszuwandern." Für so einen ähnlichen Satz ist Walter Lübcke heimtückisch ermordet worden.

    Zwei der Akteure sind einwandfrei identifiziert worden. Thomas Brauner und Björn Winter, besser bekannt als Ballermann "Banane". Die Leerdenkerszene radikalisiert sich weiter. Hoffen wir, dass der VS nicht wieder schläft.

  4. 17.

    Glauben Sie etwa nicht, Deutschland sei ein demokratisches Land? In dem Fall steht es Ihnen frei, in ein Land Ihrer Wahl auszuwandern. Syrien oder Nordkorea sollen ja recht schön sein.

  5. 16.

    Wer Journalisten - kritische wie unkritische - angreift, handelt letztlich nicht anders als Terroristen. Und als solche sollte man die Quarkdenker auch behandeln.

  6. 15.

    "Ja, wir leben in einem demokratischen, freiheitlichen Land. "

    Sogar im demokratischsten, freiheitlichsten Land, was es je so lange auf deutschem Boden gegeben hat. Und das soll bitteschön auch so bleiben.

    Die Behauptung, es würden Freiheitsrechte willkürlich abgeschafft, weil weder Wissenschaft noch Politik bisher letztgültige funktionierende Lösungen geschafft haben und viele der davon betroffenen Bürger sich einen Dreck darum scheren, dass diese Pandemie zumindest in ihrem direkten Umfeld eingedämmt werrden kann, was dann natürlich wiederum zu dadurch nötigen Verschärfungen führen muss, um andere vor solchen Zeitgenossen zu beschützen, ändert nichts daran, dass das auf dem Boden von Gesetzen und demokratischen Regeln passiert. Auch wenn das Verfassungsgericht eine Massnahme kippt, heißt das doch nicht, dass wir in einer Diktatur leben würden.
    Wie also kommen die dazu, gewalttätig gegen Jounalisten vorzugehen?
    Unheimlich demokratisch!

  7. 14.

    weiß Gott, ich bin sicher nicht einer, der alle Medienschaffende wie Halbgötter mit Kamera und Mikrofon ansieht. Ja, und man kann sogar vieles von dem, was da berichtet wird, durchaus auch als Berichtbestattung kritisieren.
    Aber: Meinungsfreiheit bedeutet eben auch zu akzeptieren, dass es eben mehr als nur die eigene Meinung gibt und es durchaus für geäußerte Meinungen auch Gegenwind geben kann, manchmal sogar muss.
    Dass Gegenwind aber selbstverständlich völlig gewaltfrei (Nötigung ist eine Form der Gewalt) zu bleiben hat, ist dagegen in der Mehrheitsgesellschaft Konsens - und sollte für jedermann in diesem demokratisch verfassten und nach demokratischen Spielregeln funktionierenden Staat gelten.
    Diejenigen, die meinen, Medienschaffende an der Ausübung ihrer Arbeit hindern zu dürfen, weil sie ihnen nicht nach dem Mund reden, sind nix anderes als kriminell Handelnde, die auch noch gegen das Verfassungsrecht der Pressefreiheit verstoßen.

  8. 13.

    In welchem Land würden Sie es denn besser vorfinden wollen?
    Hilft Ihnen angesichts all der entsetzlicheres Umstände denn nur noch der mutige Sprung hinter den Zug?

  9. 12.

    Ihnen kann geholfen werden. https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/paul-loebe-haus-in-berlin-tv-team-attackiert-uebertragung-abgebrochen-76205522.bild.html

  10. 9.

    Wir leben in einer Demokratie, wo sogar solche Reichsbürger, Covidioten und sonstige Verschwörungsverschwurbler ihre Kommentare veröffentlichen dürfen.

  11. 8.

    Wir leben in einem demokratischen Land, auch wenn Menschen wie Sie versuchen das zu ändern...

  12. 7.

    Sie glauben wohl, Angriffe bewegen Journalisten dazu, "kritisch zu hinterfragen" und das Land "demokratischer" zu machen? Die ganze Masche der Querdenker mit "man wird wohl noch sagen dürfen..." ist pure Heuchelei. Wer Querdenker nicht toll findet, hat ihrer Meinung nach zu schweigen. Notfalls mit Gewalt. Aber dann jammern, dass die Presse nicht ausreichend positiv über ihre Mission für "Frieden und Freiheit" berichtet.

  13. 6.

    Nachdem wenig bis nichts Konkretes im WELT Artikel steht, kann man nur Mutmaßungen anstellen. Weiß Regierungssprecher Steffen Seibert mehr, sollte er das der Öffentlichkeit mitteilen.

  14. 5.

    Sie glauben wohl noch, dass Sie in einem demokratischen Land leben?! :-)

  15. 4.

    Vielleicht sollten Journalisten einfach mal alles kritisch hinterfragen und nicht immer alles abnicken.

  16. 3.

    Wer Journalisten oder Polizei angreift müßte wesentlich härtere Strafen erhalten, da sie die Freiheits-Rechte und Meinungen mißachten für die sie angeblich eintreten.

  17. 2.

    Habe den Welt-Beitrag gesehen und frage mich, warum gehen diese Möbner nicht arbeiten? Wovon leben die? Hartz4? Weiss das zuständige Jobcenter, was die Typen so nebenbei treiben? Oder haben sie Urlaub in ihrem Betrieb genommen? Dann würde ich sie als Arbeitgeber aber ganz schnell kündigen. Störung des Betriebsfriedens. Einfach nur peinlich sowas.

  18. 1.

    Ich empfehle hartes Durchgreifen übers Portemonnaie. Das muss richtig wehtun, damit hier Journalisten nicht zu Freiwild werden.

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