Symbolbild: Ein Kind sitzt mit gesenktem Kopf und einem Teddybär in einem Hausflur (Bild: imago images/Inderlied)
Audio: Inforadio | 27.04.2021 | Kirsten Buchmann | Bild: imago images/Inderlied

Kindesmissbrauch - Berlin entschädigt zwei Opfer des "Kentler-Skandals"

In den 1960er/70er-Jahren wurden von dem Berliner Sozialpädagogen Helmut Kentler Pflegekinder bewusst an Pädophile vermittelt. Zwei der Opfer sind jetzt entschädigt worden, wie die Bildungsverwaltung am Dienstag mitteilte.

Zwei Pädophilie-Opfer der Berliner Kinder-und Jugendhilfe in den 1960er Jahren, werden für ihr Leid finanziell entschädigt. Das Land Berlin habe sich mit den beiden Betroffenen, die durch das Wirken des ehemaligen Professors für Sozialpädagogik, Helmut Kentler, massive sexualisierte Gewalt erlitten hätten, über substanzielle Leistungen geeinigt, teilte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Dienstag mit. Beide Seiten hätten Stillschweigen über die Vereinbarung beschlossen.

Das Land Berlin übernehme damit die moralische Verantwortung unabhängig von der strafrechtlichen Verjährungsfrist, erklärte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Kentler vermittelte gezielt Kinder an Pädophile

Nach den Ergebnissen von zwei Forschungsprojekten zur Aufarbeitung des sogenannten "Kentler-Skandals" hatte der Berliner Sozialpädagoge Helmut Kentler (1928-2008), der bis Mitte der 1970er Jahre in Berlin am Pädagogischen Zentrum als Abteilungsleiter tätig war, Pflegekinder und -jugendliche an vorbestrafte Pädophile vermittelt.

Kentler gab die Praxis als "wissenschaftliches Experiment" aus. Wie viele Opfer es überhaupt gibt, ist nach Aussage der Forscher unklar.

Nach Angaben von Scheeres wird sich ein weiterer Forschungsauftrag mit pädophilen Netzwerken beschäftigen, die sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen akzeptiert und unterstützt hätten.

Sendung: Abendschau, 27.04.2021, 19:30 Uhr

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