Protestaktion auf dem Alexanderplatz - Berliner Bündnis warnt vor mehr als 30 Klinikschließungen

Mi 07.04.21 | 15:10 Uhr
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Bei einer Aktion des Bündnisses Klinikrettung und Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) e.V. auf dem Alexanderplatz wird gegen bundesweite Klinikschließungen demonstriert. Laut Bündnis wurden im letzten Jahr 20 Kliniken geschlossen. (Quelle: dpa/C. Gateau)
Audio: rbb | 07.04.2021 | David Donschen | Bild: dpa/C. Gateau

Anlässlich des Weltgesundheitstages hat das "Bündnis Klinikrettung" am Mittwoch auf dem Berliner Alexanderplatz gegen drohende Klinikschließungen protestiert. Die Demonstranten hielten insgesamt 20 Grabschilder in den Händen.

Die Schilder sollen für die 20 Krankenhäuser stehen, die im vergangenen Jahr nach Kenntnis des Bündnisses in Deutschland geschlossen wurden. Aktuell drohe 30 weiteren Kliniken das Aus, darunter auch dem Wenckebach-Krankenhaus in Berlin-Tempelhof, hieß es.

"Brauchen solidarische Finanzierung"

Aktuell sammelt das Bündnis Unterschriften für eine Petition an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Darin wird nicht nur der Schließungs-Stopp für Krankenhäuser in Deutschland gefordert. Auch wird unter anderem die Aufstockung sowie bessere Bezahlung des Krankenhauspersonals verlangt.

"Ausgerechnet die Krankenhäuser, die unter Höchstlast Corona-Patienten versorgt haben, sind jetzt akut von der Insolvenz bedroht. Deshalb brauchen wir umgehend eine veränderte Krankenhauspolitik, wir benötigen eine solidarische Finanzierung", heißt es.

Weitere Demonstration geplant

Bei einer weiteren Demonstration wollen Gesundheitsbeschäftigte und Klima-Aktivisten am Mittwochnachmittag ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Die Veranstaltung beginnt mit einer Kundgebung vor dem Bundesgesundheitsministerium.

Danach wollen die Teilnehmenden mit dem Fahrrad durch Berlin-Mitte fahren. Das Bündnis "Gesundheit statt Profite" beklagt in seinem Aufruf zusammengesparte Gesundheitsbehörden und fehlende Investitionen in Krankenhäuser.

Sendung: Inforadio, 07.04.2021, 14 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Wir müssen jetzt alle solidarisch sein. Das gesundheitssystem ist nun mal teuer. Auch dort muss gespart werden. Das ist sicher bitter, aber es geht nicht anders. Eine Gesellschaft finanziert sich eben nicht durch klatschen. Jetzt bekommen wir die Quittung für das schlechte Management. Es werden noch sehr viel mehr Sachen geschlossen werden müssen

  2. 10.

    Das Thema passt genau zur Solidarität. Profit machen mit Kranken und Alten geht nicht. Mit unnützen Schönheitsoperationen z. B. ja.
    Es ist traurig! Viele müssen sich abrackern damit einige Seher gut leben können. Die Parteien machen mit. Über andere Länder richten aber selbst den Hahn fester drehen.

  3. 9.

    Das sehe ich alles genau so und sorge mich um die ärztliche Betreuung meiner Kinder und Enkel. Eine Rekommunalisierung ist der richtige Weg. Was ist wichtiger: Geld oder Leben? Leider dem Einen dieses, dem Anderen das.. Doch das merkt man auch oft erst, wenn es einen selbst betrifft...

  4. 8.

    ich denke, es interessiert die Menschen sehr, was in unserem Gesundheitssystem passiert. Und ich denke, es gibt bei vielen Menschen eine Einsicht in die Notwendigkeit, auch in Kliniken wirtschaftlich denken und handeln zu müssen.
    Wir können es uns nicht mehr leisten, sinnfreie Stationen oder Kliniken offenzuhalten, nicht im Interesse der Patienten und auch nicht im Interesse der Beitragszahler.
    Was soll z.B. eine Geburtshilfe in einem Landkreis, in dem das Durchschnittsalter bei 60 liegt? Würden Sie eine komplizierte OP in einem Dorfkrankenhaus um die Ecke machen lassen, die vielleicht 5 ähnliche OPs im Jahr macht, statt alternativ 20km ins nächste spezialisierte Zentrum zu fahren? nur wenige Punkte zum Nachdenken.

  5. 7.

    Sehr geehrte Frau Kristina,
    ihre Frage ist berechtigt und verwundert mich auch. Ich glaube die werden in anderen Kommentaren über die ansteigenden Zahlen auf ITS-Stationen schreiben. Aber je weniger Bettenkapazität wegen geschlossenen Krankenhäusern bei gleichbleibender Anzahl von Patienten bedeutet ja einen Anstieg. Aber die meisten sehen es nicht.
    Mit freundl. Grüßen

  6. 5.

    Ich finde es erstaunlich das in Krisenzeiten 20 Krankenhäuser geschlossen werden und dieses Jahr geht es weiter. Irgendwie habe ich eine Schere im Kopf. Überlastung im medizinischen Bereich zu Krankenhausschließungen. Das passt nicht zusammen.

  7. 4.

    Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen gehören in Kommunale Hand. Es kann nicht sein, daß 600 Mio. Euro als Rendite in private Taschen fließen, anstatt dorthin zu gelangen wo es hingehört, in die Betreuung der Menschen, die dafür alle eingezahlt haben!

  8. 3.

    Wo ist das Interesse am Thema? Warum sind hier nicht 102 Kommentare? Interessiert es keinen, wenn während einer Pandemie Krankenhäuser geschlossen werden?

  9. 2.

    Sehe ich genauso. Einfach nur peinlich die Zahl der Intensivbetten in diversen Regionen Deutschlands. Nach Corona geht das Sparen erst richtig los, Wetten !

  10. 1.

    Solange keine bundesweite Rekomunalisierung stattfindet, in dessen Verlauf die Mitarbeiter nach BAT bezahlt werden, wird der Ruf verhallen. Eigentlich ein Witz, das eins der reichsten Volkswirtschaften bei ca. 1000 Intensivbetten aufgrund von Personalmangel an seine Grenzen kommt. Es wird Zeit, aus den Fehlern des Privatisierungswahns zu lernen Des gleichen aus den Folgen der Produktionsauslagerung von med. Grundstoffen. Unsere Abhängigkeit von amerikanischen und asiatischen Zulieferern ist beschämend. Aber wahrscheinlich wird es so wie immer laufen. Vollmundig wird Besserung gelobt, aber es bleibt alles beim Alten. Bis zum nächsten Mal.

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