Archiv: Demonstranten und Polizisten stehen sich gegenüber. Aufgrund der Corona-Krise und der Kontaktbeschränkungen wurde über das Internet zu einer Demonstration in der Oranienstraße aufgerufen. Der Protest soll der Ersatz für die sonst übliche «Revolutionäre 1. Mai-Demonstration» gegen den Kapitalismus sein. (Quelle: dpa/M. Kappeler)
Bild: dpa/M. Kappeler

Vom Hermannplatz bis Oranienplatz - "Revolutionäre 1. Mai-Demonstration" wieder in Berlin geplant

Aktivisten wollen in diesem Jahr wieder mit der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" durch Berlin ziehen. Bei dem Protest gegen den Kapitalismus sei nun auch ein Bündnis migrantischer Gruppen dabei, teilten dessen Organisatoren am Mittwoch mit.

Demnach soll die Aktion an dem Feiertag um 17.00 Uhr am Hermannplatz in Neukölln mit einer Kundgebung starten. Ab 18.00 Uhr wollen die Demonstranten über die Karl-Marx-Straße und Sonnenallee zum Oranienplatz in Kreuzberg ziehen, wie es weiter heißt.

Auch auf den neu eingerichteten Internetseiten der Polizei Berlin, wo über geplante Versammlungen in der Stadt informiert wird, ist eine "Demonstration zum revolutionären 1. Mai" aufgeführt [berlin.de]. In den vergangenen Jahren war die Demonstration, zu der traditionell Linksautonome aufrufen, nicht offiziell angemeldet worden.

Demo will Folgen der Corona-Krise in den Fokus rücken

Für das Bündnis migrantischer Gruppen teilte eine Sprecherin mit, auch Migranten erwirtschafteten den Reichtum Deutschlands. Der 1. Mai solle deshalb auch im Zeichen der Menschen stehen, die ohne Arbeit, Papiere oder Wohnung lebten, unbezahlte Haus- und Pflegearbeit leisteten oder die kriminalisiert würden. Die Demo solle ein Ausdruck der Solidarität sein, hieß es.

Gemeinsam mit anderen Gruppen, die zur "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" aufrufen, solle auf die Folgen der Corona-Krise aufmerksam gemacht werden. "Wir wollen, dass die Reichen für diese Krise die Rechnung präsentiert bekommen", sagte eine der Initiatorinnen.

Demonstration letztes Jahr ausgefallen

Im vergangenen Jahr war die übliche große Demonstration am Abend des 1. Mai wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Stattdessen war zu kleineren Protesten mit Farbbeuteln, Rauchtöpfen, Transparenten und Sprühereien in Kreuzberg aufgerufen worden.

In den Jahren zuvor kam es am 1. Mai vor allem in Kreuzberg immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Linksextremisten und der Polizei. Die Gewalt nahm aber mehr und mehr ab.

Das große Kreuzberger Straßenfest "Myfest", das früher viele Zehntausend Besucher anlockte, wurde auch in diesem Jahr wieder abgesagt. Der DGB will eine Kundgebung am Brandenburger Tor abhalten, sie soll aber mit 2.000 Teilnehmern deutlich kleiner sein als früher.

 

Sendung: Abendschau, 07.08.2021, 19:30 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

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  2. 3.

    So wie die "Demos" der Rechtsextremen, Covidioten, Coronaleugner und Impfgegnern verboten worden sind? 10.000 Teilnehmer und die allerwenigsten hielten sich an Auflagen und einige griffen sogar Journalisten an.

  3. 2.

    Gemäß infektionsgesetz dürfte die Demo nicht erlaubt werden.

  4. 1.

    Da bin ich mal gespannt wie argumentiert wird, dass diese Demo statt findet.

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