Firmlinge und deren Paten gehen nach einem Firmungsgottesdienst über das Kirchgelände und tragen traditionell die sorbische Tracht (Bild: dpa/Matthias Rietschel)
Bild: dpa/Matthias Rietschel

Mehr Geld von Bund und Ländern - Sorben wollen Sprachentwicklung gezielt fördern

Die Sorben möchten zusätzliches Geld aus der Bund-Länder-Förderung auch zur Verbesserung der Sprachkompetenz nutzen. Denn nicht alle Sorben beherrschen ihre Sprache. "Wir möchten verstärkt und konkreter in die Sprachplanung gehen", sagte Dawid Statnik, Chef des Bundes Lausitzer Sorben laut DPA-Meldung vom Dienstag.

Unlängst wurde bekannt, dass die Förderung der Sorben-Stiftung von derzeit 18,6 Millionen Euro auf jährlich 23,92 Millionen Euro erhöht wird. Nach dem Abkommen zahlt der Bund 11,96 Millionen Euro, Sachsen 7,97 Millionen Euro und Brandenburg 3,99 Millionen Euro.

Neuer Handlungsspielraum

Statnik sagte, man müsse feststellen, wo Sorbisch aktuell überall noch gesprochen wird. Daraufhin könne man die Aneignung von Sprache besser planen und sie vor allem Jüngeren wieder neu vermitteln.

Die Schulen könnten diese Aufgabe laut Statnik nicht alleine schaffen. "Wir müssen das Umfeld stärken." Dazu sollen neben bestehenden Institutionen auch ganz neue Maßnahmen geplant werden. Laut Statnik gebe es mit der zusätzlicher Förderung erstmals nach der Wende die Möglichkeit für zusätzliche Stellen: "Das ist ein toller Erfolg. Das macht Mut auf mehr Handlungsspielraum."

Aufleben alter Traditionen

Es komme darauf an, Sprachangebote direkt vor Ort zu unterstützen, sagte Statnik. So wie zuletzt bei einem Experiment in Malschwitz: Ein Sprachmotivator habe es innerhalb eines Jahres geschafft, dass die Bewohner ihre Wurzeln wieder stärker wahrnähmen. "Es gibt dort inzwischen Interesse an Sorbisch-Kursen. Jugendliche haben die Tradition des Maibaumwerfens aufgegriffen. Das gab es dort schon 20 Jahre nicht mehr."

Beim Maibaumwerfen laufen die Jungen im Dorf um die Wette, um den Titel des Maikönigs zu bekommen.

Die Sorben sind in der Lausitz im Süden von Brandenburg und in Ostsachsen beheimatet. Nach Schätzungen leben in Brandenburg rund 20.000 Sorben, in Sachsen etwa 40.000.

Die zusätzliche Förderung soll neben der Sprachentwicklung zum Beispiel auch dafür verwendet werden, die Beschäftigen an der allgemeinen Tarifentwicklung zu beteiligen.

3 Kommentare

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  1. 2.

    Eine begruessenswerte Idee und vielleicht auch etwas Wiedergutmachung dafuer, dass viele sorbische Dörfer der Braunkohle zum Opfer fielen.

  2. 1.

    Da hat doch jemand endlich mal eine vernünftige Idee, hoffentlich setzt sich das durch. Es wäre sinnvoll wenn dieser Volksstamm mehr Unterstützung bekommt.

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