Eine DHL Packstation (Bild: dpa/Sven Kanz)
Video: Abendschau | 23.04.2021 | M. Albrecht | Bild: dpa/Sven Kanz

Foto aus Berliner Überwachungskamera - Paketbomben mit DHL verschickt: Polizei veröffentlicht Fahndungsfoto

Vor dreieinhalb Jahren wurden in Berlin und Brandenburg Paketbomben mit DHL verschickt - mit Erpresserschreiben gegen den Paketdienstleister. Dann brach die Serie ab. Lange suchten die Ermittler nach einer heißen Spur. Jetzt haben sie ein Fahndungsfoto veröffentlicht.

Im Fall der DHL-Erpressung vor rund drei Jahren gibt es offenbar eine heiße Spur. Die Polizei sucht mit einem Foto aus einer Überwachungskamera nach einem unbekannten Mann. Zu sehen ist es auf der Seite der Polizei [polizei.brandenburg.de].

Der Abgebildete werde als Tatverdächtiger in dem Ermittlungsverfahren gesucht, das wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie der schweren räuberischen Erpressung gegen einen deutschen Paketdienstleister geführt wird, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Potsdamer Polizeipräsidiums und der Staatsanwaltschaft Potsdam. "Wir hegen die Hoffnung, dass das möglicherweise der entscheidende Schritt ist, um den Fall zu lösen", sagte der Sprecher des Polizeispräsidiums Brandenburg, Torsten Herbst, dem rbb.

Überwachungskamera nahm Verdächtigen auf

Das Bild wurde im Oktober an einem Bitcoin-Geldautomaten in einem Spätkauf in Berlin-Friedrichshain aufgenommen. Der unbekannte Mann ist demnach etwa 1,80 Meter bis 1,85 Meter groß und trägt einen roten Mund-Nasen-Schutz. Die Polizei gehe dennoch davon aus, dass es möglich sei, den Unbekannten anhand der Augenpartie zu erkennen, sagte Herbst dem rbb. Die Fahndung richte sich explizit an Menschen, die den Abgebildeten kennen. Die Polizei habe 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Identifizierung und Ergreifung des Täters führen.

"Wir wissen bisher noch nicht, ob es sich um einen oder um mehrere Tatverdächtige handelt", sagte Herbst dem rbb. "Aber diese Person steht mit dem Ermittlungskomplex auf jeden Fall als Tatverdächtiger im Zusammenhang."

Paketbomben mit Millionenforderungen an DHL

Im November 2017 hatte ein Unbekannter ein Paket an einen Online-Händler in Frankfurt (Oder) liefern lassen. Die Sendung geriet beim Öffnen in Brand, wodurch auch ein Erpresserschreiben zerstört wurde.

Einen Monat später wurde in einer Apotheke am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts eine Paketbombe entdeckt, in der sich eine Sprengvorrichtung und Nägel befanden. Darin wurde auch ein verschlüsseltes Schreiben entdeckt, in dem von DHL eine Millionensumme in Bitcoins gefordert wurde. Der Apotheker hatte beim Öffnen ein Zischen gehört und Drähte bemerkt, die aus dem Päckchen ragten. Er alarmierte die Polizei. Weitere explosive Sendungen gingen im Januar bei einer Berliner Bankfiliale und im April bei der Handwerkskammer in Berlin ein. Seitdem geschah nichts mehr.

Media-Access-Control-Adresse entschlüsselt

Anfang 2019 veröffentlichte das Brandenburger Landeskriminalamt die mutmaßliche "Media-Access-Control-Adresse" (MAC) des DHL-Erpressers. Der mutmaßliche Erpresser hatte laut Polizei im Frühjahr 2018 zu unterschiedlichen Zeiten öffentliche WLAN-Netze in Berlin genutzt. Die Polizei bat Anbieter öffentlicher Netze zu prüfen, ob sich die MAC-Adresse eingewählt hat. Auch Privathaushalte könnten betroffen ein.

Die Ermittler haben in dem Fall mittlerweile mehr als 1.000 Hinweise und Spuren ausgewertet.

Sendung: rbb|24, 23.04.2021, 13:00 Uhr

23 Kommentare

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  1. 23.

    Wo gibt es denn eigentlich Bitcoin Automaten?

  2. 21.

    Das war ein Symbolbild, nicht das Fahndungsfoto. Tut uns leid, wenn das missverständlich war.

  3. 19.

    Kurt Wilhelm,
    wo sehen Sie bei dem Fahndungsfoto, um das es geht, jemanden mit roter Jacke? Der Täter trägt ne rote Maske und graues Oberteil. Mit der roten Jacke weiter unten, das ist ein anderer Fall da geht's um Kreditkartenbetrug.

  4. 18.

    Sybille,
    ziemlich unüberlegt
    "Warum haben die Empfänger nicht die Annahme verweigert?

    Ich nehme doch kein Paket von einem fremden Absender an, wenn ich gar keines erwarte!!"

    Ein online-Händler, eine Apotheke, für die ist es Alltag Pakete anzunehmen.
    Ihr Thread suggeriert "selber schuld, wenn die Adressaten das Paket überhaupt annehmen", schon ein billiger, ziemlich perfider Versuch, die schwere Straftat zu relativieren. Übrigens,, es gibt auch nette Nachbarn, die für jemanden ein Paket annehmen. Bei einer Paketbombe, sind viele gefährdet, von der Annahmestelle, über die Lieferkette bis zum Postboten. Und, hier war nicht das Feindbild die Adressaten sondern DHL

  5. 17.

    Paketbomben darf man nicht schicken, die kann man doch faxen :-)

  6. 16.

    Wenn ich die Fotos sehe fällt mir sofort ein: Wenn Berlin, dann "Dynamo"!

  7. 14.

    Warum haben die Empfänger nicht die Annahme verweigert?

    Ich nehme doch kein Paket von einem fremden Absender an, wenn ich gar keines erwarte!!

  8. 13.

    DA habe ich es gerade gefunden, wurde vor 1 Stunde reingestellt
    -nach-dhl-erpresser-landeskriminalamt-veroeffentlicht-fahndungsfoto

  9. 12.

    Ein schöner Rücken, kann auch entzücken! Vermutlich ist es ein Symbolfoto.

  10. 11.

    Das sehe ich auch so, irgendwie fehlt hier immer was obwohl es logisch wär!

  11. 10.

    Wer das Foto unbedingt sehen möchte, muss nur auf den Link klicken. Ist mit roter Schrift unterlegt. Ganz einfach.

  12. 9.

    Der Link ist doch sichtbar. Einfach drauf drücken und schon sieht man das Foto. Lieber Gott, lass Hirn regnen.

  13. 8.

    Danke liebe Redaktion

    Dies ist eine typische Meinungsbild Darstellung in diesem Forum
    Nur die Überschrift lesen - und gleich losmeckern.

    Da steht doch drin , wo das Foto zu sehen ist !

  14. 7.

    Ach Leute! Das Fahndungsfoto ist durchaus verlinkt: Gleich im ersten Absatz, rot hinterlegt.
    "Zu sehen ist es auf der Seite der Polizei [polizei.brandenburg.de]."

  15. 6.

    Hier der Link zur Polizei Brandenburg
    https://polizei.brandenburg.de/fahndung/wer-kennt-diese-person-5-000-euro-belohn/2517484

  16. 5.

    Ja, also wenn man schon von einem Fahndungsfoto berichtet, sollte man es doch wenigstens verlinken oder zeigen...

  17. 4.

    Haben die jetzt vergessen in der Mobilversion das Foto um das es geht einzufügen oder soll das mit "Copyright DPA" gekennzeichnete Foto das Fahndungsfoto sein. Bilderrätsel, auch geil.

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