Eine Frau wäscht in Berlin eine Tasse ab. (Quelle: dpa/Inga Kjer)
Bild: dpa/Inga Kjer

Sechsmal Müggelsee - Wasserverbrauch in Berlin ist weiter hoch

Der Wasserverbrauch in Berlin bleibt auch aufgrund der trockenen Sommer in den vergangenen Jahren weiter hoch. Die Berliner Wasserbetriebe hätten im vergangenen Jahr rund 223 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verkauft, sagte ihr Vorstandsvorsitzender, Jörg Simon, am Donnerstag in Berlin. Damit ließe sich der Große Müggelsee in Berlin mehr als sechsmal auffüllen.

Die Menge liege in etwa auf dem Niveau der beiden Vorjahre, sagte Simon. "Diese Zahlen haben auch mit der Klimaentwicklung zu tun." So waren im Jahr 2017 rund 205 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verkauft worden. Im Jahr später sei die Menge erstmals deutlich gestiegen.

Stabile Preise für Verbraucher

Das Unternehmen konnte seinen Bilanzgewinn, der an das Land Berlin abgeführt wird, von 113 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 191,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr steigern. "Wir sind bisher gut durch die Pandemie gekommen", sagte Simon. Für die Verbraucher bedeutet das: Stabile Preise bis mindestens 2023. Seit 2014 liegt der Wassertarif in der Hauptstadt bei knappen 1,7 Euro pro Kubikmeter Trinkwasser.

Die Wasserversorgung sei aufgrund der hohen Trockenheit indes nicht gefährdet, auch wenn das System langfristig stabiler werden müsse, sagte Simon. Zwar sinke der Grundwasserspiegel aufgrund des geringen Niederschlags. Doch die Versorgung in Berlin werde lediglich zu rund 30 Prozent aus dem Grundwasser gedeckt. Der Rest stamme aus den Flüssen, deren Wasser über Brunnen abgepumpt werde.

Abwasseruntersuchungen zu Coronavirus laufen noch

Schon im vergangenen Jahr hatten die Wasserbetriebe in Kooperation mit verschiedenen Institutionen versucht, Erkenntnisse über die Ausbreitung des Coronavirus auf Basis von Abwasseruntersuchungen zu gewinnen. Konkrete Aussagen könnten bislang aber nicht getroffen werden, sagte Simon. Die Messergebnisse seien nur sehr langsam zurückgekommen.

Nun will das Unternehmen das Thema mit eigenen Partnerlaboren vorantreiben. Derzeit würden Proben unter anderem an elf Pumpwerken entnommen, die das Abwasser ans Klärwerk Ruhleben weiterleiteten.

Sendung: Inforadio, 08.04.2021, 15 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Bei Amt für Statistik wird man fündig, wenn auch nur in Bezug auf ältere Zahlen.
    https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/basiszeitreihegrafik/Zeit-Wasserversorgung.asp?Ptyp=400&Sageb=32002&creg=BBB&anzwer=5

  2. 9.

    Es wäre ja einmal interessant, einen ungefähren Wasserverbrauch pro Einwohner zu erfahren.
    Da gibt es sicher auch Erfahrungswerte. Diese allgemeinen Werte besagen nach meiner Auffassung nichts über Einsparpotenziale für die Bürger, die doch sicher auch mit zunehmender Wasserknappheit gewollt sind.

  3. 7.

    Nein da irren sie sich nicht!
    Bin bei 3m davon ausgegangen das es sin normaler kleiner Gartenbrunnen ist der dann auf 4 m gebohrt wurde. Aber bei Pankow und erst recht im Panketal ist 3 m eindeutig Grundwasser.
    Wenn es sie Interessiert finden sie unter https://www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/umweltatlas/du212_03.htm auch eine Grundwasserganglinie und verschiedene weitere Infos.
    Grüße

  4. 6.

    Danke für die Info.

    Es handelt sich bei mir ganz sicher nicht um Schichtenwasser. mein Brunnen ist auf 20m gebohrt. die grundwasserführende Schicht liegt zwischen 15 und 19 meter an und das wasser steigt auf 3m unter Oberflächenniveau auf. Ich glaube auch nicht, dass Schichtenwasser Fördermengen von mehr als 4kbm/h ermöglicht oder irre ich hier?
    Große Teile Pankows stehen auf Geschiebemergel. Ich gehe also davon aus, dass mein Brunnen noch viele Jahre durchhalten wird.

  5. 5.

    Zu Ihrer ersten Frage: Das Wasser aus den Berliner Flüssen ist Uferfiltrat: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Uferfiltrat
    Zu Ihrer zweiten Frage habe ich keine Antwort. Aber einem Kollegen in Falkensee ist der Brunnen schon trockengefallen.

  6. 4.

    „Der Rest stamme aus den Flüssen, deren Wasser über Brunnen abgepumpt werde.“
    Das passende Suchwort in dem Zusammenhang ist Uferfiltrat.
    Zu den Grundwasserständen hab ich auf die Schnelle nichts gefunden aber bei ihrem Brunnen handelt es sich nicht um das Grundwasser, das zur Trinkwassergewinnung genutzt wird. Trinkwasserbrunnen haben in Berlin eine Tiefe von 30-40 m, während ich bei ihren 3 m eher Schichtenwasser ausgehe das algemein zu dem Oberflächenwasser gezählt wird.
    MfG

  7. 3.

    223 Mio, m³/a - und dann gibt es Berliner, die sich über 1,45 Mio. m³/a aufregen.
    Wie hat sich die Abwassermenge entwickelt? Dazu hatte man ja andernorts keinen Anstieg bemerkt.
    Schwach, dass nach über einem Jahr Pandemie die Messergebnisse zum Virus im Abwasser noch nicht vorliegen.

  8. 2.

    Könnte mich bitte jemand sachkundiges schlau machen, was folgendes bedeutet?
    „Der Rest stamme aus den Flüssen, deren Wasser über Brunnen abgepumpt werde.“

    und mich würde interessieren, um wie viel der Grundwasserspiegel aufgrund der geringen Niederschläge im letzten Jahre/in den letzten Jahren gesunken ist?

    Ich habe einen Brunnen auf meinen Grundstück, in dem das Wasser auf 3 Metern unter der Oberfläche steht. Hier ziehe ich jedes Jahr ca. 400 Kubikmeter raus und kann keinerlei Absinken des GWS selbst bei voller Förderlast feststellen.

  9. 1.

    Mehr Einwohner als in den Vorjahren, gleicher Wasserverbrauch wie in den Vorjahren. Alles gut.

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