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Quelle: dpa

Wetter in Berlin und Brandenburg

"So einen kalten April gab es Jahrzehnte nicht mehr"

Nein, es fühlt sich nicht nur zu kalt an. Es ist tatsächlich der kälteste April seit Jahrzehnten, bestätigt ein Meteorologe. Es naht aber Besserung - doch die soll auch wieder nicht lange halten. Spargel wird aber trotz der Kälte geerntet.

Es ist Freitagmittag, Mitte April und das Thermometer zeigt sechs Grad an. "Es ist extrem kalt für April", fasst es Meteogroup-Meteorologe Andreas Gassner im Gespräch mit rbb|24 zusammen. Die erste Aprilhälfte sei im Vergleich zu sonstigen Jahren im Mittel um etwa drei Grad zu kalt. "So einen kalten April gab es tatsächlich Jahrzehnte schon nicht mehr", sagt Gassner.

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Die schlechte Nachricht: bis zum Sonntag wird es noch bei den wirklich kühlen maximal 12 Grad tagsüber bleiben. Doch der Meteorologe macht Hoffnung: "Ab Sonntag wird es zögerlich jeden Tag ein bisschen wärmer". Zu Beginn der kommenden Woche läge die Region mit Temperaturen von 15 bis 18 Grad dann auch wieder im Normalbereich. Dass sich auch ab Sonntag die Luft nur sehr langsam erwärme, sei relativ untypisch. Das liegt, so Gassner, an einem Hochdruckgebiet über Skandinavien, das die Polarluft, die in der vergangenen Woche das Wetter dominierte, "sozusagen konserviert".

Auf die Frage, ob es dann ab kommender Woche zuverlässig immer weiter aufwärts geht mit den Temperaturen, sagt Gassner: "Das wollen Sie gar nicht hören". Denn schon Donnerstag in der kommenden Woche landen wir nach derzeitigen Vorhersagen erneut bei kühlen Temperaturen um die zehn Grad. Das erneute zu kalte Wetter werde aber wahrscheinlich eher nur ein paar wenige Tage anhalten, tröstet Gassner. "Der April macht eben wirklich, was er will", sagt er noch.

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Keine Sorge um den Spargel

Wer sich sorgt, der kalte April sei nicht nur unangenehm, sondern könnte sogar beispielsweise den Berlinern und Brandenburg den Spargelgenuss vermiesen, der sei ebenfalls getröstet. Es werde seit Anfang April schon täglich geerntet, sagte der Vorsitzende des Beelitzer Spargelverbandes Jürgen Jakobs rbb|24 am Freitagmittag.

Man ernte wegen der Temperaturen derzeit zwar tatsächlich etwas weniger als in wärmeren Vorjahren, das sei aber nicht dramatisch. Denn erstens hätte es der Beelitzer Spargel "recht mollig unter den Hauben, unter denen er wächst" und zweitens steige erfahrungsgemäß auch die Lust der Verbraucher auf Spargel erst dann richtig an, wenn es wirklich frühlingshaft ist draußen. "Das korreliert zum Glück", lacht Spargelbauer Jakobs.

Sendung: Antenne Brandenburg, 16.04.2021, 12 Uhr

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