30 Jahre Lotto Brandenburg - Der ewige Traum von Eigenheim und Weltreise

Lottoladen in Falkensee mit Inhaberin Ulrike-Schulz (Quelle: rbb/Karsten Zummack)
Audio: Antenne Brandenburg | 27.05.2021 | Karsten Zummack | Bild: Karsten Zummack

Zig Millionen Menschen träumen vom großen Lottoglück. Daran haben auch die vielen neuen Spiel- und Wettangebote im Internet wenig geändert. Und so feiert die Land Brandenburg Lotto GmbH am 27. Mai bereits ihren 30. Geburtstag. Von Karsten Zummack

Wer den Zeitungs- und Lottoladen am Bahnhof Falkensee (Havelland) besucht, kann den Stehtisch mit Tippscheinen und Kugelschreiber nicht übersehen. Der steht einladend gleich am Eingang des Geschäftes. Das wöchentliche Spiel mit dem Glück ist für viele ein echtes Ritual geworden. "Seit 20 Jahren kreuze ich immer die gleichen Zahlen an", verrät Lottospieler Heiko Spitzer. Viel gewonnen hat der 54-Jährige bei "6 aus 49" bisher aber nicht.

Ladeninhaberin Ulrike Schulz gehört zu den Lotto-Pionieren im Land. Ihre Eltern hatten kurz nach der Wende in Falkensee damit angefangen. So verknüpft sie die Arbeit hier mit vielen schönen und auch lustigen Erlebnissen. "Viele suchten ihre Lottoscheine, hatten sie aber in die Fernsehzeitung oder gefaltet ins Portemonnaie gelegt", erzählt die 54-Jährige. Sie berichtet auch von Freudentränen.

Eine halbe Milliarde Tippscheine

Lotto Brandenburg selbst war 1991 noch behelfsmäßig gestartet in einem kleinen Container. Das Gros der Aufgaben: pure Handarbeit. "Wir hatten in den ersten Jahren noch mit sehr viel Papierkram zu tun", erzählt Geschäftsführerin Kerstin Kosanke. "Die Tipps wurden aus den Lottoshops in die Zentrale gebracht."

Inzwischen ist die Arbeit in der Lotto-Zentrale, einem weißen Zweckbau in Potsdam, weitgehend digitalisiert. Gab es anfangs gerade mal 29 Annahmestellen in ganz Brandenburg, so sind es heute 666. Die Zahl der Beschäftigten stieg von 30 auf 119. Manch einen Märker hat die landeseigene Gesellschaft zum Millionär gemacht. Außerdem fließt ein Teil der Einnahmen an Vereine und gemeinnützige Projekte.

Prävention bleibt wichtig

In den Augen von Geschäftsführerin Kosanke ist Lotto "immer noch modern und zeitgemäß". Dabei gibt es gerade im Internet mittlerweile zahlreiche Wett- und Glücksspiel-Konkurrenten, nicht alle arbeiten legal. Natürlich steigt damit auch die Suchtgefahr für Verbraucher. Bei dem staatlichen Angebot aber werde Verantwortung, Aufklärung und Spielerschutz großgeschrieben, heißt es bei Lotto Brandenburg.

"Das bedeutet für uns, dass wir transparent arbeiten und wir zum Beispiel die Gewinnchancen sehr deutlich nach außen transportieren", sagt Kosanke. Sie verweist darauf, dass ihre Gesellschaft ausschließlich mit geschulten Verkäufern zusammenarbeitet.

213 Millionen Euro Jahresumsatz

Alles in allem scheint Lottospielen noch immer nicht aus der Zeit gefallen zu sein. Im vergangenen Jahr hat die Betreibergesellschaft in Brandenburg gut 213 Millionen Euro umgesetzt. Statistisch gesehen kreuzt damit jede Einwohnerin und jeder Einwohner durchschnittlich für 1,59 Euro pro Woche Zahlen an - und träumt dabei vom ganz dicken Gewinn.

Auch die Kunden im Lottoladen am Bahnhof Falkensee haben so ihre Wünsche. "Erst mal verreisen, alles bezahlen und einen ruhigen Lebensabend sichern", zählt Lottospieler Spitzer auf - und reicht sein Geld über den Verkaufstresen.


Beitrag von Karsten Zummack

5 Kommentare

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  1. 5.

    In den finsteren Automaten-Spielräumen und vor den Wettspiel-Schirmen sitzen die süchtigen. Wer wird denn bitte LOtto-Süchtig??? LOL!

  2. 4.

    Wie heisst es so?
    Die Wahrscheinlichkeit, dass du vom Blitz getroffen wirst, liegt bei 1:6 Millionen. Somit wirst du viel eher von einem Blitz getroffen, als dass du im Zahlenlotto auf sechs Richtige tippst (1:31 Millionen).
    Umkehrschluß beim Jackpot ... nie wieder bei Gewitter rausgehen ;-).

  3. 3.

    Einfach mal nach "hatte ich schon mal 6 Richtige" googeln und prüfen, ob Zahlen 6 aus 49 schon mal in den letzten 60 Jahren gezogen wurden. Das Ergebnis ist für meine Zahlen ernüchternd. Anderseits gibt es Zahlenkombinationen, die schon 2x 6 Richtigte gebracht hatten. Die Gewinnchance ist jedes Mal wieder gleich. Es bleibt Zufall, auch wenn man nicht das Gefühl hat je länger man es beobachtet.
    Ein Teil der Einsätze von 6 aus 49 gehen bekanntlich an einen guten Zweck. Das dämpft meinen Spielfrust ein wenig.

  4. 2.

    Spielt mal ruhig weiter Lotto, es gewinnen aber nur die wenigsten...

  5. 1.

    Ach ja, die Prävention ... Wieviele Menschen, ganze Familien, sind schon ins Unglück gestürzt durch die Lottospielsucht? Und oft hat es früh begonnen: Früher schickte man ja ohne weiteres sein Kind (damals durften Kinder noch unbeaufsichtigt auf die Straße, auch total verantwortungslos!) zum Lottoladen, um schnell noch den Schein abzugeben. Und vielleicht durfte es sich zur Belohnung noch was Süßes kaufen. Woraus, wie wir heute wissen, unweigerlich folgte: Karies, Übergewicht, Diabetes, Elend, Tod. (Von den Fällen, wo das Kind noch ein Bier für Vatern mitbringen sollte, gar nicht zu reden.)

    Heute wissen wir: Lotto macht süchtig. Und diese Entdeckung hat auch absolut nichts damit zu tun, dass die deutschen Länder ihr Glückspielmonopol gegen EU-Regeln verteidigen wollten. Und schon gar nicht damit, dass manch Finanzminister die fetten Gewinne aus dem schlimmen Glückspiel zum Stopfen von Haushaltslöchern verwendet. Nein, es geht nur um Suchtprävention.

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