Aktionen in 40 weiteren Städten - 300 Menschen protestieren in Berlin gegen Paragraf 218

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Video: rbb|24 | 15.05.2021 | Material: Abendschau | Bild: rbb

In Berlin und 40 weiteren Städten wurde am Samstag gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen protestiert. Eine der größten Aktionen gegen den Parafgrafen wa rin der Hauptstadt eine stille Menschenkette um den Reichstag.

Etwa 300 Menschen haben am Samstag in Berlin für die Abschaffung des Paragrafen 218 und gegen eine Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen demonstriert. Rund um das Reichstagsgebäude bildeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Menschenkette und forderten die Streichung des Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch. Der umstrittene Passus stellt Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe.

150 Jahre nach Einführung des Paragrafen im Jahr 1871 wurde am Samstag bundesweit in mehr als 40 Städten protestiert. 120 Organisationen, darunter profamilia, Humanistischer Verband Deutschland und die Linkspartei haben den Protest unterstützt.

Petition mit 37.000 Unterschriften

Mit Ausnahmen sind bis heute Schwangerschaftsabbrüche nach bundesdeutschem Recht grundsätzlich verboten. "218 entmündigt und kriminalisiert Betroffene und Ärztinnen und Ärzte, stigmatisiert sie und behandelt Schwangerschaftsabbrüche weiterhin als großes Tabu", kritisierte Eva Kubitz von der Kampagne "150 Jahre Widerstand gegen §218 - Es reicht!".

Eine Anfang März gestartete entsprechende Petition wurde bis Freitagmittag von rund 37.000 Menschen unterschrieben. Gefordert werden die ersatzlose Streichung des Paragrafen als Straftat und rechtliche Regelungen außerhalb des Strafgesetzbuches.

Die gesetzliche Situation sei einfach nicht mehr tragbar, sagte Petitionsstarterin Adriana Beran: "Paragraf 218 ist wie ein Schlag ins Gesicht für alle selbstbestimmten Frauen."

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.05.2021, 21:00 Uhr

39 Kommentare

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  1. 39.

    Bitte richtig lesen. § 218a (1) Der Tatbestand des § 218 ist NICHT verwirklicht wenn.....
    Damit ist ein Abbruch bis zur 12ten Woche eben nicht illegal.

  2. 38.

    Achherrje, sinnerfassendes Lesen ist wohl nicht Ihre Stärke. Wobei ich ja fast davon ausgehe, dass Sie einfach nur provozieren wollen. Es ging mir in meinem Beitrag - deutlich erkennbar, wie ich meine - um Verantwortung statt hohlem und hypokritischem Gequatsche seitens vieler der sog. "Lebensschützer", Karl-Heinz.

  3. 37.

    Sie meinen, ein ungewolltes Kind im Sinne eines finanziellen Schadens für die Gesellschaft?

  4. 36.

    Schon "witzig", wie sich vorrangig Männer für das "Recht auf Leben" aussprechen und dabei doch eigentlich nicht selten meinen, über Frauen bestimmen zu wollen. Wenn es dann aber um die Verantwortung für das geborene Leben geht, wird sich gerne mal dünne gemacht und auch die Unterhaltszahlungen (mehrere Milliarden €/Jahr) nicht selten der Allgemeinheit aufgebürdet.

    Hier mal eine ganz interessante Statistik: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/318160/umfrage/alleinerziehende-in-deutschland-nach-geschlecht/

  5. 35.

    Maßlos Übertreibungen sind der Diskussion nur extrem bedingt dienlich, um es mal vorsichtig auszudrücken. Es geht doch in Wahrheit lediglich um eine Abwägung der Interessen der Frau und der (durch die Gesellschaft vertretenen) Interessen des ungeborenen Kindes, welches rein biologisch zumindest bis zu einem bestimmten Stadium noch gar keine eigenen Interessen haben kann. Streng biologisch gesehen ist ein Fötus ein (Triggerwarnung!) nicht überlebensfähiger, schmarotzender Zellhaufen, der auf den Wirtsorganismus Mutter angewiesen ist, um sich weiterentwickeln zu können. Moralisch ist es dagegen künftiges menschliches Leben. Es ist also eine moralische und gesellschaftliche Abwägung, bis wann ein Abbruch vertretbar ist, keine biologische. Momentan findet die Diskussion sehr wohl einseitig zum Nachteil der Frauen statt.

  6. 34.

    Anscheinend kapierst du nicht, worum es geht. Laut 218a ist ein Schwangerschaftsabbruch illegal in Deutschland, wird nur nicht bestraft. DARUM geht es.

  7. 33.

    Zu DDR-Zeiten gab es ein Abtreibungsgesetz das den Namen auch verdient hatte. Warum also ähnliches nicht wieder einführen? Abgesehen davon finde ich sehr lustig das sich gerade die Männer darüber aufregen. Warum bekommen dann nicht einfach die Männer die Kinder? Dann haben wir Gleichberechtigung und ich als Frau kann dann den schwangeren Mann sitzenlassen äh ich meine natürlich feststellen das ich doch keine Kinder will.

  8. 32.

    Wieso gehen sie ihm an die Gurgel, wenn er das Bundesverfassungsgericht zitiert? Soll das jetzt ein "Stellvertreterkrieg" werden? Wenn sie ein Problem mit der Rechtssprechung haben nehmen sie sich einen Anwalt und gehen sie zum EuGH aber hören sie auf Menschen, die im Gegensatz zu ihnen belesener sind nur deswegen, weil sie Defizite hierbei haben, anzugeifern. Es ist ja furchtbar was hier neuerdings los ist.
    Und ja, ich bin auch der Meinung das eine Frau letztendlich selber entscheiden muss ob und wie sie sich zu ihrem (ungeborenen) Kind positioniert. Es gibt Situation wo der Abbruch geboten erscheint. Man muss aber auch akzeptieren, dass das nur im Handlungsspielraum des Gesetzgebers möglich ist, so wie alles was in der Gesellschaft passiert. Nur deshalb funktioniert eine Gesellschaft.

  9. 31.

    Brigitte! Ganz wie die Kirche??? Die Kirche kann doch keine Abtreibung befürworten. ,.....

  10. 30.

    Danke! Ich weiß ihre Meinung zu dem Thema sehr zu schätzen! Jeder Baum wird umarmt und wird verteidigt. Es müsste andere Lösungen für das Problem her.

  11. 29.

    Ich finde es schön erstaunlich, wie viele sich hier, ganz wie die Kirche, um das ungeborene Leben sorgen. Das gibt sich oft ganz schnell, wenn das Kind auf der Welt ist. Da steht die Mutter dann plötzlich ohne die ganzen Klugsch..... allein da. Ich bin mit Hingabe Mutter und Großmutter, habe aber auch Respekt vor jeder Frau, die sich anders entscheidet.

  12. 28.

    Ich unterstütze den „Arten“ Schutz der bedrohten Menschheit und ich bin gegen die Todesstrafe. Menschliches Leben darf nicht bedroht werden durch Gefahr, Unrecht oder Krieg. Wir verabscheuen Rassismus, Menschenhass sowie die „Massen“ Vernichtung von Menschen, Folter, medizinische Versuche wie „im dritten Reich“. Denn der Mensch ist keine Sache, kein Ding worüber wir verfügen, niemand darf die Leibesfrucht töten, wir schützen Völker und „Rassen“. Jeder Mensch ist willkommen und darf leben denn wir haben ein Herz und können jedem das Leben gönnen. Wir sprechen von Nachhaltigkeit, sind gegen Baumsterben und Ausbeutung der Naturressourcen wie Siliziumabbau in Chile für Elektroauto-batterien und gegen Atomenergie weil es unser Leben bedroht und wir doch auf unser Gewissen achten.

  13. 27.

    Wie soll das weitergehen nach Abschaffung des § 218 ? Abbruch bis zum Durchschneiden der Nabelschnur? § 218a lässt einen Schwangerschaftsabbruch zu zumutbaren Bedingungen zu.

  14. 26.

    Das Thema hatten wir schon, aber Sie als Mann sollten die Frauenrechte und den weiblichen Körper nicht bevormunden. Das können Frauen ganz allein und ja, ich bin für das Leben, aber nur dann, wenn eine Frau selbstbestimmt darüber entscheiden kann und Männer sollten sich grundsätzlich etwas zurücknehmen und darauf vertrauen, dass das Weibliche nichts tun würde, was tatsächlich ungut wäre.

  15. 25.

    Ich finde es schräg das hier Männer behaupten dass das ungeborene Leben (für mich ein Widerspruch) Vorrang vor den Rechten der Frau hat. Meist natürlich mit Berufung auf das GG. An anderer Stelle würden dieselben Kommentatoren jedoch gerne Artikel des GG streichen.

  16. 24.

    Ich würde es begrüßen wenn die Herren der Schöpfung sich mit ihren Kommentaren und Ratschlägen hier etwas zurücknehmen. Ganz ehrlich, 'n Kind bekommen is' 'n bisschen anders wie 'n Männerschnuppen und bei der Ein oder Anderen kann an einem "Verkehrsunfall" verdammt viel dranhängen. Manchmal auch das eigene Leben.
    Mal was zum Schmökern von der Bundeszentrale für politische Bildung:
    https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/228817/abtreibungen-in-europa
    Ach ja ... Kirche. Hat die nicht genug vor der eigenen Tür zu kehren?

  17. 23.

    Das "Thema" ist durch und die Angelegenheit ist seit den 1970ern befriedet.
    Doch eben nicht bei allen.

    Was sollen denn neue Erkenntnisse sein, weshalb das BVerfG anders entscheidet als vor viereinhalb Jahrzehnten?
    Letzten Endes ist auch das ein Teil der Gewaltenteilung.

  18. 21.

    Tausend Dank die Frauen.

  19. 20.

    Sollte ein Humanistischer Verband nicht eher das Ungeborene Leben schützen?
    Auch die kleinen Föten sind doch Lebewesen.
    Ich finde es immer sehr einseitig, dass Abtreibungen in der Gesellschaft lediglich als harmlose medizinische Selbstbestimmung deklariert werden.
    Außerdem gibt es Verhütungsmittel. Und hier könnten auch Männer mal etwas mehr Verantwortung übernehmen.

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