DUH-Analyse - Luftqualität auf autofreier Friedrichstraße hat sich verbessert

Fr 28.05.21 | 12:07 Uhr
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Die autofreie Friedrichstraße am 01.09.2020. (Quelle: dpa/Sebastian Gabsch)
Audio: Inforadio | 28.05.2021 | Anja Haufe | Bild: dpa/Sebastian Gabsch

Auf dem autofreien Teil der Berliner Friedrichsstraße hat sich die Luftqualität deutlich verbessert. Das zeigen Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH), wie die Organisation am Freitag mitteilte.

Demnach wurde von November bis April besonders der Bereich der Friedrichsstraße untersucht, der für Autos gesperrt wurde. Dort sei die Belastung mit Stickstoffdioxid im Vergleich zum Jahr davor um ein Drittel gesunken. Auch in anderen Abschnitten sei die Belastung zurückgegangen.

Das kann neben der Sperrung der Friedrichsstraße auch daran liegen, dass wegen der Corona-Pandemie insgesamt weniger Autos unterwegs waren.

Umstrittenes Projekt

Seit Ende August 2020 dürfen keine Autos mehr auf der Friedrichstraße zwischen Leipziger Straße und Französischer Straße fahren. Stattdessen wurde ein breiter Radweg angelegt. Der Platz für Fußgänger wurde ausgeweitet und neue Sitzgelegenheiten und Pflanzkübel aufgestellt.

Im Januar teilten Verkehrsverwaltung und Bezirk mit, dass das Projekt bis Oktober dieses Jahres verlängert werden soll. Begründet wurde die Verlängerung mit fehlenden Erfahrungswerten bedingt durch die Pandemie. Ziel war es zu testen, wie sich die Straßensperrung auf das Einkaufen und sonstige Leben auf der Straße auswirkt.

Das Projekt ist umstritten, Teile der Anwohner und Geschäfte sind dafür andere dagegen. Bis Ende Oktober sollen nun weiter Daten zur Verkehrsmenge, Luftqualität, Lärmpegel, Besucherfrequenz und Aufenthaltsqualität erhoben werden.

Sendung: Abendschau, 28.05.2021, 19:30 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    "Nur tat er das ist in den anderen Strassen auch im gleichen Zeitraum um den gleichen Wert." Und dafür können sie uns ganz sicher verlässliche Zahlen nennen? Nicht? Dachte ich mir.

  2. 9.

    On der Coronazeit hat sich die Luftqualität sicherlich überall verbessert.

  3. 8.

    Man hat also festgestellt das hier, in einer absolut autofreien Zone(wenngleich auch nur probeweise) der Wert um 1/3gefallen ist. Nur tat er das ist in den anderen Strassen auch im gleichen Zeitraum um den gleichen Wert.
    Kommen diese hohen Werte vielleicht ganz woanders her?
    Die Wirtschaft und der Tourismus inklusive der Turigefaehrte Uraltbusse, Reisebusse, Schiffsverkehr, aber auch Baumaschinen etc. waren ja ganz oder z. T.
    nicht am arbeiten.

  4. 7.

    Und, was soll das heißen? Das die Testergebnisse gefälscht sind? Sie stehen exemplarisch für die rückwärtsgewandten Autofanatiker, die es verhindern wollen dass die Lebensqualität in der Stadt wieder oder überhaupt erst zunimmt.

    Sie unterstützen weiterhin die Immobilienmafia, die um weiter gierig Profit machen zu können, die meisten Menschen an den Stadtrand umsetzen will. DAS aber kostet den Steuerzahler Abermilliarden. Für den Ausbau, für die Folgen der Zersiedlung, für die Folgen des stundenlangen Pendelns. Insgesamt eine Umweltauerei ersten Grades und was das für die Betroffenen bedeutet ist Ihnen ja egal.

    Hauptsache die können weiter abzocken und von dem Geld anderer leben ohne selbst was dafür zu tun. Wie brauchen die menschengerechte Stadt, nicht die der Abzocker und Schmarotzer. Deshalb bezahlbare MIeten in der Stadt und Berlin so autofrei wie möglich. Das ist erst der Anfang.

    https://www.tagesschau.de/inland/bundesverwaltungsgericht-luft-101.html

  5. 6.

    Dann hat es sich für die 4 Leute, die hier in den 6 Monaten flaniert sind ja gelohnt.

  6. 3.

    Ja toll! Der Lobbyverein DUH hat festgestellt, dass bei weniger Autos auch die Schadstoffbelastung zurückgeht. Welch weltbewegende Erkenntnis. Das dabei ignorierte Problem ist jedoch, dass der Rückgang wohl hauptsächlich durch weniger Verkehr aufgrund von Corona zurück zu führen ist. Anderenfalls hätten die Ausweichstrecken zur gesperrten Friedrichstraße diese dortige "Reduzierung" noch mit oben drauf bekommen, weil der Ausstoß nur verlagert wird.
    Baut endlich mal das P+R Netz in/um Berlin so aus, dass es für Pendler attraktiv wird, auf den ÖPNV umzusteigen, statt bloßer Drangsalierung. Letztere bringt nämlich rein gar nichts, außer noch mehr Frust, den alle Verkehrsteilnehmer jetzt schon gegeneinander austragen. Verkehrswende bedeutet Umgestaltung, nicht Behinderung.

  7. 2.

    Wurde auch ermittelt, wie stark der Schadstoffausstoss in den Umgehungsstraßen zugenommen hat??

  8. 1.

    Hm..., wie kommt der Bürger, der nun die Friedrichstr. meidet, in die Statistik? Bloßes Zählen (vorher/nachher) wird dem Ziel nicht aussagekräftig gerecht. Es sei denn, man will durch die Fragestellungen/Nichtfragestellung eine Lenkungsfunktion auf das Ergebnis erwirken. Apropos Ziel: Welches war das noch mal gleich? Werden die Betroffenen in Menge und Qualität einbezogen, die den zusätzlichen Verkehr mit aufgenommen haben oder fallen die "unter den Tisch"? Gibt es auch eine Auswirkung durch längere/kürze Fahrwege durch eine Sperrung? Bezieht man dies nicht ein, gibt es einen schlimmen Verdacht...aber dafür haben wir ja Journalisten des rbb, die hier hartnäckig und kenntnisreich nachfragen, oder?

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